Newsletter 01/2017

Mehr Moor im Klimaschutzplan 2050

Mitte November hat das Bundeskabinett den Klimaschutzplan 2050 beschlossen. Die Michael Succow Stiftung hat sich mit den weiteren Partnern im Greifswald Moor Centrum mit einer Stellungnahme in die Diskussion eingebracht. Nun hat es die darin enthaltenen für Moore relevanten Ziele und Maßnahmen analysiert.

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Deutschland setzte mit dem Klimaschutzplan 2050 international ein starkes positives Signal. Als erstes Land überhaupt hat es sich dieser Aufgabe gestellt und zeigt den Weg in ein fast treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050.
Der Klimaschutzplan beinhaltet Ziele und Maßnahmen für die Sektoren Energie, Gebäude, Mobilität, Industrie und Wirtschaft, Landwirtschaft sowie Landnutzung und Forstwirtschaft. Auch der Erhalt der Moore ist ein Ziel - ein vielversprechendes Zeichen, dass sich die Bundesregierung dem Problem der Moorentwässerung stellt!
Die Michael Succow Stiftung hat sich mit den weiteren Partnern im Greifswald Moor Centrum mit einer Stellungnahme in die Diskussion eingebracht. Nun hat es die darin enthaltenen für Moore relevanten Ziele und Maßnahmen analysiert. Das Fazit der Analyse Moore im Klimaschutzplan 2050: Auch wenn erste positive Schritte zum Moorschutz als effektivem Klimaschutz in der Landnutzung getan werden, fehlen konkrete Angaben für den Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft und damit auch für Emissionen aus organischen Böden. Entsprechende Moorschutzmaßnahmen müssen im Dialog der Akteure jetzt weiterentwickelt und konkretisiert werden. Nur so lässt sich das Gesamtziel einer nahezu kohlenstoffneutralen Gesellschaft bis 2050 erreichen. Genau dies versuchen die GMC-Partner mit dem Projekt MoorDialog voranzutreiben.

Zukunftsfähige Landnutzung

Initiative "Sauberer Ryck"

Wieder im Ryck baden gehen können, das wünschte sich 2015 OB-Kandidat Stefan Fassbinder schon im Wahlkampf und setzt sich – nun im Amt – mit der Initiative „Sauberer Ryck“ dafür ein. Die Greifswalder Agrarinitiative, koordiniert durch die Michael Succow Stiftung, das Greifswald Moor Centrum, das Geographie- und das Landschaftsökologie-Institut der Universität Greifswald, sowie der regionale Wasser- und Bodenverband setzten sich zum Thema an einen Tisch.

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Ein Symposium Anfang Dezember lieferte aktuelles Wissen zum Status quo. Fazit: Einen guten ökologischen Zustand hat der Ryck bei Greifswald nicht und das Problem geht natürlich über die Stadtgrenzen hinaus. Bei einer vorangegangenen Exkursion hatte sich das deutlich gezeigt: Der Oberlauf des Rycks ist stark technisch verändert, Ufergehölz ist selten. Es gelangen zu viele Nährstoffe aus gedüngten landwirtschaftlichen Flächen in den Fluss. Die Landwirte der Region sind also entscheidende Akteure, wenn sich am und im Ryck etwas tun soll. Hier bringt sich die Greifswalder Agrarinitiative ein, die sich gemeinsam mit Landeigentümern, Landnutzern und Wissenschaftlern der Uni Greifswald für eine nachhaltigere Landwirtschaft in der Region einsetzt. Ein weiteres Problem: Viele der Nutzflächen befinden sich auf trockengelegtem Moor. Der durch Entwässerung des organischen Bodens freigesetzte Stickstoff belastet den Fluss ebenfalls stark. Deshalb trägt das Greifswald Moor Centrum Expertise zu Mooren und ihrer Nutzung zur Initiative bei. Denkbar ist eine alternative nasse Nutzung von Moorböden (Paludikultur) im Greifswalder Umland. Diese könnte Nährstoffprobleme lindern und Biomasse von Moorböden liefern, die sich als Bau- oder Brennstoff verwerten lässt. Neben der Entwicklung von Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen will die Initiative nun auch die Öffentlichkeit einbeziehen. Angedacht sind Pflanzaktionen am Ufer, die Stadt plant einen Fotowettbewerb und ein „Rycktag“ für das kommende Jahr.

Mehr Nass geht nicht - Karrendorfer Wiesen

Natürlich nässer geht es kaum, wie das Bild zeigt: Das Hochwasser vom 4. Januar hat die Karrendorfer Wiesen vor den Toren Greifswalds fast gänzlich unter Wasser gesetzt. Das ist hier so gewollt, denn das 360 ha große Salzgraslandgebiet ist ein Küstenüberflutungsmoor. Seit der Renaturierung Anfang der 90er Jahre unterliegt das Gebiet wieder direkt dem Einfluss der Wasserstandsschwankungen des Greifswalder Boddens.

