Kalkmoore Brandenburgs

Erhalt und Wiederherstellung kalkreicher Niedermoore in Brandenburg

 

Mit Beginn des Jahres 2010 startete im Land Brandenburg das EU-LIFE-Projekt „Kalkmoore Brandenburgs“, in das die Michael Succow Stiftung als einer von fünf Projektpartnern eingebunden ist. Träger ist der NaturSchutzFonds Brandenburg.

Waren Kalkmoore vor 100 Jahren in ganz Nordostdeutschland noch weit verbreitet, gilt es im Rahmen des Projektes heute, die letzten verbliebenen Reste dieses Lebensraumtyps vor dem endgültigen Verschwinden zu bewahren.

In den kommenden fünf Jahren sollen deshalb die noch gut erhaltenen Kalkmoore stabilisiert, das heißt der Wasserhaushalt verbessert werden. Für geeignete Teilflächen werden darüber hinaus gemeinsam mit Landnutzern Pflegekonzepte erarbeitet, um bedrohten Pflanzenarten einen Lebensraum zu bieten und in Brandenburg bereits ausgestorbene Kalkmoor-Arten wieder ansiedeln zu können. Das Projekt leistet somit auch einen Beitrag, Moorflächen als natürliche Kohlenstoffspeicher zu reaktivieren. In insgesamt 14 brandenburgischen Kalkmooren werden in den kommenden Jahren entsprechende Renaturierungsmaßnahmen stattfinden.

Eines der herausragenden Projektgebiete befindet sich im Naturschutzgebiet „Großer Gollinsee & Bollwinwiesen“. Hier besitzt die Michael Succow Stiftung zurzeit mehr als 100 ha Flächeneigentum am Rande des Bollwinfließes. Es handelt sich dabei um eines der besterhaltenen Kalkmoore Nordostdeutschlands. Vielerorts haben hier bereits Biber zu einer Wiedervernässung der Moores beigetragen. Dennoch befinden sich mancherorts noch intakte Grabensysteme, die, ehemals zur Gewinnung von Wiesenflächen angelegt, das Moor bis heute schädigen. Diese sollen im Rahmen des Projektes zurückgebaut werden.

 

Drei Projektphasen sind vorgesehen, um die Ziele zu erreichen. In der ersten Stufe werden Eigentümer und Flächennutzer über die Projektziele und beabsichtigte Maßnahmen informiert und um ihre Zustimmung gebeten. Alternativ wird den Eigentümern angeboten, ihre Flächen für Zwecke des Naturschutzes an den jeweils vor Ort aktiven Projektpartner – am Bollwinfließ also die Michael Succow Stiftung – verkaufen zu können. Auch werden in dieser Phase Untersuchungen durchgeführt, um genauere Erkenntnisse über den aktuellen Gebietszustand zu erlangen.

In einer zweiten Stufe werden auf den Flächen, die für Projektmaßnahmen gesichert werden konnten, nutzungsbezogene Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehören u.a. Hagerungsmahd, mit der überschüssige Nährstoffe abgeschöpft werden sollen, Gehölzentnahmen und die Einrichtung von Weiden einschließlich Erwerb von Tieren. Wenn überhaupt, werden derartige Maßnahmen am Bollwinfließ aber nur sehr kleinflächig durchgeführt werden.

In der dritten Stufe werden schließlich Maßnahmen umgesetzt, die der Stabilisierung von Gebietswasserständen und der Wiederansiedlung von Pflanzenarten dienen.

Zwischenzeitlich konnten am Bollwinfließ erste Privatflächen erworben und so für das Projekt gesichert werden. In diesem Zusammenhang erweist sich als Glücksfall, dass die Michael Succow Stiftung allein aus dem Nationalen Naturerbe weitere 90 ha im Bollwintal und seinem unmittelbaren Umfeld übernommen hat.

Über Details zum Projekt informiert die Internetseite www.kalkmoore.de.

 

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Projektkoordination:

Stefan Schwill, email: stefan.schwill(at)succow-stiftung.de