EUKI – Paludikultur in den baltischen Staaten

Potential für Klimaschutz durch wirtschaftliche Nutzung wiedervernässter Moore

Die baltischen Staaten (Estland, Lettland und Lithauen) beherbergen 21,000 km2 Moorfläche, welche zu mehr als 50% entwässert und degradiert ist. Sie alle sind unter den TOP10, der Europäischen Union, für die Länder mit den höchsten Treibhausgasemission aufgrund von entwässerter Moorfläche (Lettland 5. Platz, Estland 8. Platz und Litauen 9. Platz). Durch Wiedervernässung von Mooren und Einführung von klimafreundlicher Landwirtschaft (Paludikultur) werden wesentliche Emissionen verhindert. Paludikultur erzeugt dabei einen doppelten Minderungseffekt durch:
1) Reduzierung von Landnutzungs-basierten Emissionen (LULUCF), da Wiedervernässung die Zersetzung des Torfes stoppt und
2) Ersetzung fossiler Ressourcen durch nachwachsende Biomasse.

 

Um die Hemmnisse in Angriff zu nehmen, strebt das Projekt folgende Punkte an:
1) Eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung wiedervernässter Moore im Baltikum für Paludikultur, um fossile Ressourcen, wie zum Beispiel Weißtorf als Substrat im Erwerbsgartenbau durch Torfmoos-Frischbiomasse, oder fossile Brennstoffträger durch Schilfbiomasse, auf EU Märkten zu ersetzen
2) Stakeholder-Dialoge und Kapazitätenbildung zu Paludikultur-Anwendungen, internationaler Kenntnisaustausch in Europa
3) Unterstützung einer Anpassung der Rahmenbedingungen in nationaler und EU-Politik für eine angepasste standortgerechte Landnutzung.

 

Dadurch wird das Projekt potentielle Paludikultur-Flächen in den baltischen Staaten identifizieren und priorisieren und das Potential von Paludikultur für Klimaschutz herausstellen. Es wird außerdem das Bewusstsein verschiedener Stakeholder für die Möglichkeiten und den Nutzen einer standortsgerechten Bewirtschaftung von wiedervernässten Mooren (in Paludikulturen), über die reinen Schutzziele hinaus, steigern. Es werden Kapazitäten aufgebaut, um Pilotprojekte zu Paludikultur zu planen und umzusetzen und neue Märkte für Produkte zu eröffnen. Außerdem wird es Empfehlungen für weiterentwickelte Rahmenbedingungen für Paludikultur geben. Ein vielseitiger Stakeholder-Dialog wird initiiert.

 

Partner des Projektes sind: die Michael Succow Stiftung (MSS), die estnische Stiftung für Natur (ELF), die litauische Stiftung für Natur (LFN) und Subunternehmen nach Ausschreibung in Lettland. Politische Partner sind: das Ministerium für Umwelt in Estland, das Ministerium für ländliche Belange in Estland, das Ministerium für Umwelt in Litauen, das Ministerium für Landwirtschaft in Litauen und das Ministerium für Umweltschutz und regionale Entwicklung in Lettland. 

 

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Das Projekt wird gefördert durch:

 

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Projektkoordination:

Andreas Haberl, E-mail: andreas.haberl(at)succow-stiftung.de