Newsletter 03/2017

RUMOOREN

Unter dem Titel RUMOOREN! - Kunst trifft Moor will das Greifswald Moor Centrum, in dem die Stiftung Partner ist, gemeinsam mit dem Caspar-David-Friedrich-Institut an der Universität Greifswald in einer Ausstellung einen neuen Blick auf Moor zeigen. Künstler und Designer aus allen Bundesländern können bis zum 14. Juli ihre Arbeiten zum Thema "Moor" einreichen. Alle künstlerischen Medien sind bei der Bewerbung zugelassen. Das Preisgeld beträgt bis zu 1500 €. Hier alle Wettbewerbs-Informationen.

weiterlesen

Das Image von Mooren ist oft negativ, dabei sind sie als Kohlenstoffspeicher von immenser Bedeutung für den Klimaschutz und erfüllen viele andere wichtige Funktionen. Entwässerung für forst- und landwirtschaftliche Nutzung bedrohen die Moore weltweit in ihrer Existenz. Dabei gibt es schon Lösungsansätze: Paludikultur, die nachhaltige nasse Nutzung von Mooren, kann Rohstoffe liefern und gleichzeitig das Klima schützen. In Greifswald wird seit über 200 Jahren zum Thema Moore geforscht. Mit Wettbewerb und Ausstellung „RUMOOREN!“ gehen die Greifswalder einen neuen Weg, um anhand künstlerischer Positionen einen kulturellen Diskurs anzuregen und auf die Situation der Moore aufmerksam zu machen.
Die Ausstellung läuft vom 24. September bis zum 8. Oktober 2017. Eröffnet wird sie während der internationalen Konferenz Renewable resources from wet and rewetted peatlands 2017. Ausstellungsort ist das Greifswalder Caspar-David-Friedrich-Institut, Bahnhofstr. 46/47. Bewerbungen sind bitte als PDF an rumooren(at)uni-greifswald.de zu schicken.

Zukunftsfähige Landnutzung

Greifswalder Agrarinitiative im Radio - zum Nachhören

Gleich mehrfach sendete NDR Info Ende Mai die 30-minütige Radioreportage Dialog statt Konfrontation von Autorin Brigitte Lehnhoff über die Greifswalder Agrarinitiative. Dass der NDR dem Projekt eine so ausführliche Reportage widmet, zeigt, dass die Initiative deutschlandweit bisher einzigartig scheint mit dem Versuch, Nutzungsfragen zu klären und Konflikte zu lösen, und vielleicht ein Beispiel sein kann für andere öffentliche Landeigentümer. Denn Eigentümer und Landpächter verfolgen oft unterschiedliche Interessen. In der Greifswalder Agrarinitiative haben sich auf Anregung der Michael Succow Stiftung die größten Landeigentümer Greifswalds zusammengeschlossen. Ihr Ziel: auf dem eigenen Land die Vielfalt der Arten stärker schützen und die natürliche Bodenfruchtbarkeit verbessern - unter der Devise "Dialog statt Konfrontation".

Wildnisentwicklung

Wildnis-Wegweiser herausgegeben

"Wir für Wildnis" heißt die aktuelle Broschüre der Initiative "Wildnis in Deutschland“, in der sich 18 Naturschutzorganisationen inklusive der Michael Succow Stiftung zusammengeschlossen haben und gemeinsame Positionen vertreten. Zwei Prozent der deutschen Landesfläche sollen bis 2020 zu Wildnisgebieten werden – so fordert es die Initiative. Sie schlägt dazu vor, dass die Bundesregierung einen Fonds einrichtet, der Anreize schafft, neue Wildnisgebiete auszuweisen. Dieser „Wildnisfonds“ kann als Verbrauchsstiftung etabliert werden und soll zu Beginn mit mindestens 500 Millionen Euro ausgestattet sein.
Die Broschüre „Wir für Wildnis“ steht kostenfrei unter  www.wildnis-in-deutschland.de/wegweiser/ zur Verfügung oder kann bei der Inititiative „Wildnis in Deutschland“ bestellt werden.

