Marion Dönhoff Fellowship in der Michael Succow Stiftung

Marion Dönhoff mit Michail Gorbatschow„Vor allem im Bereich der Wirtschaft herrscht bedenkenlose Maßlosigkeit. Immer wieder heißt es, Wachstum sei notwendig als Antwort auf Armut und Unterentwicklung. Nicht bedacht wird, dass Wachstum unter Umständen ärmer macht, weil die ökologischen Kosten (noch mehr abgeholzte Wälder, noch mehr CO2, noch mehr Giftstoffe für die Landwirtschaft) den Nutzen aus dem Wachstum übersteigen. Wir verbrauchen das Kapital kommender Generationen […].“

 Aus: Marion Gräfin Dönhoff: Zivilisiert den Kapitalismus – Grenzen der Freiheit, Stuttgart 1997

 

Immer wieder hat Marion Gräfin Dönhoff auf die Schattenseiten des Kapitalismus, des unbegrenzten Strebens nach Wachstum hingewiesen. Ein Herzensanliegen war ihr außerdem die Zusammenarbeit mit Deutschlands östlichen Nachbarländern und die Förderung junger Menschen.

 

Die Marion Dönhoff Stiftung finanziert daher ein Fellowship-Programm der Michael Succow Stiftung: Das Marion Dönhoff Fellowship soll in den Feldern Umweltjournalismus, politische Ökologie und nachhaltige Entwicklung Aufklärung und kritische Auseinandersetzung unterstützen. Gefördert werden Personen und Organisationen, die sich in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion themenspezifisch engagieren. Ganz im Sinne von Marion Dönhoff geht es darum, Eigeninitiative zu stärken – und das Bewusstsein des Einzelnen, für die Gesellschaft und das Gemeinwohl mitverantwortlich zu sein.

 

Programmziele:



  • die kritische Analyse und Auseinandersetzung mit umwelt- und nachhaltigkeitsrelevanten Themen wird gestärkt,
  • ein kritischer Ost-West Dialog zu Umwelt und Nachhaltigkeit wird unterstützt,
  • die publizistische Auseinandersetzung mit entsprechenden Themen wird gefördert,
  • regionale und internationale Netzwerke werden unterstützt.

Eine Integration von menschenrechtsrelevanten Themen in den Umweltdialog wird dabei explizit angestrebt.

 

Kriterien für die Vergabe

Das Programm ist ausgelegt als Fellowship für Post-Graduate Studierende mit Berufserfahrung sowie Aktivisten zivilgesellschaftlicher Netzwerke und Gruppen. Die Zielregion sind post-sowjetische Staaten, inklusive des Süd-Kaukasus und Mittelasien. Die Fellows sollen während ihres Aufenthaltes in Deutschland ein selbst gewähltes Thema entsprechend der Programmziele eigenständig aber mit Unterstützung der Michael Succow Stiftung bearbeiten.

 

Die Ergebnisse des Aufenthaltes und der Analyse/Bearbeitung eines Themas sind anschließend zu veröffentlichen. Die Publikation ist Teil der Förderbedingungen.

 

Die Fellowship-Dauer beträgt bis zu fünf Monate für einen Studien- und Arbeitsaufenthalt in Deutschland. Gefördert werden bis zu vier Einzelpersonen jährlich.

 

Aufenthaltsort der Fellows sind neben der Michael Succow Stiftung in Greifswald bis zu zwei weitere Einsatzstellen. Die Michael Succow Stiftung bemüht sich um eine Bereitstellung von Kontakten und die Organisation vor Ort.

 

Bewerbungsverfahren

Die Bewerbungen sollen per E-Mail jeweils zum 01.07. und 01.01. des Jahres erfolgen. Die Bewerber sollten zwischen 25 und 38 Jahre alt sein. Voraussetzung sind gute Kenntnisse der englischen oder deutschen Sprache in Wort und Schrift. In Einzelfällen und bei hervorragender Eignung der Kandidatin/des Kandidaten können russischsprachige Bewerbungen akzeptiert werden.

 

Bewerbungsunterlagen (alle in englischer oder deutscher Sprache):

  • Motivationsschreiben (eine Seite)
  • Projektbeschreibung des zu bearbeitenden Themas (maximal drei Seiten)
  • Lebenslauf
  • Kopie/Scan des Reisepasses

Kontakt:
Fanny Mundt, email: fanny.mundt@succow-stiftung.de