Newsletter 02/2017

Flächen im Film

Fünf neue Filme stellen Flächen in Verantwortung der Stiftung vor - die werdende Wildnis am Palmer Ort, in Lanken, der Goor und dem Mannhäger Moor aber auch die erhaltenswerte Kulturlandschaft des Salzgraslandes Karrendorfer Wiesen. Folgen Sie Michael Succow ins Gelände und erfahren Sie mehr über die Stiftungsflächen aus dem Nationalen Naturerbe!

 

Zukunftsfähige Landnutzung

Landwirtschaftsberatung durch Greifswalder Agrarinitiatve

Ganz neu: Naturschutzberatung für Landwirtschaftsbetriebe vermittelt die Greifswalder Agrarinitiative (GAI) in Zusammenarbeit mit dem Ökoring e.V. Für Landwirte lohnt sich das Angebot, da sie die Beratungsförderung des Landes in Anspruch nehmen können. Eine Erstberatung wird fast gänzlich (100% netto) erstattet, lediglich die Mehrwertsteuer ist von Landwirten selbst zu tragen.

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Eine Beratung darf max. 1500 Euro kosten. Folgeberatungen unterstützt das Land zu 90 %.
Zu den Beratungsthemen gehören zum Beispiel die Förderung der Biologischen Vielfalt durch Blühstreifen, angepasste Bewirtschaftung sensibler Standorte, Optimierung bestehender Agrarumweltmaßnahmen. Das kann ein gut terminierter Schnitt auf Grünland sein, ein Verzicht auf mineralische Düngung oder die Anlage von Gewässerschutzstreifen. Ansprechpartner dazu ist der Projektkoordinator der Greifswalder Agrarinitiative Thomas Beil  (thomas.beil(at)succow-stiftung.de). Einen weiteren Beratungsschwerpunkt für Landwirte bietet das Greifswald Moor Centrum zu klimaschonender Moornutzung.

„Feier den Teich!“ - Ort der Biologischen Vielfalt 2017 steht fest!

Der Ort der Biologischen Vielfalt 2017 im Projekt "Schatz an der Küste" steht fest: der Hof Buschenhagen. Die Auszeichnung u.a. für die Renaturierung eines Teichs erhält der Hof beim Fest der Biologischen Vielfalt im Freilichtmuseum Klockenhagen. Erstmals gibt es dort auch den Markt der Biologischen Vielfalt.

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„Feier den Teich!“ heißt es dort am Samstag 9. September mit einem Vielfalts-Programm zum Zugucken und Mitmachen. Entdecke die Biologische Vielfalt am Teich mit dem selbstgebauten Kescher, pack‘ an beim Öko-Teich-Workshop oder mal‘ den Teich in Aquarell. Dazu können Besucher sich mit Limonade und anderen Köstlichkeiten erfrischen, natürlich alles bio. Die Geschichte vom Froschkönig gibt’s mal ganz anders und zudem viele Informationen zu Pflanzen wie Rohrkolben und Schilf als Baumaterialien.

Engagement zum Erhalt Biologischer Vielfalt ist einfach… vielfältig. Oft ist es jedoch wenig bekannt und erhält selten Anerkennung. Das Projekt Schatz an der Küste will das für die Region des Hotspot 29 der Biologischen Vielfalt – die einzigartige Küstenlandschaft zwischen Rostocker Heide und Vorpommerscher Boddenlandschaft – ändern. Fest und Markt der biologischen Vielfalt sollen die sensible wie erhaltenswerte Biodiversität vermitteln und erlebbar machen. Partner des Verbundprojektes Schatz an der Küste sind Michael Succow Stiftung, Ostseestiftung und weitere Organisationen.

 

Tag des Zugvogels

Am World Migratory Bird Day am 10. Mai lädt die Michael Succow Stiftung Vogelfreunde um 16 Uhr auf die Karrendorfer Wiesen. Treffpunkt ist der dortige Parkplatz. Zu beobachten sind Schilf- und Teichrohrsänger, Steinschmätzer, Rotschenkel und Säbelschnäbler.

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Zurück von ihren Winterquartieren in Subsahara-Afrika beginnen diese Langstreckenzieher ihre Brut in den Schilfbeständen oder auf dem Salzgrünland. Auch weitere Watvögel wie Bruchwasserläufer, Dunkler Wasserläufer oder Alpenstrandläufer sind auf ihrem Zwischenstopp vor den Toren Greifwalds zahlreich zu sehen und zu hören.
Das Salzgrünland der Karrendorfer Wiesen ist ein seltener Lebensraum, der ein wichtiges Bruthabitat für Wiesenbrüter darstellt. Gleichzeitig schützt es als heute wieder funktionierendes Küstenüberflutungsmoor die Küste, die sich durch die Akkumulation von Torf erhöht.

