Bollwinfließ

Biber bauen ihre Heimat wieder auf

Das 170 ha große Bollwinfließ im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist eines der schönsten vermoorten kleinen brandenburgischen Fließtäler. In den vergangenen Jahrzehnten wandelte es sich dank der zurückgekehrten Biber wieder zu einer eindrucksvollen Moorlandschaft. 1990 wurde das Tal als Naturschutzgebiet festgesetzt und 2004 der Michael Succow Stiftung aus dem Bundesvermögen übertragen.



 

Das kleine Paradies liegt etwa 40 km nördlich von Berlin, in Deutschlands naturreichem Osten. Hier entwickelte sich seit dem Abschmelzen der Eiszeit-Gletscher vor 12.000 Jahren eine vielfältige Landschaft: Vom Grundwasser durchströmte Moore, ein mäandrierendes Bachtälchen und stille Seen. Sie prägen die Schmelzwasserrinne inmitten der weiten Kiefernwälder der Sanderlandschaft.

 

Das kleine romantische Bachtal mit seinen Niedermooren war für Gehölze zu nass und so entstand eine offene Landschaft. Im 18. Jahrhundert versuchte man jedoch - wie fast überall in Deutschland - das Moor zu entwässern, um es als Wiese zu nutzen. Schon Mitte der 1930er Jahre wurde die landwirtschaftliche Nutzung der quelligen Moorwiesen größtenteils aufgegeben. Seit nunmehr 30 Jahren gestalten Biber diese Landschaft. Sie stauten Fließ und Gräben an. Der Wasserspiegel stieg. Riede und Röhrichte entfalten ihre ganze Schönheit. Im Bollwinfließ wächst wieder ein torfspeicherndes Moor. Schon Ende der 1970er Jahre erhielt es den offiziellen Status eines Biberschutzgebietes.



 

Das Refugium ist nur auf Sandwegen erreichbar, keine Straße führt hindurch. Nur am westlichen Rand des ca. 6 km langen Bachtals findet sich das kleine Dargersdorf mit seiner schönen alten Fachwerkkirche. Der Zauber dieser stillen Landschaft tut der Seele gut. Sie bietet aber auch Lebensraum für selten gewordene Tiere und Pflanzen: Roter und Schwarzer Milan, Habicht und Baumfalke im umgebenden Hochwald, Grünspecht und Kleinspecht am Waldrand, Kranich und Bekassine, Rohrweihe und Eisvogel im Bachtal. Besonders beeindruckt die Vielfalt der Singvögel. Auch wachsen hier mehrere Orchideenarten, manch seltene Moorpflanze und viele gefährdete Sumpfmoose. Sichtbar nimmt die Lebensfülle zu.



 

Wir wollen das Tal künftig ganz der Eigendynamik der Natur überlassen. Dazu haben wir mit dem Rückbau alter Grabensysteme begonnen. Als Voraussetzung dafür musste die Stiftung eingestreute Privatflächen erwerben - dies wurde möglich durch die Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe. Ein Naturerlebnispfad wird das Gebiet künftig für Besucher erschließen.

 

 

Logo DUH

 

 

Projektkoordination:

Stefan Schwill, email: stefan.schwill(at)succow-stiftung.de