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Insbesondere bei anhaltendem Nord- und Ostwind kommt es zu großflächigen Überflutungen. Die Pflanzenwelt der Karrendorfer Wiesen ist an solche Verhältnisse angepasst, viele seltene Pflanzen- und Tierarten sind sogar darauf angewiesen. Im Sommer hilft die Mutterkuhherde eines Karrendorfer Landwirtes mit, dieses wertvolle Gebiet im jetzigen Zustand zu erhalten.

Ort der Biologischen Vielfalt 2017 gesucht!

Das Projekt Schatzküste sucht den "Ort der Biologischen Vielfalt 2017". Initiativen, Höfe oder Gemeinden können mitmachen und ein Fest der Biologischen Vielfalt gewinnen - die Organisation übernimmt die Michael Succow Stiftung.

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Mit einem Fest im Ort der Biologischen Vielfalt 2017 macht das Projekt Schatzküste das Engagement von Initiativen, Höfen und Kommunen zum Schutz ihrer Natur im Hotspot 29 (Rostocker Heide, Darß-Zingster Boddenküste, Hiddensee und Westrügen) sichtbar. Die Auszeichnung besteht aus dem Fest der Biologischen Vielfalt, dem Schatzküste-Wanderpokal und einem Baum des Jahres.
Machen Sie den Ort Ihres Engagements zum „Ort der biologischen Vielfalt 2017“! Beschreiben Sie uns Ihr Engagement formlos bis 28. Februar 2017 per Mail an info@succow-stiftung.de. Für den Gewinner finanziert und organisiert die Michael Succow Stiftung u.a. das "Fest der Biologischen Vielfalt", das sich der jeweiligen Umgebung anpasst, ob Strand, Moor oder Wald etc.. Ein „Markt der Vielfalt“ ergänzt das Fest. Der jährliche Regionalmarkt bietet Produkte und Dienstleistungen aus der Region rund um das Thema „Biologische Vielfalt nachhaltig nutzen“.

Mehr Moor - Nachrichten zu Moor- und Klimaschutz

RRR2017

Eine ganze Woche zu Paludikultur! Die Michael Succow Stiftung lädt als Partner im Greifswald Moor Centrum ein zur Paludikultur-Konferenzwoche vom 25. bis zum 30. September 2017 in Greifswald. Diese bietet eine nationale und eine internationale Tagung sowie Exkursionen und einen Workshop zu Torfmooskultivierung.

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Abstracts für Vorträge oder Poster können bis inkl. 28. Februar eingereicht werden. Ausstellungsraum für Firmen (Maschinen, Baumaterialien, Verlage etc.) und andere Organisationen ist in- und außerhalb der Tagungsräume vorhanden. Melden Sie sich für die nationale und/oder internationale Tagung sowie eine Exkursion an unter www.rrr2017.com. Sie erhalten damit auch regelmäßige Updates zur Konferenz.

Start für Reedbase

Die Deltas von Pruth, Dniester und Donau bieten großes Potential für nachhaltig erzeugte Schilfbiomasse. Das neue Projekt REEDBase soll mit einer Netzwerkplattform dazu beitragen, diese zu nutzen.

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ReedBASE geht in die Umsetzung! Das Projekt baut eine grenzüberschreitende Netzwerkplattform auf, die Innovationen und Förderung für ein nachhaltiges Management von Schilfbiomasse entlang der Unterläufe und Deltas der Flüsse Pruth, Dniester und der Donau verfolgt. Anfang November trafen sich Projektpartner aus der Ukraine, Moldawien und Rumänien mit Mitarbeitern der Succow Stiftung in Odessa. Erste Kontakte mit relevanten Stakeholdern wurden geknüpft. Die Umsetzung folgt dem im vergangenen BMUB Beratungshilfeprogramm finanzierten Projekt ReedBASE.

Global Peatland Initiative

Führende Experten und Institutionen schlossen sich Mitte November, während der Weltklimakonferenz (COP 22) in Marrakesch, zur Global Peatlands Initiative zusammen. Ziel ist es Moore als CO2-Speicher zu wahren und gleichzeitig Emissionen aus Mooren zu vermindern. Die Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, ist daran beteiligt.

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Ziel ist es, Moore weltweit als größte terrestrische CO2-Speicher zu bewahren, Emissionen aus Mooren mindern und den Moorschutz als entscheidenden Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele voranzutreiben.
Die Global Peatlands Initiative wurde von den Regierungen Indonesiens, Perus und der Republik Kongo sowie UNEP, FAO, EU JRC Science Hub, CIFOR, Wetlands International, UNEP-WCMC, GRID-Arendal, der Ramsar-Konvention, European Space Agency, WRI, Greifswald Moor Centrum and StarVision/Sateligence gegründet.