Mehr Moor - Nachrichten zu Moor- und Klimaschutz

Neu: Alles über Europas Moore

Nach mehr als 25 Jahren Vorbereitung ist das lang erwartete Buch Mires and peatlands of Europe (Die Moore Europas, nur engl.) jetzt erhältlich. Das Werk bietet erstmals eine umfassende und aktuelle Übersicht zu den Mooren im biogeographischen Europa. Mit Beiträgen von 134 Autoren beschreibt das Buch Moortypen, Bezeichnungen, Ausdehnung und Verbreitung sowie Nutzung und Schutz - jeweils für jedes einzelne Land, aber auch im Bezug auf den gesamten Kontinent. Unter den Autoren finden sich auch Moorexperten der Michael Succow Stiftung.

weiterlesen

Ergänzt durch eine Vielzahl von Karten und Fotos bietet das Buch eine interessante und auch farbenfreudige Reise voll überraschender historischer Zusammenhänge und faszinierender Details.
Das Buch wurde für die International Mire Conservation Group vom Greifswald Moor Centrum koordiniert. Es wurde ko-finanziert von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU), University Museum, Trondheim, Norwegen.

Moor-Ausstellung im Umweltbundesamt

Schilf im Kessel, Rohrkolben in der Wand oder Torfmoos auf dem Teller – dass intakte Moore Klimaretter sind und sich auch nachhaltig nutzen lassen erklärt die Wanderausstellung "Moor, Klimaschutz und Paludikultur des Projekts MoorDialog. Interessierten Institutionen (z. B. Infozentren oder Kommunen) wird diese kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vom 18. September - 6. Oktober wird sie im Foyer des Umweltbundesamtes in Dessau zu sehen sein.

 

Aktualisiertes Programm RRR Tagung

Eine ganze Tagungswoche zu Paludikultur veranstaltet das Greifswald Moor Centrum vom 25.-30. September 2017. Der erste Tag ist allein dem Thema „Klimaschutz und Moornutzung: Potentiale in Deutschland“ gewidmet. Jetzt steht dafür das aktuelle Programm. Bis zum 15. August sind Anmeldungen zur Konferenz möglich.
 

PeNCIL in Digitaler Bibliothek M-V

Die Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL), mit den Beständen der Michael Succow Stiftung und mehrerer Privatbibliotheken, ist jetzt Teil der gemeinsamen, zentralen Präsentationsplattform für die digitalisierten Kulturgüter des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern präsentiert spartenübergreifend Sammlungen aus Archiven, Bibliotheken, Museen und Universitäten. Sie stellt diese kulturhistorisch bedeutsamen Quellen für den privaten und wissenschaftlichen Gebrauch kostenlos zur Verfügung. Derzeit umfasst die Digitale Bibliothek elf Archive, acht Bibliotheken, zwei Museen und mehrere wissenschaftliche Sammlungen mit insgesamt fast 30.000 Objekten mit rund 3,2 Millionen digitalisierten Seiten.

Schutzgebietsentwicklung - Nachrichten aus den internationalen Projekten

Neues Stipendienprogramm: CADI-Fellows wanted

Postgraduierten Wissenschaftlern aus Zentralasien steht ein neues Stipendienprogramm offen. Im Rahmen des CADI-Projektes zum Schutz und nachhaltiger Nutzung winterkalter Wüsten in Zentralasien können sich postgraduierte Wissenschaftler aus den Zielländern des Projektes (China, Iran, Kasachstan, Mongolei, Turkmenistan und Usbekistan) um jährlich zwei bis zu 12-monatige Stipendien bewerben.

weiterlesen

Das Stipendienprogramm zielt darauf ab, Wissen über Ökosystemleistungen, Biodiversität, Zustand von Schutzgütern und neue Ansätze nachhaltiger Landnutzung in den winterkalten Wüsten Zentralasiens zu generieren, zu verbreiten und zur Anwendung zu bringen. Das selbstgewählte Forschungsthema soll einen direkten Bezug zum Herkunftsland aufweisen und die Entwicklung von Nachhaltigkeit sowie die Verbesserung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region zum Ziel haben.

Bis zum 16. Juli 2017 können sich interessierte Wissenschaftler aus den genannten Ländern für die kommende Förderperiode bewerben.

Die detaillierten Bewerbungsvoraussetzungen sowie Kriterien zur Vergabe des Stipendiums finden sich im „Call for applications“ und hier.

CADI wird gemeinsam von der Universität Greifswald, der Michael Succow Stiftung und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem subregionalen Büro für Zentralasien, Ankara, Türkei, durchgeführt.

