Ökosystemfunktionen von Mooren der Hochgebirge Kirgistans

Abschätzung des Bestandes und der Nutzungsgefährdung

Die Hochgebirgsmoore Kirgistans sind traditionelle Sommerweiden. Durch intensive Beweidung werden Böden verdichtet und die Vegetation zum Teil zerstört, außerdem entwässern einfache Grabensysteme Moore bis in die Hochlagen. Da in Kirgistan mit den gebirgigen Flächen Böden mit sehr geringen Humusgehalten überwiegen, ist die Kohlenstoff-Konzentration je Fläche in intakten Mooren und organischen Böden am höchsten. Außerdem bieten sie besonders gefährdeten Arten wie dem Wachtelkönig, der Mehlprimel und zahlreichen Orchideenarten Lebensraum. Solche Ökosystemdienstleistungen können Moore aber nur bei nachhaltiger Nutzung auch weiterhin erfüllen. Durch Überweidung, Entwässerung und teilweise auch durch Torfabbau sind sie gefährdet und es werden klimarelevante Gase freigesetzt.

 

In Kirgistan sind die Landnutzer nicht sensibilisiert für das Thema. Das liegt unter anderem an praktischen Aspekten des Weidemanagements und an fehlendem Spezialwissen. In der universitären Ausbildung sind Fragen des Umwelt- und Ressourcenschutzes stark unterrepräsentiert. Die flächenmäßige Verteilung der Hochmoore in den Hochgebirgen und generell im Land war bisher unbekannt. Projektziel war daher die Verbesserung des Wissens über die Ökosystemdienstleistungen und Klimarelevanz von Mooren und organischen Böden im Hochgebirge Kirgistans und die Sensibilisierung relevanter Akteure für deren Gefährdung. Es wurde eine satellitenbildgestützte Methode entwickelt, um Lage und Größe dieser Hochgebirgsmoore zu ermitteln und ihre Gefährdung einzuschätzen. Während eines dreimonatigen Feldaufenthaltes wurden Bodenprofile angelegt und Vegetationsaufnahmen durchgeführt sowie Kohlenstoff- und Stickstoffbindung von mehreren kirgisischen Hochgebirgsmooren gemessen. Für Testgebiete im Naryn-Oblast wurden das Weidemanagement und mögliche Gefährdungen der Ökosystemdienstleistungen bewertet.

 

Anhand dieser Ergebnisse entwarfen die Projektpartner in enger Kooperation mit lokalen Partnern und Landnutzern Leitlinien für ein klimaangepasstes Weidemanagement und wendeten sich mit Politikberatung und Bewusstseinsbildung an Entscheidungsträger auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei wurden außerdem Verknüpfungen und mögliche Interventionsfelder unter den Maßnahmen der Landnutzung und Forstwirtschaft des Kyotoprotokolls identifiziert.

 

Das Projekt wurde im Rahmen des Vorhabens „Capacity Development für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik in Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien“  als Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) gefördert. Es wurde unter Leitung der Forschungsgruppe Bodenkunde und Standortlehre an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin gemeinsam mit der Michael Succow Stiftung, Informus GmbH, Camp Alatoo und in Kooperation mit dem Ministerium für Landwirtschaft in der Kirgisischen Republik sowie der Kirgisischen Nationalen Agraruniversität durchgeführt.

 

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf dieser Internetseite.

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Projektkoordination Michael Succow Stiftung:

Jens Wunderlich, email: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de