Schutzgebietsentwicklung - Nachrichten aus den internationalen Projekten

Pistazienprojekt zieht Bilanz

Pistazien aufgeforstet auf einer mehr als doppelt so großen Fläche als während der Projektplanung anvisiert – diese Bilanz zieht das Projekt „Wiederaufforstung der montanen Gebirgsstufe in der Taschkent Provinz“ zum Ende seiner Laufzeit. Mit 57,5 ha aufgeforsteter Fläche hat das Projekt „Wiederaufforstung der montanen Gebirgsstufe in der Taschkent Provinz“ ein alternatives und langfristiges Einkommen für ca. 30 Familien in der Region geschaffen und 8.280 Tonnen Kohlenstoff (tC) (pro zukünftigen vierzig Jahren) festgelegt.

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Das entspricht einer CO2-Kompensation in Höhe von 714.150 Euro, würde man etwa bei Atmosfair kompensieren, oder einem Äquivalent von 13.494 Flügen von Berlin nach Taschkent und zurück. Zusätzlich werden stark degradierte Standorte wieder zu abwechslungsreichen Habitaten für die heimische Flora und Fauna.
Den Erfolg des Projektes ermöglichte vor allem eines: Eine eingehende Kosten-Ertragsanalyse des Landnutzungswandels konnte Landwirte davon überzeugen, dass der Anbau von Pistazien langfristig deutlich ertragreicher und nachhaltiger ist als die Bewirtschaftung durch Viehhaltung und Weizenanbau. Ein im Projekt eingerichtetes „Pistazienverteilungszentrum“, ein landwirtschaftlicher Beratungsservice, steht über das Ende des Projektes hinaus interessierten Landwirten in der Region mit Beratung, Setzlingen und Trainings zur Seite. Anschluß finden interessierte Landwirte über die eingerichtete Website pistachio.uz.

Biosphärenreservat in Kakheti

Bisher gibt es in Georgien kein einziges Biosphärenreservat. In Kachetien soll ein Biosphärenreservat helfen, den Schutz der erhaltenen Natur und die traditionelle Weidewirtschaft mit Schafen zu unterstützen. Die Michael Succow Stiftung trägt durch Weiterbildungsmaßnahmen und Beratung bei den Vorbereitungen zur Einrichtung eines Biosphärenreservates mit einem Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative dazu bei.

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In einer Studie zu Potentialen für Biosphärenreservate belegte die Michael Succow Stiftung mit Partnern die guten Voraussetzungen zur Einrichtung von UNESCO-Biosphärenreservaten. Eine nationale Arbeitsgruppe wählte daraufhin die ostgeorgische Region Kachetien, speziell die Gebiete Tusheti und Vashlovani, für eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des ersten Biosphärenreservates aus. Die Michael Succow Stiftung unterstützt den Prozess im Jahr 2017 mit dem Projekt Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines UNESCO-Biosphärenreservates in Kakheti, um die Voraussetzungen für den Aufbau eines UNESCO-Biosphärenreservates zu schaffen. Studienreisen, Partnerschaften mit existieren Biosphärenreservaten und die Weiterentwicklung der formalen Voraussetzungen im Land sind geplant.

Memorandum of Understanding

Die Succow Stiftung hat ein neues Memorandum of Understanding (MoU) mit dem Institut für Flora und Fauna der usbekischen Akademie der Wissenschaften (IGPPA) unterzeichnet.

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Die Succow Stiftung hat ein neues Memorandum of Understanding (MoU) mit dem Institut für Flora und Fauna der usbekischen Akademie der Wissenschaften (IGPPA). Im IGPPA sind die Institute für Botanik und Zoologie der Akademie der Wissenschaften aus sowjetischer Zeit zusammengefasst. Heute ist das IGPPA die führende Einrichtung auf dem Gebiet der Biodiversitätsforschung in Usbekistan.
Die Vereinbarug ermöglicht es gemeinsam Forschung und Biodiversitätsmonitoring für Projekte wie CADI und CAViF durchzuführen und junge usbekische und deutsche Wissenschaftler in Ihrer individuellen Weiterbildung zu fördern.

Weitere Stiftungsnachrichten

Hundert Hundsrosen

Kalt aber strahlend war das Wetter beim Freiwilligeneinsatz am Palmer Ort Anfang Dezember. Stiftungsmitarbeiter und Studierende pflanzten über 100 Hundsrosen und Schlehen. Zum Glück war der Boden trotz Kälte noch nicht gefroren. So konnten neun Freiwillige bei wunderbarstem Winter-Sonnenwetter am Palmer Ort, dem südlichsten Zipfel Rügens, die Pflanzen in die Erde bringen.

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Die gepflanzten Sträucher sollen eine grüne Barriere bilden, denn der Ort ist einfach zu beliebt. Besucher können die Natur dort genießen, doch tiefe Fahrspuren zeugen von Bussen und Campingmobilen, die bis an den Strand gefahren werden. Die natürliche Hecke soll solche bleibenden Spuren und ein Aufscheuchen der dortigen Tiere in Zukunft verhindern.