Paludikulturen und angepasster Moorschutz in Brandenburg

Hintergrund

In Brandenburg wurde 2006 ein Moorschutzrahmenplan verabschiedet, der bereits eine Priorisierung von Mooren aus Naturschutzsicht vornimmt. Neben den hochgefährdeten braunmoosreichen Basen- und Kalk- Zwischenmooren, die unter Nutzungsausschluss und/oder mit Pflegemaßnahmen zu schützen sind, sind große Niedermoorgebiete in Brandenburg derzeit entwässert und großteils unter landwirtschaftlicher Nutzung. Von den derzeit noch insgesamt 220.000 ha Moorfläche sind 21.000 ha nur leicht entwässert und lediglich ca. 1% der Gesamtfläche sind noch in einem naturnahen Zustand, der eine Torfakkumulation zulässt. Für die weitere Umsetzung des Rahmenplanes hat das brandenburgische Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz im August 2011 mehrere Lose vergeben. Mit Los 4 sollten die Potentiale für eine Nasse Bewirtschaftung und Nutzung von Biomasse aus Niedermooren (Paludikultur) in ganz Brandenburg ergründet werden.

 

Projektergebnisse

Das Projekt definierte eine Gebietskulisse für mögliche Paludikulturflächen in Brandenburg und nahm eine Priorisierung der entwässerten Moorgebiete gemäß ihrer Eignung zur Paludikultur vor. Dafür fanden neben der Wiedervernässbarkeit auch Wirtschaftlichkeits- und Naturschutz-Aspekte Eingang in die Auswahl von drei Moorgebieten, die am besten für Paludikultur geignet sind. Für ein Zielgebiet wurden die nötigen Genehmigungen und Zustimmungen für eine Umsetzung eingeholt sowie eine Vorschlagsliste für Maßnahmen zur Wiedervernässung und Bewirtschaftung unter Paludikultur erstellt.

Neben der Flächenkulisse für Paludikultur wurden auch potentielle Nutzer und Abnehmer für Niedermoorbiomasse eruiert und mögliche Projektträger gesucht.

Diese Ergebnisse fanden in die Beantragung eines ILE-Moorschutz-Projektes (Projekt im Rahmen der Richtlinie „Integrierte Ländliche Entwicklung“) Eingang.

 

Partner

Die Teilaufgabe "Paludikulturen und angepasster Moorschutz" im Rahmen der "Übergeordneten Machbarkeitsstudie Moorschutz zur Umsetzung des Moorschutzrahmenplanes in Brandenburg" wurde von der Michael Succow Stiftung gemeinsam mit dem Berliner Planungsbüro p2m in einer Arbeitsgemeinschaft bearbeitet. Auftraggeber war das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) Brandenburg.

 

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