Mehr Moor - Nachrichten zu Moor- und Klimaschutz

MoorDialog bei Tag der Erneuerbaren Energien MV

Wie zukunftsfähige Energiegewinnung in MV aussieht, dafür möchte das Projekt MoorDialog am Tag der Erneuerbaren Energien ein Beispiel zeigen. Es lädt am Samstag, 29.04.2017 zwischen 10:00 bis 15:00 Uhr ein ins Heizwerk in Malchin – dem weltweit ersten Heizwerk für Biomasse aus Niedermooren. Dieses Heizwerk der Agrotherm GmbH (Basedower Str. 76, 17139 Malchin) wandelt Landschaftspflegeheu von wiedervernässten Flächen in Energie für die regionale Wärmeversorgung um.

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Am Energietag MV bietet das Projekt MoorDialog neben einer Führung auch eine Ausstellung zum Thema Paludikultur, der nachhaltigen Nutzung nasser Flächen, an. Dazu werden Beispielprodukte gezeigt. Wissenschaftler des Greifswald Moor Centrum stehen Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung. Hinter dem Biomasseheizwerk Malchin steht ein modernes Konzept: wirtschaftlich tragfähig, umweltschonend und mit sozialer Verantwortung. In Kooperation mit lokalen Landwirtschaftsbetrieben trägt das Heizwerk zum Erhalt der Kulturlandschaft am Kummerower See bei. Darüber hinaus ermöglicht die Nutzung der Biomasse der wiedervernässten Niedermoorflächen des Naturparks Peenetal regionale Wertschöpfungskreisläufe, nachhaltige Energiebereitstellung und doppelten Klimaschutz! Zum einen werden fossile Rohstoffe ersetzt, zum anderen Emissionen durch den Torferhalt der Moorflächen vermieden. Das Heizwerk Malchin wurde mit dem Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Den dortigen Tag der offenen Tür ermöglicht das Greifswald Moor Centrum im Rahmen des MoorDialog, einem Projekt der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Update RRR 2017

 

Mit der zweiten Ankündigung zur Paludikultur-Konferenzwoche Renewable Resources from Wet and Rewetted Peatlands 2017 (RRR2017) präsentiert das Greifswald Moor Centrum ein vielfältiges Exkursionsprogramm und mit Prof. Ab Grootjans, Prof. Hans Joosten und Faizal Parish prominent besetzte Keynotes.

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Die RRR2017 vom 25. bis zum 30. September 2017 bietet eine nationale und eine internationale Tagung, Exkursionen sowie einen Workshop zu Torfmooskultivierung.
Ausstellungsraum (drinnen und draußen) für Hersteller (Maschinen, Baumaterialien, Verlage etc.) ist vorhanden.
Melden Sie sich für die nationale und/oder internationale Tagung sowie eine Exkursion an unter www.rrr2017.com. Sie erhalten dann auch regelmäßige Updates zur Konferenz.

30 gute Gründe!

30 gute Gründe Moore zu schützen! (30 good reasons to safeguard peatlands!) heißt das aktuelle Dossier der Ramsar-Konvention. Es bündelt die Ergebnisse des internationalen Workshops „Peatland Conservation and Wise Use in the Context of Climate Change“, der im September 2016 an der internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm stattfand. Alle Präsentationen des Workshops, davon allein vier Beiträge des Greifswalder Moor Centrum, in dem die Michael Succow Stiftung Partner ist, sind jetzt verfügbar auf dem neuen Moor-Portal der Ramsar-Konvention.

Bilder von oben für Mahd am Boden

Für eine bessere Vorplanung der Mahdeinsätze 2017-2019 auf Modellstandorten für nasse Grünlandbewirtschaftung im Hotspot 29 Schatz an der Küste, den Radelseewiesen bei Markgrafenheide und im unteren Recknitztal bei Freudenberg, lieferte die Drohne hochwertiges Bildmaterial.

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Relief, Vegetation und Wasserstände können damit modelliert und Karten erstellt werden. Diese sollen Fahrern von Erntemaschinen helfen ihren Bewirtschaftungseinsatz zu optimieren. Auch eine Vertreterin des Stadtforstamtes Rostock kam zum Einsatz hinzu und zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten moderner luftbildgestützter Analyseverfahren, mit kleiner und leichter Drohnentechnik.

