Newsletter 01/2018

Rohrkolbenernte

Geballte Ernte half die Michael Succow Stiftung im Frühjahr einzufahren: Zwölf big packs voller Rohrkolben kamen Ende März bei der Ernte auf einer Fläche nahe dem Anklamer Stadtbruch zusammen. Bei viel Sonne halfen Freiwillige der Stiftung den nachwachsenden Rohstoff in die Säcke zu bringen. Die Biomasse von der nassen Fläche wird - verarbeitet in einen regionalen und nachhaltigen Dämmstoff - für Trockenheit und Wärme sorgen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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Eine eigener Typha-Tag, organisiert durch das Projekt MoorDialog und den Paludikultur-Pionier Aldert van Weeren, zeigte: Die innovative Verwertung eines nachwachsenden heimischen Rohstoffs vor Ort ist eine Pionierleistung in Mecklenburg-Vorpommern, die auf internationales Interesse stößt - zum Typha-Tag kamen zahlreiche Wissenschaftler und Praktiker aus den Niederlanden.

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Helfer bei der Rohrkolbenernte (Fotos: Marvin Manzenberger)

Zukunftsfähige Landnutzung

1. Humus-Fachtag

Humus macht Ackerböden fruchtbar, bindet zudem große Mengen an CO2 im Boden und - das ist das Gute - Humus lässt sich aufbauen! Für mehr regionale Information dazu veranstaltet das Projekt HumussaufAcker den 1. Humus-Fachtag Greifswald. Am 23. Mai kommen Praktiker, Experten und Wissenschaftler zusammen, um Wissen zu teilen, Aktivitäten anzuschieben und sich zu vernetzten. Landwirte stellen ihre Betriebe vor und berichten zu ihren Erfahrungen mit humusaufbauender Bewirtschaftung.

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Referiert wird u.a. zu Direktsaat, Zwischenfrüchten und Kompostdüngung. Diskutiert werden soll auch, wie ein angepasstes Humusmanagement im Raum Greifswald aussehen kann. Anmeldungen per E-Mail an humus(at)succow-stiftung.de.

Ort der Biologischen Vielfalt 2018

Die Gewinner im Wettbewerb Ort der Biologischen Vielfalt stehen fest: Anke und Olaf Braumann aus Ralow auf Rügen haben zusammen mit dem Hof Salomon mit der extensiven Bewirtschaftung ihrer Salzwiesen und der Pflege ihrer Streuobstwiese überzeugt. Würden sie die Flächen nicht beweiden lassen, würden diese z.B. von Schilf überwuchert und die ursprüngliche Salzgrasvegetation würde verschwinden.
Der Preis wird am 22. Juli 2018 beim 'Fest der Biologischen Vielfalt' im Freilichtmuseum Klockenhagen verliehen. Passend zum Engagement der Braumanns und des Hof Salomon steht das Fest unter dem Motto 'Feier den Bodden!'.

Mehr Moor – Nachrichten zu Moor- und Klimaschutz

Moor-Seminar von GMC und LUNG

Die Tagung „Landschaftsökologische Grundlagen der Moorkunde“ am 7. Juni richtet sich an Mitarbeiter von Forst- und Naturschutzverwaltung. Kostenfrei bietet sie praxisnahe Information z.B. zu Moortypen und ihrer Klassifizierung, zu ihrer Bedeutung für Biodiversität, Wasserhaushalt und Klimaschutz. Neben ihrem Schutz ist auch die mögliche nachhaltige Nutzung nasser Moore, genannt Paludikultur (lat. palus der Sumpf, cultura die Bewirtschaftung) ein Thema der Tagung.

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Diese findet von 10-17 Uhr in der Viehhalle (Speicherstraße 11, 18273 Güstrow) statt, gemeinsam organisiert von der Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) und dem Greifswald Moor Centrum, in dem die Stiftung Partner ist. Anmeldungen sind bis 31.5. per Anmeldeformular möglich.

Moore – erklärt für jedermann

„Rohrkolben in der Wand oder Torfmoos auf dem Teller?“ – Wie das geht, erklärte Susanne Abel, Projektkoordinatorin des MoorDialog,  am 19. April bei einer Vorlesung der Familien-Universität Greifswald, um Moore weiter ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Die Diplombiologin zeigte, dass Moore als Kohlenstoffspeicher einen immensen Beitrag zum Klimaschutz und zur biologischen Vielfalt leisten, Rohstoffe liefern und Erholung bieten.

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Schwerpunkte des Vortrages waren die Gefährdung und Zerstörung der Moore hauptsächlich durch Trockenlegung, die Wiedervernässung von Mooren und ihre mögliche nachhaltige Nutzung. Die Familien-Universität, eine Kooperation der Universität Greifswald und des Bürgerhafens, ermöglicht universales Lernen für alle Generationen.

