Aserbaidschan

Der Hyrkanische Wald - Wiege der Europäischen Laubwälder

Der Hyrkanische Wald, die Wiege der Europäischen Laubwälder, ist ein Hotspot floristischer und faunistischer Diversität.
Obwohl seit Jahrtausenden besiedelt, haben sich im Gebiet der Talysch-Berge im Süden Aserbaidschans bis heute Waldstücke mit Urwaldcharakter erhalten. Sie sind vom Menschen weitestgehend unberührt und folgen einer natürlichen Dynamik. Neben einigen anderen Gebirgswäldern wie den Urwäldern der West-Karpaten sind es die letzten ungestörten Primärwälder der natürlicherweise große Teile Europas bedeckenden nemoralen Laubwälder. Die größten von ihnen sind durch den „Hyrkan Milli Parki“, einen Nationalpark von 38.000 ha Ausdehnung, geschützt. Sie stellen aufgrund ihres Arteninventars sowie ihrer Struktur und Biotop-Diversität für Wissenschaft und Forschung einen unschätzbaren Wert dar.


Global im Kontext der Klimaerwärmung betrachtet, sind die Bäume mit ihren hohen jährlichen Zuwachsraten an diesem optimal-klimatischen Waldstandort bedeutende Kohlendioxidspeicher. Auf regionaler Ebene erfüllt der Wald wichtige Funktionen wie Erosionsschutz, Schutz vor Überflutungen oder Hangrutschungen. Er hat einen positiven Einfluss auf das Regionalklima und stellt Trinkwasser zur Verfügung.

Bedingt durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und der mit ihr untergegangenen Kolchosen und Sowchosen sind die Wälder gegenwärtig jedoch einem hohen Nutzungsdruck ausgesetzt. Für die oftmals von Subsistenzwirtschaft lebenden Bewohner der Dörfer im Gebiet ist der Verkauf von meist illegal geschlagenem Brenn- und Bauholz oft die einzige Einnahmequelle. Hinzu kommt die besonders in der Umgebung der Dörfer starke Übernutzung der Wälder durch Waldweide und Schneitelungswirtschaft.

 

Gefördert durch die internationale Klimaschutzinitiative des BMU wurde das Restaurationspotential des Hyrkanischen Waldes untersucht sowie die Waldzerstörung und die damit einhergehende Degradierung dieses signifikanten Kohlenstoffspeichers wissenschaftlich bewertet.


Die Studie wurde gemeinsam mit dem Planungsbüro E.C.O. aus Klagenfurt durchgeführt und wird aktuell vom Ministerium für Ökologie und Natürliche Ressourcen Aserbaidschan hinsichtlich einer praktischen Implementierung erörtert.

 

 

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