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt diese Initiative auf der Grundlage einer Entscheidung des Deutschen Bundestages.

Zwei Expeditionen ins Ustjurt-Plateau

Der Mai 2017 war für Feldökologen Zentralasiens ein sehr erfolgreicher Monat: Zwei Expeditionen führten sie zum abgeschotteten Ustjurt Plateau, einem ausgedehnten Gebiet zwischen Aralsee und Kaspisee auf den Territorien Kasachstans, Turkmenistans und Usbekistans. Ziel war es, die Kenntnisse über Populationsvorkommen und -verbreitung sowie Trends endemischer Arten in diesem einzigartigen grenzüberschreitenden Gebiet zu aktualisieren.

weiterlesen

An den Expeditionen nahmen Experten für Säugetiere, Reptilien, Vögel und Pflanzen teil. Sie bestätigten erneut, wie wertvoll und einzigartig die grenzüberschreitende Region ist. Das Verbreitungsgebiet mehrerer Arten konnten bestätigt werden. So wurden Verbreitungsnachweise für den asiatischen Wildesel (Equus hemionus kulan) in Gebieten Usbekistans erbracht wo dieser bisher noch nicht verortet wurde. Das gleiche gilt für die Verbreitung des Urial (Ovis vignei arkal) in Usbekistan und Kasachstan. Einige Unterarten wurden erstmalig in einem oder beiden der Länder nachgewiesen. Beispielsweise wurde ein Unterart der Krötenkopfagame (Phrynocephalus reticulatus bannikovi) erstmalig in Usbekistan nachgewiesen.

Derzeit werden die gesammelten Daten aufgearbeitet und wissenschaftliche Publikationen vorbereitet. Die Succow Stiftung unterstützt die Feldforschung in der Region bereits seit 2011.
Die Expeditionen wurden von der Central Asian Desert Initiative (CADI) gemeinsam mit dem ACBK (Kasachstan) und dem Institut für Botanik und Zoologie (Usbekistan) organisiert. CADI wird gemeinsam von der Universität Greifswald, der Michael Succow Stiftung und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem subregionalen Büro für Zentralasien, Ankara, Türkei, durchgeführt.

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt diese Initiative auf der Grundlage einer Entscheidung des Deutschen Bundestages.

Indawgyisee als Biosphärenreservat anerkannt

Der Internationale Koordinierungsrat (ICC) des UNESCO-Programms „Mensch und Biosphäre“ (MAB) hat den Indawgyisee im Norden Myanmars mit seiner Umgebung am 14. September als eines von 23 neuen Biosphärenreservaten im weltweiten UNESCO-Netzwerk anerkannt. Das Projekt Entwicklung eines UNESCO-Biosphärenreservats Indawgyi Lake der Michael Succow Stiftung hat diese Nominierung in Kooperation mit den Partnern Fauna & Flora International (FFI), dem Umwelt- und Forstministerium der Republik der Union von Myanmar (MOECAF) sowie den UNESCO-Biosphärenreservaten Spreewald und Flusslandschaft Elbe Brandenburg vorbereitet und damit eine der Grundlagen zur Entscheidung geliefert.

weiterlesen

Die Indawgyi-Region war über lange Zeit nur schwer erreichbar; traditionelle Landwirtschaft und Fischerei haben die reiche Naturausstattung erhalten. Mit der fortschreitenden Öffnung des Gebiets seit den neunziger Jahren durch Infrastrukturentwicklungen und Investitionen, besonders in Landwirtschaft und Bergbau, kamen immer mehr Bedrohungen für die Ökosysteme: illegale Abholzung, Überfischung, Umwandlung von Feuchtgebieten in Reisfelder, Einführung und zunehmende Nutzung von Agrochemie. Im Rahmen des Projekts wurden partizipativ mehrere Initiativen zur nachhaltigen Nutzung des Gebiets angestoßen, etwa zu einer nachhaltigen Regulierung der Fischerei, biologischer Reisproduktion oder Wiederaufforstung.

