Greifswalder Agrarinitiative

Die ehrwürdige Universitäts- und Hansestadt Greifswald und ihr Umland haben in der Geschichte schon viele Veränderungen und Umbrüche bewältigt. Die Landwirtschaft ist dabei immer eine Konstante geblieben und Teil der vorpommerschen Identität und Heimat – Landwirte prägen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft rund um Greifswald.

Die Hanse- und Universitätsstadt Greifswald, die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Peter-Warschow-Sammelstiftung und die Domgemeinde St. Nikolai besitzen im Umland der Stadt Greifswald gemeinsam etwa 10.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und damit eine besondere öffentliche Verantwortung. Im Rahmen der Greifswalder Agrarinitiative haben sich diese institutionellen Landeigentümer Anfang 2013 auf Anregung der Michael Succow Stiftung als Projektpartner zusammengeschlossen, um zu prüfen, ob und wie die Bewirtschaftung der eigenen Flächen zukünftig noch stärker am Leitbild der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden kann.

 

Die Pächter dieser Flächen leisten viel, das Eigentum der Projektpartner liegt in verantwortungsvollen Händen. Bewährtes zu erhalten und neue Herausforderungen zu meistern, das gelingt am besten gemeinsam und partnerschaftlich. Im Dialog miteinander liegt die Chance, Antworten auf aktuelle und drängende Fragen zu finden: Wo liegen die besonderen Schätze in der Landschaft und den Dörfern, die es unbedingt zu erhalten gilt? Wo könnte die Kulturlandschaft wieder bereichert werden, z.B. durch naturnahe Hecken, Säume und Raine? Wo bestehen Nutzungskonflikte (z.B. zwischen Landwirtschaft und Erholungsnutzung), die einer langfristigen Lösung bedürfen? Sind Maßnahmen zum Schutz des Bodens und der Wasserqualität erforderlich und möglich? Welche Möglichkeiten für mehr dauerhafte landwirtschaftliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze bestehen in der Region? Wie können landwirtschaftliche Unternehmen bei erforderlichen Investitionen unterstützt werden?

 

Die direkt Beteiligten sind eingeladen und aufgefordert, ihr Wissen und ihre Ideen beizusteuern. Die Greifswalder Agrarinitiative ist kein fertiges Konzept. Menschen kommen zusammen, damit sinnvolle und (auch ökonomisch) tragfähige Maßnahmen identifiziert werden und, wo immer möglich, das Machbare angegangen wird. Dabei denken Landeigentümer und Landnutzer auch in langfristiger Perspektive und nehmen ihre Verantwortung ernst. Was in und um Greifswald gelingt, kann als Modell weit über die Region hinaus Beachtung finden.

 

Die Greifswalder Agrarinitiative wird von den Landeigentümern und Landnutzern getragen, durch die Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur koordiniert und durch das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald wissenschaftlich begleitet. Erste Zwischenergebnisse u.a. aus Betriebsbefragungen liegen bereits vor und werden 2015 weiter konkretisiert.

 

Die Etablierung der Greifswalder Agrarinitiative wurde gefördert aus Mitteln der

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Projektleitung:

Thomas Beil, email: thomas.beil(at)succow-stiftung.de