Moore in der EU-Politik

Das Projekt Moore im EU-Rechtssystem analysierte die Auswirkungen der politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen der EU auf Moore und organische Böden in den Mitgliedstaaten. Anhand der beiden moorreichen Länder Polen und Estland wurden die Effekte beispielhaft näher untersucht.

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Die abschließende Studie dazu ist nun als Skript (in Englisch) auf der Website des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zum Download verfügbar. Die Autoren der Studie sind Jan Peters (Greifswald Moor Centrum/Michael Succow Stiftung) und Moritz von Unger (Silvestrum).
Weitere Informationen zum Projekt bietet die Website des Umweltbundesamtes (UBA).

Schutzgebietsentwicklung - Nachrichten aus den internationalen Projekten

Ab in die Wüste!

Mit der nun gestarteten Central Asian Desert Initiative (CADI) setzt sich die Michael Succow Stiftung für den Schutz und die nachhaltige Nutzung winterkalter Wüsten in Zentralasien ein. Die winterkalten Wüsten Zentralasiens sind weltweit einzigartige Naturräume. Die riesigen Landmassen sind ein bedeutender Migrationsraum, u.a. für Vögel sowie die letzten großen wildlebenden Huftierarten, und erbringen unschätzbare Ökosystemleistungen.

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Trotz ihrer großen Bedeutung sind die winterkalten Wüsten laut einer Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN) das weltweit am wenigsten wahrgenommene Biom. Die winterkalten Wüsten sind das einzige Biom der Welt, in dem die UNESCO bisher keine Weltnaturerbestätte nominiert hat. Ebenso sind Gebiete mit Naturschutzstatus in diesen Wüsten deutlich unterrepräsentiert und unzureichend verwaltet.

Die winterkalten Wüsten sind aktuell durch massive Degradationsprozesse bedroht, woraus ein enormer, teilweise irreversibler Verlust an Habitaten und Arten resultiert. Die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen in der Region sind damit bedroht.

Vor diesem Hintergrund soll die „Central Asian Desert Initiative (CADI)“ dazu beitragen, die biologische Vielfalt und die Ökosystemleistungen der winterkalten Wüsten zu erhalten. Zielländer der CADI sind Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan, in denen sich 95% des Wüstenbioms befinden. Durch CADI soll die regionale Zusammenarbeit der Länder für gemeinsamen Schutz und nachhaltige Nutzung winterkalter Wüsten gefördert und über ein im Rahmen des Projekts eingerichtetes Wüsten-Sekretariat verstetigt werden.

Das Projekt baut auf der langjährigen wissenschaftlichen Forschung und Projekterfahrung der Michael Succow Stiftung in den Wüstenregionen Zentralasiens auf. Es wird gemeinsam mit der FAO umgesetzt und von der Universität Greifswald koordiniert. Eine Förderung bis 2019 erhält CADI durch die Internationale Klimaschutzinitiative des BMUB.

Im März 2017 reisten CADI Mitarbeiter der Michael Succow Stiftung und der Universität Greifswald in alle drei Zielländer. Neben politischen Gesprächen erfolgte hierbei v.a. eine Abstimmung der geplanten Aktivitäten – u.a. Maßnahmen zur Verbesserung des Managements bestehender und die Ausweisung neuer Schutzgebiete sowie die Nominierung eines UNESCO Weltnaturerbegebietes im Biom winterkalte Wüsten.

Studie zu Awash and Hallaydeghe-Asebot Nationalparken beendet

Im semi-ariden Tiefland Äthiopiens führte die Michael Succow Stiftung im vergangenen Jahr für die GIZ ein Projekt zur Unterstützung zweier Schutzgebiete durch: Die Nationalparke Awash und Hallaydeghe-Asebot (in Gründung) sind Lebensraum u.a. für Oryxe, Soemmering’s Gazellen und das bedrohte Grevy Zebra. Hauptlandnutzung ist nomadische Weidewirtschaft (Pastoralismus). Klimawandel und großflächige Umwandlung von Feuchtgebieten in Zuckerrohrplantagen führen zu einer zunehmenden Verknappung von Weideland, besonders in der Trockenzeit.