Neugründung: biosphere.centre

Mit dem biosphere.centre möchte die Michael Succow Stiftung in einer neuen Partnerschaft mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) Biosphärenreservate beraten und befördern. Auf die Neugründung bezog sich auch Umweltministerin Babara Hendricks in ihrer Festrede zum 25-jährigen Bestehen der HNEE im April: „Biosphärenreservate sind wichtig als Modellgebiete, um die Bedürfnisse von Mensch und Natur zusammen zu bringen.“

weiterlesen

Mit der Kooperation im biosphere.center wollen die Organisationen vor allem Wissen zu Biosphärenreservaten und ihrer praktischen Arbeit sammeln, bündeln und aktiv verbreiten. Daneben soll vereint die Umsetzung des UNESCO-Programms „Mensch und Biosphere“ national und international unterstützt werden. Die Partner wollen gemeinsam zur Umsetzung des auf einer Fachkonferenz in Lima beschlossenen Aktionsplans, des ‚Lima Action Plans for Biosphere Reserves‘ beitragen. Der Schwerpunkt der Arbeit der beiden Partner ergänzt sich, die Hochschule hat ihren Schwerpunkt auf Ausbildung, Weiterbildung und Forschung, die Stiftung auf Umsetzung. Neben dieser guten Arbeitsteilung verbindet der Stifter Michael Succow die beiden Organisationen: Er ist Ehrensenator der Hochschule. Im Rahmen der Partnerschaft sind bereits mehrere gemeinsame Projekte geplant, beispielsweise in Deutschland oder der Ukraine.

Weitere Stiftungsnachrichten

Gesucht: grüne Daumen, keine linken Hände

Die Michael Succow Stiftung sucht einen engagierten Bundesfreiwilligendienstler (BFD) zur Betreuung von Stiftungshaus, Ökogarten und Naturschutzflächen. Interessierte bringen am besten zwei rechte Hände samt grünen Daumen mit, denn er oder sie wird im denkmalgeschützten Stiftungshaus werkeln und im Garten der Stiftung wirken. Praktische Arbeit gibt es auch an Themenwegen und Naturschutzflächen der Stiftung zu absolvieren. Für Abwechslung sorgen Exkursionen oder Umweltbildungsveranstaltungen. Die Stelle ist ab dem 1. Oktober 2017 zu besetzen. Wir freuen uns auf Bewerbungen an info(at)succow-stiftung.de!

 

Darß Wader gewinnt!

Am 6. Mai lieferten sich beim Birdrace über 300 Teams deutschlandweit einen Wettkampf zur Vogelbeobachtung. Ziel war es, an einem Tag in einem festgelegten Gebiet so viele Vogelarten wie möglich zu sichten. Die Teams durften per Fahrrad oder motorisiert unterwegs sein. Die Michael Succow Stiftung unterstützte das Team Darß Wader. Dieses war CO2-frei vom Darß, über den Prerow-Strom, die Kirr unterwegs, vorbei an Barther Oie, dann durch die Vorpommersche Waldlandschaft, das Recknitztal bis ins Grenztalmoor.

weiterlesen

Gesehen haben die vier Biologen unter anderem Regenbrachvogel, Kiebitzregenpfeifer, Tordalk, Prachttaucher, Rothalstaucher, Schwarzhalstaucher und Weißwangengans. Unterstützer spenden den Teams Beträge pro gesichteter Art. Da die Michael Succow Stiftung auf das erfolgreiche Darß Wader-Team gesetzt hat, ist ein Betrag von über 270 Euro zusammen gekommen. Dieser fließt nun in die Arbeit des Dachverbandes der Avifaunisten zum Vogelschutz. Doch nach dem Birdrace ist vor dem Birdrace! Im nächsten Jahr will „Darß Wader“ wieder antreten.

Besuch der Kurt Lange Stiftung

Am 28. April nutzte die Kurt Lange Stiftung mit Sitz in Bielefeld die Gelegenheit, ihre Kuratoriums-Sitzung mit einem Besuch an der Ostsee zu verbinden. Zusammen mit Michael Succow und Stiftungsmitarbeitern wanderten die Kuratoriumsmitglieder in Wind und Wetter über die kürzlich neu in den Besitz der Stiftung gekommene Fläche Karrendorfer Wiesen. Belohnt wurden sie mit Beobachtungen von balzenden Rotschenkeln und Kiebitzen, den ersten brütenden Säbelschnäblern und einer Kaffeerunde auf der Tenne der alten Scheune auf der Insel Koos.