Weitere Wildnis-Inseln

 

 

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„Wo wir Natur nutzen, müssen wir klug mit ihr haushalten. Daneben müssen wir Räume sichern, in denen wir Natur gewähren lassen, ohne ihr materielle Produkte abzuverlangen. Erhalten und Haushalten, dassind die beiden Prinzipen, nach denen meine Stiftung handelt.“   Michael Succow

 

Die Bundesregierung beschloss 2005, noch einmal Naturschutzflächen im Umfang von bis zu 125.000 ha als ‚Nationales Naturerbe’ an Länder, Stiftungen und Verbände zu übertragen. Mit allein ca. 46.000 ha übernahm die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen Großteil des Nationalen Naturerbes, die Michael Succow Stiftung übernimmt in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ca. 350 ha. Dadurch können in Nordostdeutschland jetzt weitere Wildnis-Inseln entstehen.

 

Am 9. August 2011 wurde der Vertrag für 57 ha am Bolzer See und eine Waldfläche bei Wasdow am Trebeltal beurkundet. Der Wasdower Wald, ein Buchenwald mit eingestreuten Fichteninseln, zählt zu den wertvollen Bruthabitaten des Schreiadlers in Mecklenburg-Vorpommern. In den kommenden Jahren sollen die Fichtenbestände weitgehend entnommen werden, damit sich schnell eine natürliche Laubwaldentwicklung einstellen kann – abgesehen davon wird der Wald nicht genutzt und kann sich so zu Wildnis entwickeln.

 

Den Schwerpunkt der von der Stiftung übernommenen Flächen am Bolzer See bildet ein buchenreicher Mischwald mit kleinen Grünlandflächen. Ziel des Stiftungsengagements ist hier die Wiederherstellung des ehemaligen Binnenentwässerungssystems. Das heißt, der künstlich herbeigeführte oberirdische Wasserabfluss soll vollständig unterbunden werden.

 

Am 13.Oktober 2011 hat die Stiftung weitere 176 ha übernommen. Dabei handelt es sich vor allem um Flächen auf Süd-Rügen (Palmer Ort, Schoritzer Wiek, Dumsewitz), aber auch um Flächen auf dem Festland (Mannhagener Moor, Melow, Binsenberg). Auch für diese Flächen hat bereits die Planung von Renaturierungsvorhaben begonnen.

 

Vorläufig abgeschlossen wird die Übernahme von Flächen des Nationalen Naturerbes mit Übertragung von Flächen in Brandenburg. Vorgesehen sind dafür gut 280 ha, die zum einen am Bollwinfließ liegen und hier bereits bestehendes Eigentum der Stiftung abrunden. Am Bollwinfließ führt die Stiftung zurzeit umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen durch, um ein wachsendes Braunmoosmoor wieder herzustellen. Der größte Anteil der Brandenburger Flächen befindet sich mit ca. 170 ha in der Sernitz-Niederung. Gemeinsam mit dem Land Brandenburg wird auch hier ein großflächiges Renaturierungsprojekt vorbereitet, das insbesondere die Verbesserung der Lebensbedingungen von Schreiadler und Wachtelkönig zum Ziel haben wird.

 

Ähnlich wie auf den bisherigen stiftungseigenen Flächen soll sich der überwiegende Teil der 350 ha in möglichst ungestörter Dynamik zu Wildnisgebieten entwickeln. Kleinere Teilflächen werden als Grünland erhalten, welches als Rastplatz für Zugvögel fungieren soll.

 

Beim Management dieser neuen Gebiete ist insbesondere bei verschiedenen praktischen Arbeiten eine enge Zusammenarbeit mit dem NABU Mecklenburg Vorpommern geplant.

 

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Moorentwicklung auf den neu übertragenen Flächen des Nationalen Naturerbes wird finanziell unterstützt durch die Stiftung Feuchtgebiete.

 

Projektkoordination:

Nina Seifert, email: nina.seifert(at)succow-stiftung.de