Moorrevitalisierung in der Sernitz-Niederung

Verbesserung der Brut- und Nahrungshabitate für Schreiadler, Wachtelkönig und Seggenrohrsänger im EU-Vogelschutzgebiet Schorfheide-Chorin in Brandenburg

 

Neben dem Projekt „Kalkmoore Brandenburgs“ ist die Michael Succow Stiftung seit 2012 Partner in einem weiteren EU-Life-Projekt im Nordosten Brandenburgs. Schwerpunkt ist die Optimierung der Lebensräume der hochgefährdeten Arten Schreiadler, Wachtelkönig und Seggenrohrsänger im EU-Vogelschutzgebiet Schorfheide-Chorin, das in großen Teilen deckungsgleich mit dem gleichnamigen Biosphärenreservat ist. Projektträger ist das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) des Landes Brandenburg.

 

Die Michael Succow Stiftung stellt dem Projekt ihre Eigentumsflächen im Sernitz-Quellmoor und der angrenzenden Sernitz-Niederung bei Greiffenberg, nördlich von Angermünde, zur Verfügung. Die insgesamt mehr als 170 ha hat die Stiftung Anfang 2013 im Rahmen des Nationalen Naturerbes von der BVVG übernommen.

 

Ziel auf den Stiftungsflächen ist es, die natürlichen Wasserverhältnisse möglichst weitgehend wiederherzustellen bzw. die Wasserstände soweit wie möglich anzuheben. Wo es sinnvoll und machbar ist, sollen die vernässten Areale landwirtschaftlich genutzt werden - ökologisch nachhaltig ohne entwässernde Maßnahmen (Paludikultur). In der Sernitz-Niederung könnte das voraussichtlich v.a. die Ernte von Schilf sein. Auf kleineren Flächen – insbesondere in Ortsnähe – ist die Wiederherstellung artenreicher Feuchtwiesen vorgesehen. Große Teile des Gebietes sollen zudem dauerhaft der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Im Ergebnis soll sich ein vielfältiges Lebensraummosaik herausbilden, in der auf unterschiedliche Weise genutzte Bereiche neben künftigen Wildnisflächen liegen.

 

Zunächst finden in ersten Teilen des Gebietes vorbereitende Arbeiten zur Wiedervernässung statt: Schilfröhrichte werden gemäht, um einen genauen Überblick zu noch existierenden Gräben zu erhalten. Grabenverschlüsse werden geplant und dafür benötigte Mengen an Torf ermittelt. Ziel ist es, dieses Material über Flachabtorfungen zu gewinnen. Dabei wird der entwässerungsbedingt degradierte Torf an der Mooroberfläche abgeschoben und in die Gräben verbracht. Der degradierte Torf hat wasserstauende Eigenschaften, so dass die damit verfüllten Gräben ihre bisherige Funktion verlieren. Auf der anderen Seite werden auf den abgetorften Flächen nährstoffarme, gering zersetzte Torfe die neue Mooroberfläche bilden. Diese bieten einer Vielzahl inzwischen selten gewordener Pflanzenarten einen Lebensraum. Eine artenreiche und heterogen strukturierte Pflanzenwelt wiederum ist Voraussetzung für eine arten- und individuenreiche Insektenfauna und damit Nahrungsgrundlage auch für die Zielarten des Projektes.   

 

Weitere Informationen zum Projekt bietet die Internetseite www.lifeschreiadler.de.

 

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Projektkoordination:

Stefan Schwill, email: stefan.schwill(at)succow-stiftung.de