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Das führt zu einer Degradierung der verbliebenen Weiden in der Region und einer immer stärkeren Nutzung der Nationalparke für Beweidung. Die einstige Koexistenz von Wild- und Weidetieren in dieser Region wird zu Konkurrenz, Wildtiere verschwinden und Konflikte nehmen zu. Nach Felduntersuchungen im August und November 2016 wurde das Projekt mit einer Studie abgeschlossen. Ergebnis ist die Konzeption von einem Pufferzonenmanagement um die Nationalparke herum. Dabei liegt der Fokus auf partizipativem Weidemanagement. Nach dem Ansatz des Participatory rangeland management (PRM) sollen die Nutzungsrechte für definierte Weideflächen an die lokalen Gemeinschaften übertragen werden. Die Übernahme der Verantwortung für den Zustand der Weideflächen wird dadurch erhöht und unterstützt eine schonende Weidenutzung. Landschaften können sich regenerieren und bieten bessere Lebensbedingungen für die lokale Bevölkerung und auch die letzten verbleibenden Wildtiere.

Projekt im Dena-Biosphärenreservat fertiggestellt

Das Projekt Community-Based Adaptation to Climate Change in Dena Biosphere Reserve (Iran) hat mit einem Workshop geendet, bei dem Projektergebnisse geteilt und evaluiert wurden. Ebenso wurden Empfehlungen zu Management und Schutzstatus des Dena-Biosphärenreservats gegeben.

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Das Projekt förderte u.a. die Ausbildung von Frauen mit pädagogischem Hintergrund als Trainerinnen für Umweltbildung. Themen umfassten Klimaveränderung, Ökosystemleistung von Wald und Steppenlandschaft, das Konzept der Biosphärenreservate und auch Abfallwirtschaft. Die Frauen assistieren jetzt beim Jugend-Umwelt-Trainingsprogramm ausgewählter Schulen. Entsprechende Materialien für das Trainig der Kinder und Jugendlichen wurden ebenfalls im Projekt entwickelt.

Urwälder in den Karpaten

Gemeinsam mit Partnern hat die Michael Succow Stiftung große Flächen alter, unberührter Wälder oder Urwälder in entlegenen Gebieten der Karpaten gefunden. Davon gibt es in ganz Europa nur noch sehr wenige kleine Restflächen. Von alten Wäldern spricht man, wenn ihre letzte Nutzung lange zurück liegt. Urwälder zeigen gar keine Spuren menschlicher Eingriffe.

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Eine hohe Konzentration solcher Urwaldreste haben Experten in den Karpaten vermutet. Gemeinsam mit dem Karpatenprogramm des WWF hat die Michael Succow Stiftung im letzten Sommer und Herbst eine riesige Waldfläche auf Ursprünglichkeit untersucht. Inzwischen liegen die Ergebnisse vor: es wurden fast 20.000 ha weitgehend unberührter Wälder (Urwälder) neu gefunden und in Karten übertragen.
In dem Projekt im Rahmen des Beratungshilfeprogramms des Umweltbundesamtes haben Urwaldexperten eine Fläche von über 300.000 ha systematisch analysiert und Karten, lokale Informationen und Satellitenbilder ausgewertet. Große Teilgebiete mussten sie zu Fuß abgehen, um ihre Einschätzung zu überprüfen. Parallel haben Projektmitarbeiter den Entwurf für ein Moratorium ausgearbeitet, mit dem in den gefundenen wertvollen Waldgebieten für einen Zeitraum von fünf Jahren jeglicher Eingriff unterbunden wird. Dies ist deshalb sehr wichtig, da die Wälder in den Karpaten auf Grund der ökonomisch schwierigen Situation im Land gerade vielerorts ausgeplündert werden. Über das Moratorium diskutieren inzwischen ukrainische Parlamentarier, die hoffentlich noch dieses Jahr ein entsprechendes Gesetz verabschieden.
Die Michael Succow Stiftung plant, auch in diesem Jahr die Suche weiterzuführen und auszuweiten. Daneben ist eine intensive Arbeit mit der lokalen Presse und anderen Medien geplant, um die Bevölkerung zu informieren. Die Hoffnung ist, dass wir gemeinsam mit einer informierten Öffentlichkeit den Raubbau zumindest an diesen wertvollen Gebieten verhindern können.

Weitere Stiftungsnachrichten

Landschaften im Großformat

Zu den Bildern von Edgar Schilke hat Michael Succow einen ganz persönlichen Bezug. Der Maler war ein Untermieter der Familie Succow als der heutige Naturschützer und Träger des Alternativen Nobelpreises noch ein Kind war. So ist es nicht überraschend, dass Schilkes Witwe Michael Succow großformatige Naturbilder aus dem Nachlass ihres Mannes überließ. Da der Maler viele ostpreußische Landschaften auf Leinwand festgehalten hat, erweitert sein Werk nun die Bestände das Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg.