Kasachstan - Bewertung des Naturschutzpotentials am Nördlichen Aralsee

Machbarkeitsstudie und Projektentwicklung für ein Schutzgebiet

 

Der Aralsee, ehemals viertgrößter See der Erde und größer als die Schweiz, hat inzwischen mehr als 85% seiner Wasserfläche verloren.  Nördlicher und Südlicher Aralsee sind dadurch zu getrennten Seen mit sehr unterschiedlicher Entwicklung geworden. Am (kleinen) nördlichen Aralsee steigt der Wasserspiegel seit 2006 wieder und der Salzgehalt des Wassers sinkt. Ein Damm schafft dort die Grundlage für eine effiziente und gesunde Wassernutzung: Landwirtschaft und Fischerei profitieren davon und schaffen bessere Lebensbedingungen für die Bevölkerung. Um diese Entwicklung zu fördern, arbeitet die Michael Succow Stiftung an einer Machbarkeitsstudie für ein Schutzgebiet am nördlichen Aralsee.

 

Gerade die Nordwestküste des nördlichen Aralsees besticht durch eine kontrastreiche Kombination unterschiedlichster Landschaftselemente: Am Rande der Plateaus fallen die Kliffs bis zu 100 m zur See-Ebene ab. Dem Besucher bietet sich ein beeindruckender Ausblick auf die weite Fläche des Wasserkörpers des kleinen Aralsees, der sich trotz seiner turbulenten Geschichte regeneriert. Die Kliffs sind reich an seltenen Vogelarten. Leider sind die Ökosysteme um den Aralsee aber auch durch Weidenutzung und eine unkontrollierte Bildung von Feldwegen und andere ökonomischen Aktivitäten bedroht.

 

In einem Brief an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im November 2011 beschrieb das kasachische Umweltministerium den Plan, die Küste des Kleinen Aralsees als ein Gebiet von besonderer Bedeutung für die biologische Vielfalt in Form eines Nationalparks oder Biosphärenreservats auszuweisen. Gleichzeitig äußerte das Umweltministerium den Wunsch nach Beratung und Zusammenarbeit bei der Ausweisung und Implementierung dieses neuen Schutzgebiets am Kleinen Aralsee.

 


Um diesen Wünschen entgegenzukommen verfolgt die Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur im Rahmen des beantragten Projekts folgende Projektziele:

  • Analyse politischer Rahmenbedingungen und der Interessenslage verschiedener Stakeholder,
  • Bewertung des Naturraum- und Entwicklungspotentials an der Nordwestküste des Kleinen Aralsees zwischen Aralsk und Kulandy,
  • SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats) auf Basis der zuvor erhaltenen Ergebnisse und Diskussionen,
  • Schlussfolgerung bezüglich der Machbarkeit für ein Schutzgebiet.

 

Im Falle der positiven Beantwortung der Frage der Machbarkeit soll ein Projekt für die Einrichtung eines Schutzgebiets am kleinen Aralsee entwickelt werden. Der Umfang des Projekts und der Planung wird sich nach den Interessen der nationalen Partner richten. Ergebnis dieser Projektplanung soll eine Übersicht über die nächsten einzuleitenden Schritte sein, die den nationalen Partnern und der Michael Succow Stiftung als Basis für die Beantragung von weiteren Fördermitteln und der Projektdurchführung dienen werden.

 

Diese Machbarkeitsstudie wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das Bundesamt für Naturschutz und das Umweltbundesamt im Rahmen des Beratungshilfeprogramms für den Umweltschutz in den Staaten Zentralasiens, Mittel- und Osteuropas.

BMU    BfN              UBA

 

Projektkoordination:

Sebastian Schmidt, email: sebastian.schmidt(at)succow-stiftung.de

 

Weitere Informationen zum Projekt

Ein Projektinformationsblatt finden Sie hier zum Download.