Wanderausstellung im BfN

Vom 23. April bis 24. Mai ist die Wanderausstellung Moor, Klimaschutz und Paludikultur des Greifswald Moor Centrum, in dem die Stiftung Partner ist, im Foyer des Bundesamtes für Naturschutz (Konstantinstr. 110) in Bonn zu sehen. Sie erklärt, welchen Beitrag nasse Moore für den Klimaschutz leisten und wie wiedervernässte Flächen sich nachhaltig nutzen lassen. Die Wanderausstellung ist Teil des MoorDialog, einem Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

World Wetlands Day + Indonesischer Moorpreis

Für die Moor-Wissenschaftler des Greifswald Moor Centrum begann der Welttag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day 2.2.) mit einem Paukenschlag: Im indonesischen Jakarta vergab die dortige Regierung den mit 1 Million US-Dollar dotierten Indonesischen Moorpreis (Indonesian Peat Prize). Die Moor-Wissenschaftler des Greifswald Moor Centrum, in dem die Universität Greifswald und die Michael Succow Stiftung Partner sind, gehören zum Gewinner-Konsortium!

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„Das ist eine Auszeichnung auf internationalem Niveau und eine Bestätigung und Chance für unsere Forschung, den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Moore in Indonesien und weltweit“ sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, Moor- und Paläoökologe am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald und Mitbegründer des Greifswald Moor Centrum.

In Indonesien forschen er und sein Team seit 2006 zu Treibhausgasen, Entwicklungsgeschichte und Landnutzung von Mooren. Das Land hat wegen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung für Palmöl und Papierholz große Probleme. Für diese Monokulturen wurden tropische Moore großflächig trockengelegt. Die Folgen sind Degradierung, Landverlust, extreme Treibhausgasemissionen und verheerende Torfbrände. Diese haben in den letzten Jahren tausende Todesopfer und riesige Schäden im Land und in der gesamten Region verursacht. Die indonesische Regierung bekämpft diese klimaschädigenden Auswirkungen nun mit einem engagierten Programm, zu dem auch der Indonesische Moorpreis gehört. Mehr in der GMC-Pressemitteilung.

Das Projekt MoorDialog bot eine regionale Veranstaltung anlässlich des internationalen Tages der Feuchtgebiete, denn Greifswald ist umgeben von 780 ha Mooren. Diese können viel leisten für die Stadt: Sie filtern Luft und Wasser, sind Puffer bei Hochwasser, zudem Raum zur Naherholung und bieten sogar Einkommensmöglichkeiten. Im Greifswalder St. Spiritus gab es Informationen zur ersten umfänglichen Kartierung der Moore im Stadtgebiet und den Film Magie der Moore.

Schutzgebietsentwicklung – Nachrichten aus den internationalen Projekten

Biosphärenreservat in Kakheti

Das Projekt Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines UNESCO-Biosphärenreservates in Kakheti präsentierte seine Ergebnisse Ende Februar im neu gegründeten Agrar- und Umweltschutzministerium von Georgien. Die Teilnehmer aus der Region des geplanten Biosphärenreservates (Kakheti in Ostgeorgien) und verschiedenen Ministerien einigten sich auf ein Managementmodell und klärten die nächsten Schritte zur Einrichtung des Biosphärenreservats.

Für 1. Biosphärenreservat in Armenien

Ein Kick-off-Workshop startete das Projekt zur Entwicklung eines Biosphärenreservates in Armenien. Der Umweltminister Armeniens Artsvik Minasyan verkündete großes Interesse an der baldigen Einrichtung von Biosphärenreservaten im Land, nicht nur auf Seiten seines Ministeriums, sondern auf höchster politischer Ebene. Eine Steuerungsgruppe mit Vertretern vier verschiedener Ministerien zur Begleitung des Projektes wurde gegründet. Projektpartner ist das armenische Centre for Ecological-Noosphere Studies (CENS). Das Projekt wird gefördert durch BMUB via GIZ im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative.

Weitere Stiftungsnachrichten

See- und Küstenvögelkolloquium

Vom 9. bis 11. November organisiert die Michael Succow Stiftung das 12. Deutsche See- und Küstenvogelkolloquium mit der AG Seevogelschutz und dem LUNG MV. Die Veranstaltung in Greifswald soll insbesondere auch jungen Referenten ein Forum bieten, ihre Forschungsergebnisse vorzustellen und aktuelle Erfahrungsberichte aus den Schutzgebieten auszutauschen. Anmeldungen von Vorträgen und Postern nimmt Christof Herrmann (Christof.Herrmann@lung.mv-regierung.de) bis 31. Mai 2018 per E-Mail an. Der Tagungsbeitrag beläuft sich auf 25,- Euro.