Küstenmoore der Karibik

Bedeutung für Biodiversität, Abschwächung des Klimawandels,  Küstenschutz und Lebensgrundlage des Menschen

Küstenmoore in der Karibik stellen im Hinblick auf den Rückgang von Habitaten gefährdeter Arten, Zerschneidungen der Lebensräume und der Langzeitspeicherung von Kohlenstoff wichtige ökologische Funktionen bereit. Intakte Küstenökosysteme, einschließlich Küstenmooren, besitzen eine wichtige Rolle im Schutz gegen extreme Wetterereignisse z.B. Hurrikane, die in Zeiten des Klimawandels immer häufiger und stärker auftreten. Korallenriffe brechen die größten Wellen vor der Küste, Mangrovenwälder stabilisieren mit Hilfe ihrer Wurzeln die Böden der Küstenlinie, und Küstenmoore wirken schlussendlich als Pufferzone zwischen Salz- und Süßwasser. Moore speichern Süßwasser wie riesige Schwämme, blockieren gleichzeitig das Eindringen von Salzwasser im Aquifer und stellen eine durchgängige Wasserversorgung über das ganze Jahr für lokale Gemeinden sicher, indem sie Perioden von Wasserknappheit in trockenen Jahreszeiten überbrücken. Deshalb sind sie ein Schlüsselökosystem für die Anpassung an den Klimawandel.

 

Die Entwässerung von Küstenmooren verursacht Emissionen von Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre, aufgrund der Oxidation von Torfschichten und dem Herauslösen darunterliegender Karbonate, welche typischerweise in Küstenmooren vorkommen. Dieser Prozess läuft unter tropischen Klimabedingungen sehr schnell ab und begünstigt das Risiko, dass katastrophale Brandereignisse während der Trockenperioden entstehen. Des Weiteren führt die Zersetzung von Torfboden zur Absenkung der Geländeoberkante. In Verbindung mit dem Anstieg des Meeresspiegels verursacht dies irreversible Landverluste. Nicht zuletzt ist die Schönheit der Moorlandschaften eine Bereicherung für die zukünftige Entwicklung von Öko-Tourismus in der Region.

tl_files/images/PhotoGalerien-Projektseiten/Karibische Kuestenmoore/Natural Caribbean coastal ecosystems act as natural barriers in coastal protection.png

 

Jedoch gibt es Hinweise, dass viele der Küstenmoore in der Karibik (darunter Bahamas, Kuba, Dominikanische Republik, Haiti, Jamaica, Mexiko (Yucatan), Panama und Puerto Rico) in schlechtem Zustand sind und unter Degradierungsprozessen leiden. Mit dem Projekt "Strategische Umweltdialoge zu karibischen Küstenmooren" leitet die Michael Succow Stiftung, Partner des Greifswalder Moor Centrums, eine Serie von Umweltdialogen mit Experten, lokalen Akteuren und Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft dieser Länder. Ziel ist es, das Verständnis für Moorökologie und Ökosystemdienstleistungen zu verbessern und für die karibische Gesellschaft verfügbar zu machen.

 

Inhalt des Projektes ist eine Studie anhand von Sekundärmaterial über Moore in der Karibik sowie „Round-table-talks“ mit Experten in den Schlüsselländern. Zudem werden Prioritäten in Restaurationsmaßnahmen festgelegt und politische Dialoge über den Schutz von Küstenmooren initiiert.

tl_files/img/logos/logo_bmub_nki_dt.jpg  tl_files/img/logos/Logo-Succow-Stiftung_ohne_text.jpg     tl_files/img/logos/GMC_partner-dt.jpg

Projektkoordination:

Jan Peters, E-mail: jan.peters(at)succow-stiftung.de