Moorschutz durch internationale Klimaschutzmechanismen

Anreize für Schutz, Wiedervernässung und nachhaltige Nutzung von Mooren durch Mechanismen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC)

 

Moore sind die bedeutendsten terrestrischen Kohlenstoffreservoirs. Torfböden nehmen lediglich 0.3% der globalen Landfläche ein, sind jedoch, da große Teile für Waldbau, Landwirtschaft und Torfgewinnung entwässert wurden, derzeit für ungefähr 6% der anthropogenen CO2-Emissionen verantwortlich. Bis vor kurzem wurden diese Fakten in der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und im Kyoto-Protokoll völlig vernachlässigt. Die meisten Länder haben die Treibhausgas-Emissionen aus Mooren außer Acht gelassen und die bestehenden, zumeist freiwilligen Aktivitäten zur Emissionsreduktion nicht genutzt.

 

Auf dem Weltklimagipfel in Durban 2011 einigten sich die Staaten auf die Einführung der neuen Aktivität „Feuchtgebietsentwässerung und Wiedervernässung“, um Moore als Hotspots von Treibhausgas-Emissionen in der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls ab 2013 stärker in den Fokus zu nehmen. Aufgrund der geringen Kenntnis über die Emissionen aus Mooren haben viele Länder jedoch Vorbehalte, diese Aktivität anzuwenden. Weitere UNFCCC-Mechanismen zur Anrechnung von Emissionen aus Mooren sind NAMAs (Nationally Appropriate Mitigation Actions), Joint Implementation (JI) und möglicherweise Clean Development Mechanism (CDM). Die benötigten Messungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungsstandards (MRV) im Moorbereich werden durch das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) erarbeitet. Daneben regen freiwillige Kohlenstoffmärkte zu Emissionsreduktion und internationalen Moor- und Klimaschutzinitiativen an.

 

Das Ziel des Projektes ist es, Entscheidungsträgern, UNFCCC-Delegationen und Wissenschaftlern aus den IPCC-Arbeitsgruppen zu Emissionsreduktion aus Mooren zu informieren und Zusatznutzen durch Moorschutz, -restauration und nachhaltige Nutzung herauszustellen. Es wird praktische Lösungen liefern, um Bedenken von Ländern mit technischen Defiziten in Hinblick auf MRV und Anrechnungsfragen entgegenzutreten. Das Projekt schafft damit Kapazitäten in moorreichen Ländern, die einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Emissionsreduktion leisten können. Es wird Länder, die im Anhang-I des Kyoto-Protokolls aufgeführt sind, anregen, Treibhausgasemissionen von Mooren durch die Auswahl der Aktivität „Feuchtgebietsentwässerung und Wiedervernässung“ in der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zu reduzieren und Entwicklungsstaaten dazu, Emissionen mit Hilfe anderer UNFCCC-Mechanismen wie CDM oder NAMAs oder auf freiwilligen Kohlenstoffmärkten zu verringern.

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) gefördert und gemeinsam von der Universität Greifswald, Wetlands International (WI, Niederlande), Climate Focus (Niederlande) und der Michael Succow Stiftung durchgeführt.

 

BMUGIZ

 

Projektkoordination:

Jan Peters, email: jan.peters(at)succow-stiftung.de