Naturschutzstation auf der Insel Koos

Das "Ronald Abraham Haus" für junge Naturschützer auf der Insel Koos

 

Das Naturschutzgebiet „Insel Koos, Kooser See und Wampener Riff“ liegt 10 km nordwestlich von Greifwald. 1.560 ha groß umfasst es Küstenüberflutungs- und Flachwasserareale. Die sogenannten Küstenüberflutungsmoore sind charakteristisch für die Boddenküste, aber durch Eindeichungen und Entwässerung seit Mitte 20. Jh. größtenteils zerstört. Nach der Ausdeichung der Karrendorfer Wiesen konnten 360 ha wieder einer natürlichen Küstendynamik zurückgegeben und in das bestehende NSG integriert werden. Tier- u. Pflanzenarten sind an die vorherrschenden extremen Bedingungen angepasst und viele gefährdet, z.B. Kleine Sumpfsimse oder die Wechselkröte, die landes- und bundesweit auf der Roten Liste aufgeführt sind.
2019 erwarb die Michael Succow Stiftung die einzige Privatimmobilie auf der Insel, um den Schutz des Gebietes im Gedenken an Ronald Abraham sicher zu stellen. Der Mitarbeiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern und engagierte Naturschützer bewohnte das Haus auf der Insel Koos und betreute das Gebiet gleichzeitig im Sinne des Naturschutzes. Im Dezember 2017 verlor er durch einen tragischen Jagdunfall sein Leben.
Seit Beginn 2019 leisten je zwei Bundesfreiwillige bei der Michael Succow Stiftung ihren Dienst als Naturwarte im ehemaligen Wohnhaus – und der nunmehr neuen Naturschutzstation.

 

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Sie erledigen Aufgaben im praktischen Naturschutz, bauen z.B. Zäune und legen einen Insektenfreundlichen Garten um die Station an. Vor allem aber behalten sie die Naturschätze der Insel im Auge.
Sie zählen Wasservögel, Brutvögel, Meeressäuger und Amphibien und schaffen damit eine Datengrundlage für zukünftige Naturschutzmaßnahmen u. wissenschaftliche Arbeiten. Ab April erfassen sie die Bruten von Säbelschnäbler, Rotschenkel und Kiebitze auf den weitflächigen Salzgrasländern des Gebiets.
Die Präsenz der beiden Naturwarte dient gleichzeitig dem Schutz der empfindlichen Arten und ihres Nachwuchses. Obwohl das Betreten des NSG streng verboten ist, ist das Gebiet überregional bei Landschaftsliebhabern für seine Einzigartigkeit bekannt und zieht mittlerweile jährlich 30.000 Besucher an. Immer wieder streunen einige Gäste abseits der Wege oder gehen baden, was im Naturschutzgebiet untersagt ist. Jäger überschreiten die Schutzgebietsgrenzen zuweilen bei der Gänsejagd und auch Wassersportler stören Vögel in dortigen Nahrungs- und Brutgewässern.

Die Naturschutzwarte wollen aber auch sensibilisieren für die Schönheit und Verletzlichkeit des Gebietes. Ab April werden monatliche Exkursionen durch die angrenzenden Karrendorfer Wiesen angeboten, in deren Rahmen vor allem die Vogelwelt im Jahresverlauf beobachtet werden kann. Im Frühjahr ziehen bis zu Hunderttausend Blässgänse, unzählige Kiebitze, Gold- und Sandregenpfeifer, Alpenstrandläufer, Kampfläufer, Bekassinen, Zwerg- und Temminckstrandläufer auf ihrem Weg zwischen Winter- und Brutquartier durch das Schutzgebiet. Im Herbst kommen sie auf ihrem Rückweg nochmals vorbei. Dann nutzen auch bis zu 10.000 Kraniche die Flachwasserbereiche als Schlafplatz. Der Seeadler lässt sich ganzjährig erspähen. Die aktuellen Termine finden in der Spalte rechts oder auf unserer Startseite unter „Aktuelles“.

Kontakt:
Bitte beachten Sie, dass das Betreten der Insel Koos streng verboten ist.
Anfragen können Sie per E-Mail gerne an inselkoos(at)succow-stiftung.de richten.

 

KURT-LANGE-STIFTUNG

 

BERNHARD UND URSULA PLETTNER STIFTUNG

 

BRISTOL STIFTUNG

Unsere Naturschutzwarte

Nele Scheebaum und Joachim Harr (Foto: Nina Seifert)

 

Vom Kiwi zum Kiebitz - nach dem Erwerb des Abiturs im Jahr 2017 in Niedersachsen zog es Nele Scheebaum (20) ans andere Ende der Welt. Nach 10 Monaten Work and Travel in Australien und Neuseeland arbeitet sie nun als Naturschutzwart auf der Insel Koos. Die Zeit als Bundesfreiwillige nutzt sie um sich aktiv für Naturschutz einzusetzen und um sich bestmöglich auf einen ökologisch geprägten Studiengang vorzubereiten. Zu ihren Aufgaben als Bufdi zählen Schutzgebietsbetreuung, Vogelbestandserfassung, Aufbau der Inselstation und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Raus aus dem Labor und rein in die Natur – Joachim Harr (23) hat 2014 das Abitur an einem allgemeinbildenden Gymnasium in Baden-Württemberg erworben und direkt im Anschluss B. Sc. der Biochemie in Tübingen studiert. Zum Wintersemester 2019/20 wird er das Zweitstudium der Veterinärmedizin aufnehmen. Um die Zeit bis dahin sinnvoll zu überbrücken und um Ausgleich zum theorielastigen Studium zu erleben, engagiert er sich als Bufdi. Zu seinen Aufgaben als Naturschutzwart auf der Insel Koos zählen Schutzgebietsbetreuung, Vogelbestandserfassung, Aufbau der Inselstation und Öffentlichkeitsarbeit.