Halbinsel Melow

Hydrologische Stabilisierung eines Küstenüberflutungs- und Durchströmungsmoores

 

Die knapp 20 ha große Halbinsel Melow am Südufer des Strelasunds nahe Stralsund bietet einen repräsentativen Ausschnitt der vorpommerschen Boddenküste: Sie besteht aus einem 10 ha großen Moränenhügel, der von der großflächigen vorpommerschen Grundmoräne durch eine Moorniederung abgetrennt ist. Durch jahrzehntelange Entwässerung und Nährstoffeintrag wurde das Moor in der Vergangenheit schwer beeinträchtigt. Die Halbinsel wurde im Rahmen des Nationalen Naturerbes an die Michael Succow Stiftung übertragen. Mit gezielten Maßnahmen will die Stiftung den Wasserabfluss aus dem Moor reduzieren und dieses dadurch stabilisieren. Die angestrebten möglichst naturnahen Wasserverhältnisse sind die Voraussetzung dafür, einen weiteren Abbau des noch vorhandenen Torfkörpers zu stoppen und die vermoorte Niederung wieder zu einem wertvollen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten zu machen.

 

Als Teil des FFH-Gebietes „Greifswalder Bodden, Teile des Strelasunds und Nordspitze Usedom“ gehört die Fläche Melow auch zum Landschaftsschutzgebiet Boddenküste am Strelasund. Die mineralischen Teile des Gebietes mit Magerrasen befinden sich heute überwiegend in extensiver Beweidung, die Moorniederung ist nahezu flächendeckend von Schilfröhricht bedeckt.

 

Wie in den meisten Moorgebieten Deutschlands und Europas wurden auch hier im vergangenen Jahrhundert durch Entwässerung mooriger Standorte Grünlandflächen für die landwirtschaftliche Produktion gewonnen. Gräben entwässerten das Moor dauerhaft und führten zu einer Degradierung des Torfkörpers. Seit etwa 20 Jahren wird die Senke nicht mehr genutzt. Als typische Folge machte sich großflächige Verbuschung breit. Obwohl die seitdem nicht mehr gepflegten Gräben teils zugewachsen sind, entwässern sie weiterhin. Zusätzlich belasten Nährstoffeinträge aus den im Süden angrenzenden Ackerflächen das Moor.

 

Eine von der Stiftung vergebene und betreute Diplomarbeit untersuchte Gebiet und Moor (Brokate, B. 2010). Sie zeigte: Auf der Fläche Melow hatte sich ein Durchströmungsmoor entwickelt. Es ist zurückzuführen auf Grundwasseraustritte an den Moränenhängen und ist periodisch vom Brackwasser des Strelasunds beeinflusst. Das Alternieren von Brack- und Süßwassereinfluss erklärt die Moorentstehung. In der Region ist dies nur selten anzutreffen.

 

Durch Heckenbepflanzungen und den Verschluss des Süßwasserabflusses in den Strelasund will die Michael Succow Stiftung den Nährstoffeintrag reduzieren und hydrologische Stabilität für neue Torf- und Habitatbildung schaffen. Dazu wird eine Kammerung des Hauptgrabens durchgeführt und Stichgräben werden kaskadierend verschlossen. Alle Maßnahmen sind sorgfältig abzustimmen, insbesondere auch mit den Belangen der angrenzenden Nutzer.

 

Die Kurt-Lange-Stiftung ermöglicht die Wiedervernässungsmaßnahme und finanziert die ingenieurstechnische Vorplanung sowie die Pflanzung von Gehölzen.

 

Projektkoordination:

Thomas Beil, email: thomas.beil(at)succow-stiftung.de