Kirgistan - Erweiterungspotential des Schutzgebietsnetzwerks im Biosphärenreservat Issyk-Kul

Ein Großteil der Landesfläche Kirgistans befindet sich im Gebirgssystem des Tienschan (chinesisch: Himmelsgebirge). Die Flächen für Garten- und Ackerbau sind damit begrenzt. Dementsprechend ausgedehnt sind Beweidungspraktiken mit Sommer- und Winterweiden in Hoch- und Tieflagen und einer komplexen Weiderotation.

 

In dem facettenreichen Hochgebirgslebensraum des zentralen Tienschan befindet sich in ca. 1.600 m Höhe der zweitgrößte Hochgebirgssee der Erde, der Issyk-Kul (heißer See). Die Tiefe von 700 m, der leichte Salzgehalt und zahlreiche warme Quellen machen das Zufrieren im Winter weitestgehend unmöglich. Dieses Naturphänomen sowie der immense Fischreichtum machen den See und seine malerische landschaftliche Einbettung in die 7.000er Berge des Tienschan zu einem bedeutenden Zugvogelrastgebiet.

 

Die ökologische Einzigartigkeit dieses Lebensraumes und dessen Bedeutung sowohl für die Lokalbevölkerung als landwirtschaftliche Nutzfläche als auch für den Tourismus führten in den 1990er Jahren zu dessen Ausweisung als UNESCO Biosphärenreservat mit dem Anspruch einer weitgehend ökologisch nachhaltigen Regionalentwicklung.

 

Das Biosphärenreservat beinhaltet mehrere Kernzonen, deren Fläche entsprechend der UNESCO-Kriterien 3% des Gesamtterritoriums ausmachen und in denen jegliche menschliche Eingriffe untersagt sind. Viele endemische Arten sind an den Lebensraum des Tienschan gebunden und werden in den Kernzonen des Biosphärenreservates streng geschützt. Im gesamten Tienschan sind ca. 4.000 Pflanzenarten beschrieben, von denen rund 1.400 endemisch sind.

 

Amur Darja und verbessert damit die Lebensgrundlagen für die Menschen in der Zielregion sowie die ökologische Leistungsfähigkeit des Auen-Naturraumes. Dadurch geht es eines der Kernprobleme der regionalen Kooperation an. Die Restauration von versalzten Böden, und der Anbau von halophytischen Büschen und annuellen Pflanzen zur Heunutzungkönnen zur Erreichung verschiedener Ziele wie beispielweise der Reduktion des Wasserbrauches, einer Verringerung des anthropogenen Drucks auf die natürlichen Habitate sowie zur Entwicklung von Anpassungsstrategien führen. Durch die Bereitstellung neuer Einkommensquellen und im Kontext einer Biosphärenreservatsentwicklung wird so eine Modellregion für nachhaltigere Landnutzungspraktiken etabliert und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Natur- und Biodiversitätsschutz gestärkt.

 

Regional ausführende Behörden: in Turkmenistan – Nationales Institut für Wüste, Flora und Fauna (NIDFF) unter dem Naturschutzministerium; in Uzbekistan – NGO KRASS. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

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Projektkoordination:

Jens wunderlich, email: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de

 

Weitere Informationen zum Projekt

Ein Projektinformationsblatt finden Sie hier zum Download.