CABNET – Central Asian Biodiversity Network

Aufbau von Hochschulpartnerschaften zur Erforschung und zum Schutz der Biodiversität zentralasiatischer Trockengebiete

In den Trockengebieten Turkmenistans, Usbekistans und Kasachstans sind viele Arten akut bedroht – vor allem durch Desertifikation, Überweidung und Wasserknappheit. Diese Herausforderungen können die Transformationsländer nur durch gemeinsame Strategien zur Erforschung und zum Schutz der Biodiversität bewältigen: Indem regionale Probleme und Lösungsansätze diskutiert und gemeinsame Zukunftskonzepte entwickelt werden. Dialog und Austausch zwischen Institutionen der zentralasiatischen Länder müssen dafür noch etabliert werden. Das Hochschulkooperationsprojekt CABNET (Central Asian Biodiversity Network) stellte dabei die fachliche Aus- und Weiterbildung und die Etablierung eines dauerhaften, nachhaltigen und vielfältigen Netzwerks zwischen den Partnerinstitutionen in den Mittelpunkt. Das Netzwerk wurde außerdem auf weitere wissenschaftliche und Nichtregierungsorganisationen ausgedehnt.

 

Schwerpunkte von CABNET waren der Auf- und Ausbau von Hochschulpartnerschaften, Süd-Nord und Süd-Süd Vernetzung durch gemeinsame Exkursionen und (Lehr-)Veranstaltungen, eine virtuelle Plattform, Wissens- und Methodentransfer durch gemeinsame Lehre und Forschung, Capacitybuilding für WissenschaftlerInnen, Studierende und MultiplikatorInnen sowie eine Evaluation der Machbarkeit eines „Exports“ des internationalen Studiengangs LENC (Landscape Ecology & Nature Conservation) der Universität Greifswald.

 

Bis Ende 2015 wurden mehrere Abschluss- und Doktorarbeiten fertig gestellt, für die Feldarbeit im Projektgebiet durchgeführt wurde. Die Themen umfassten Gebiete wie Grundwasserspiegel-Änderungen im kasachischen Ili-Delta, der natürlichen und anthropogenen Dynamik von Saxaul-Wäldern in der Ili-Balkhash Region, Vegetation, Landnutzung und Landnutzungswandel im Ili-Delta, insbesondere der Schilfnutzung und Fischerei, Arbeiten zur mikrobiellen Vielfalt und mikrobiellen interspezifischen Konkurrenz bestimmter funktioneller Bakteriengruppen innerhalb des Balkhash Sees in Kasachstan, sowie Reproduktionsmustern und genetischer Diversität bei Gagealutea (Wald-Goldstern). Darüber hinaus gab es auch Forschungsaufenthalte für Doktorarbeiten am Institut für Botanik und Landschaftsökologie zur Abstimmung mit den Betreuenden.

 

Neben verschiedenen Reisen zu Projektanbahnung mit der NGO Khorezm Rural Advisory Support Service (KRASS) nach Urgentsch und Almaty zum Voranbringen neuer Projektideen sind vertiefte institutionelle Partnerschaften entstanden. Beispielsweise konnte die Unterzeichnung eines MoUs mit dem Botanischen Institut der Akademie der Wissenschaften und eines weiteren MoUs mit dem Institute of Deserts, Flora and Fauna in Ashgabat (Turkmenistan) zum Schutz der Tugaiwälder entlang des Amudarja erwirkt werden.

 

Bei der CABNET Abschlusskonferenz im November 2014 wurde deutlich, wie viel an Impulsen und Kooperationsinitiativen durch CABNET angestoßen wurde. Alle Seiten betonten ihr Interesse an einer Weiterführung und dem Aufbau auf den nun existierenden Netzwerken.

Das Projekt CABNET begann 2010 und lief über vier Jahre. Es ist am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald angesiedelt. Die wichtigsten Partner sind die Nationale Universität Al-Farabi in Almaty/Kasachstan, die Eurasian Universität L.N. Gumilev in Astan /Kasachstan, die Akademie der Wissenschaften in Ashgabad/Turkmenistan und das Forschungszentrum für Forstwirtschaft und Gartenanbau in Tashkent/Usbekistan. Die Michael Succow Stiftung unterstützt das Projekt.

 

CABNET wurde im Rahmen des DAAD-Maßnahmenpakets „Qualitätsnetz Biodiversität'' aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

 

 

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Projektkoordination

Jens Wunderlich, email: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de