Weißrussland

Die Forschungskomponente im Klima- und Biodiversitätsprojekt

Wiedervernässung und nachhaltiges Management von Mooren – Ein Klimaschutzprojekt mit Vorteilen für Wirtschaft und Biodiversität


Im Rahmen unseres Projektes „Wiedervernässung und nachhaltiges Management von Mooren“ in Weißrussland, finanziert durch die Internationale Klimaschutzinitative des BMU, führen wir eine Bandbreite von Forschungsaktivitäten durch. Unsere Mitarbeiter modifizieren dabei gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Greifswald und zwei jungen CIM (Centrum für Internationale Migration) Experten vor Ort (beide Greifswalder Absolventen) das GEST (Greenhouse gas Emission Site Type) Model. Das GEST Model basiert auf dem in Greifswald entwickelten Vegetationsformenkonzept, also der Verknüpfung von Wasserstufe, Vegetationstyp und Nährstoffangebot der jeweiligen Fläche.


Die Emissionswerte vieler West- und Nordeuropäischer Moor- und Moornutzungstypen sind durch eine Metastudie bekannt. Ausgehend von dieser Situation verbinden wir Vegetationsform mit Emissionstyp - als adäquate Näherung, um Emissionen und/oder deren Vermeidung nach Wiedervernässung qualitativ und quantitativ nachzuweisen. Fehlende Daten zu Emissionstypen ergänzen wir hierbei durch eigene Treibhausgasmessungen in Weißrussland. Dabei bauen wir ein junges Forscherteam auf, welches die Arbeit vor Ort auf eine breite Basis stellt und ein nationales Kompetenzzentrum werden kann.


Partner bei diesen Tätigkeiten ist das ZALF in Müncheberg (Prof. Jürgen Augustin), die Universität Greifswald (Prof. Hans Joosten und John Couwenberg) sowie Frau Dr. Franziska Tanneberger. 


Neben der marktreifen Entwicklung des GEST Models ist die Weiterentwicklung von Methoden der Fernerkundung zur Klassifizierung von Feuchtgebietsvegetation ein weiteres Tätigkeitsfeld unserer Arbeit in Weißrussland. Diese Qualifizierung wird nach Fertigstellung eine weitere preisgünstige und großflächig einsetzbare Möglichkeit der Baseline Kartierung oder des Vegetationsmonitorings nach Wiedervernässung bieten.


Die Auswirkungen der Vernässung auf die Biodiversität, speziell auf das Vorkommen des Seggenrohrsängers (Acrocephalus paludicola), werden ebenso untersucht wie die Produktivität verschiedener Moorstandorte - letzteres zum Zweck der Rentabilitätsberechnungen für eine potentielle Implementierung "nasser Landwirtschaft", der Paludikultur.

 

 

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Projektkoordination:

Wendelin Wichtmann, email: wendelin.wichtmann@succow-stiftung.de