Georgien

Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines UNESCO-Biosphärenreservates in Kakheti

Bisher gibt es in Georgien kein einziges Biosphärenreservat. Die reiche natur- und kulturräumliche Ausstattung sowie zahlreiche traditionelle schonende Landnutzungsformen bieten dem Land aber gute Voraussetzungen, Biosphärenreservate einzurichten. Besonders die ostgeorgischen Provinz Kakheti enthält mehrere Schutzgebietskomplexe und ist ein wichtiger Raum für die noch erhaltene mobile Weidewirtschaft mit Schafen. Ein Biosphärenreservat könnte dazu beitragen, beides besser zu erhalten und zu vereinbaren. Mit dem Projekt der Internationalen Klimainitiative "Biosphärenreservate als Modellregionen für Klimaschutz und -anpassung – Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines UNESCO-Biosphärenreservates" zu dessen Vorbereitung bei.

 

Biosphärenreservate (im Rahmen des UNESCO Man and Biosphere-Programms, MaB) unterstützen eine sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltige regionale Entwicklung. Sie sind auch ein vielversprechendes Instrument, um dem Klimawandel zu entgegnen, indem sie Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen entwickeln und testen und somit die Widerstandsfähigkeit klimavulnerabler Regionen wie in Ostgeorgien stärken. Im Rahmen des abgeschlossenen Projektes „Studie zu Potential und Machbarkeit einer Ausweisung von Biosphärenreservaten in Georgien“  wurde Kakheti von einer nationalen Arbeitsgruppe für eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines Biosphärenreservate ausgewählt.

 

Die Machbarkeitsstudie der Succow-Stiftung und der georgischen NGO NACRES in Zusammenarbeit mit dem georgischen Ministerium für Umwelt und Naturressourcenschutz konnte zahlreiche positive Voraussetzungen für die Einrichtung eines Biosphärenreservates in Ostgeorgien identifizieren. Einige UNESCO-Kriterien sind sogar bereits erfüllt. Die Michael Succow Stiftung erarbeitete gemeinsam mit Bewohnern des Gebiets und Verantwortlichen auf regionaler und nationaler Ebene mehrere Szenarien für ein solches Biosphärenreservat. Das Szenario, welches das komplexe System der Wanderweidewirtschaft von den Sommerweiden in Tusheti bis zu den Winterweiden in Vashlovani mitsamt Korridor abdeckt, fand dabei die größte Zustimmung und soll das langfristige Ziel für das Biosphärenreservat sein. Es könnte die traditionelle Landnutzung der mobilen Schafhaltung (Transhumanz) in Kakheti am effektivsten unterstützen und helfen, verschiedene Probleme zu lösen.

 

Das georgische Umweltministerium will die Entwicklung eines Biosphärenreservates in Kakheti auf Basis der Machbarkeitsstudie nun weiter vorantreiben. Die Michael Succow Stiftung wird im Rahmen des neuen Projekts auch in 2017 beratend dabei unterstützen. Das Verständnis des UNESCO-BR-Konzepts soll gestärkt werden und die Kapazitäten vor Ort zur Umsetzung eines BR-Entwicklungsprozesses und verwandter Projekte bedürfen weiterer Entwicklung. Beides soll im Projekt auf nationaler sowie auf lokaler Ebene angegangen werden.

 

Geplant sind Studienreisen in bestehende Biosphärenreservate in Europa, Netzwerkaufbau mit Biosphärenreservaten und Akteuren des MaB-Programms.  Das Wissen und die Auseinandersetzung mit spezifischen für die mögliche Einrichtung und Nominierung eines Biosphärenreservats wichtigen Themen (bspw. Management und Governance, Kooperationsmechanismen, Zonierung) soll mit Diskussionen, Workshops und Studien gestärkt werden. All das soll helfen, eine gemeinsame und klare Vision und Zielstellung für das mögliche Biosphärenreservat festzulegen. Dies wird dazu dienen, einen Plan für die Aufbauphase des Biosphärenreservates zu verabschieden, welcher mit allen Stakeholdern gemeinsam erarbeitet wird.

Projektpartner vor Ort ist die NGO REC Caucasus (Regional Environmental Centre). Das Projekt wird im Programm “Capacity development for climate policy in the Western Balkans, Central and Eastern Europe and Central Asia, Phase II” der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) GmbH finanziert.

 

 

 BMUBGIZtl_files/img/logos/Logo REC Caucasus.png

          

 

 

Projektkoordination:

Sophie Hirschelmann, email: sophie.hirschelmann(at)succow-stiftung.de