Kaliningrad – Zehlau Moor

Hintergrund

Die bilaterale Zusammenarbeit im Umwelt- und Naturschutzsektor zwischen Deutschland und Kaliningrad, Russland, hat eine lange und erfolgreiche Tradition. Auf dieser Grundlage sollte ein geplantes russisch-deutsches Kooperationsprojekt helfen, die Klimarelevanz, die ökologische und historische Bedeutung des Zehlau-Moors zu analysieren, und die sich daraus ergebenden Handlungsmöglichkeiten darzustellen. Neben der kulturhistorischen Bedeutung als eines der ehemals ältesten deutschen Naturschutzgebiete ist das Zehlaumoor (russisch: „Zehlau“, „Osjorskij“) als Hochmoor von hoher ökologischer Bedeutung und hat als potentielle CO2-Senke eine hohe Klimarelevanz. Gleichzeitig hat das Gebiet in den letzten Jahrzehnten unter Moorbränden, Abholzung und Ölförderung gelitten. Wissenschaftliche Zustandsuntersuchungen und eine Abschätzung der aktuellen sowie potentiellen Klimarelevanz fehlen jedoch bisher. Das Zehlau Moor ist Eigentum des Russischen Abwehrministeriums. Ein Schutzgebietsstatus wurde in den letzten Jahren geplant, aber nicht umgesetzt.

 

Zielsetzung und Anlass

Im Rahmen des Projektes wurden der Zustand des Moores und seine Klimarelevanz bewertet, und Möglichkeiten zum Schutz des geschichtsträchtigen Gebietes erkundet. Empfehlungen zur Verbesserung des Schutzes und zum Erhalt dieses bedeutenden Moor-Naturschutzgebietes in Bezug auf die Vermeidung von CO2-Ausstoß bzw. den Erhalt der CO2-Senkenfunktion dieses Ökosystems wurden erarbeitet.

 

Durchführungsorganisation und Kooperationspartner

Die Implementierung des Projektes wurde in enger Zusammenarbeit mit relevanten russischen Behörden abgestimmt. Projektträger war die Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur. Darüber hinaus waren folgende Kooperationspartner an der Umsetzung beteiligt:

  • NGO Naturerbe, Kaliningrad,
  • Universität Kaliningrad,
  • Ökologisch-historisches Museum Wystiter See, Kaliningrad.

 

Zeitrahmen und Arbeitsschritte

Für die Bearbeitung der Projektinhalte war eine Laufzeit von einem Jahr vorgesehen. In dieser Zeit wurden folgende Arbeitsschritte umgesetzt:

  • Moorökologische Untersuchungen und Einschätzung der Klimarelevanz.
  • Zustandsanalyse und Empfehlungen zur Verbesserung des Schutzregimes bezüglich der Vermeidung von CO2-Ausstoß bzw. der Senkenfunktion für CO2.
  • Kartographische Darstellung der Ergebnisse, Erstellung von Informationsmaterial.
  • Empfehlungen zur naturverträglicher Tourismusentwicklung
  • Weiterbildung eines/einer Kaliningrader Student/in an der Universität Greifswald zum Thema Moorökologie und Klimaschutz.

Die Ergebnisse dieser Arbeitsschritte wurden zum 100-jährigen Jahrestag der ersten Unterschutzstellung der Zehlau auf den Deutsch-Russischen Umwelttagen vom 13.- 15.10.2010 in Kaliningrad vorgestellt. Damit konnten sie einen Beitrag zu der bilateralen Zusammenarbeit im Umwelt- und Naturschutzsektor zwischen Deutschland und Kaliningrad, Russland, leisten.

 

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das Bundesamt für Naturschutz und das Umweltbundesamt im Rahmen des Beratungshilfeprogramms für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas.

 

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Weitere Informationen zum Projekt

Ein Projektinformationsblatt finden Sie hier zum Download.