Satzung der Michael Succow Stiftung

Präambel

Erhalten und Haushalten

Unsere Erde altert vorzeitig. Sie ist durch uns an den Rand der Belastbarkeit gebracht worden. Damit steuert die Menschheit in ihrem Fortbestand in eine kritische Phase. Für die Zukunftssicherung der menschlichen Gesellschaft wird es daher unabdingbar, all das zu erhalten, was noch an menschlich wenig veränderten Naturräumen mit ihrer biologischen Vielfalt übrig geblieben ist. Diese Naturräume sind ohne uns für uns so wichtig. Nationalparke und Weltnaturerbegebiete der UNESCO sind hierfür international bewährte Kategorien.

 

Des Weiteren müssen wir haushalten mit den Gütern der Natur, die wir nutzen. Die Tragekapazität des Naturhaushaltes darf nicht überschritten werden. Auch bei unserer Naturnutzung haben wir von Völkern zu lernen, die es zum Teil seit Jahrtausenden vermochten, eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung zu betreiben, deren Fortbestand aber jetzt durch unsere Hochzivilisation bedroht ist. Für derartige Modellregionen einer sozial- und umweltverträglichen Regionalentwicklung bieten die UNESCO-Biosphärenreservate eine gute Grundlage.

 

Am 8. Dezember 1997, anlässlich der Auszeichnung mit dem „Right Livelihood Award“ in Stockholm, hat Prof. Dr. Michael Succow beschlossen, diese wichtigen Aufgaben durch die Errichtung der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur zu unterstützen.

 

 

§ 1 Name, Rechtsform, Sitz und Stiftungsorgane

(1) Die Stiftung führt den Namen „Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur“. Sie ist eine rechtsfähige, gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

(2) Die Stiftung hat ihren Sitz in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

 

§ 2 Zweck

(1) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung (AO).

(2) Zweck der Stiftung ist die Förderung des Natur- und Umweltschutzes, die Förderung von Wissenschaft und Forschung und die Förderung von Erziehung, Volks- und Berufsbildung. 

Zweck der Stiftung ist auch die Beschaffung von Mitteln zur Förderung von Natur- und Umweltschutz, Wissenschaft und Forschung; Erziehung, Volks- und Berufsbildung und für die Verwirklichung der steuerbegünstigten Zwecke einer anderen Körperschaft oder für die Verwirklichung steuerbegünstigter Zwecke durch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Soweit die Stiftung nicht im Wege der institutionellen Förderung tätig wird, verwirklicht sie ihre Aufgaben selbst oder durch eine Hilfsperson.

(3) Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:

  • Entwicklung und Förderung von Schutzgebieten, insbesondere Welterbe Gebieten, Nationalparken und Biosphärenreservaten auf nationaler und internationaler Ebene,
  • Schutz und Entwicklung von Feuchtgebieten, insbesondere Moore Förderung des Naturschutzgedankens durch wissenschaftliche Leistungen, ökologische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Förderung internationaler Beziehungen in Naturschutz und Ökologie,
  • Wissenschaft und Forschung,
  • Beförderung einer natur- und sozialverträglichen Landnutzung,
  • Gewährung von Stipendien.

(4) Die Stiftung kann die Trägerschaft für nichtrechtsfähige, gemeinnützige Stiftungen und auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung die Verwaltung anderer rechtsfähiger, gemeinnütziger Stiftungen übernehmen.

 

§ 3 Gemeinnützigkeit

(1) Die Stiftung ist selbstlos tätig. Sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. 

(2) Die Mittel der Stiftung dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Sie darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigen.

 

§ 4 Stiftungsvermögen

(1) Die Stiftung ist mit einem Anfangsvermögen von

                       100.000 DM (51.129,19 €),-      

(in Worten: einhunderttausend Deutsche Mark) ausgestattet.

(2) Das Stiftungsvermögen ist in seinem Werte ungeschmälert zu erhalten. Zur Erreichung des Stiftungszweckes dienen die Erträge des Vermögens sowie sonstige Zuwendungen, soweit sie nicht das Stiftungsvermögen erhöhen sollen.

(3) Das Stiftungsvermögen kann durch Zustiftungen des Stifters sowie Dritter erhöht werden. Der Zuwendungsgeber entscheidet über die Verwendung seiner Mittel entweder als Zustiftung oder als allgemeine bzw. projektbezogene Spende im Sinne von § 2.

(4) Erträge und Zuwendungen können im Rahmen der steuerrechtlichen Zulässigkeit ganz oder teilweise dem Grundstockvermögen zugeführt werden.

 

§ 5 Organe der Stiftung

(1) Organe der Stiftung sind:

- das Stiftungsrat,

- die Geschäftsführung

(2) Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in Stiftungsrat und Geschäftsführung ist ausgeschlossen. Vor ihrer Be­stellung haben die Mitglieder der Stiftungsorgane schriftlich ihr Einverständnis zur Über­nahme des Amtes zu erklären, soweit sie in der jeweiligen Sitzung nicht zugegen sind.

(3) Die Tätigkeit der Mitglieder in den Stiftungsorganen ist grundsätzlich ehrenamtlich. Ihnen dürfen keine Vermögensvorteile zugewendet werden. Sie haben jedoch Anspruch auf angemessenen Ersatz der Ihnen entstandenen Auslagen und Aufwendungen, soweit das Stiftungsvermögen dies zulässt. Darüber hinaus kann die Geschäftsführung eine Vergütung gem. § 9 Abs. 4 dieser Satzung erhalten. Stiftungsrat

(4) Die Stiftung ist verpflichtet, die Zusammensetzung und jede Änderung der Zusammen­setzung der Stiftungsorgane gegenüber der Aufsichtsbehörde unter Beifügung der jewei­ligen Einverständniserklärung nach Abs. 2 und dem diesbezüglichen Protokollauszug unverzüglich anzuzeigen.

 

§ 6 Stiftungsrat

(1) Das Stiftungsrat besteht aus mindestens drei und höchstens sieben Mitgliedern, und zwar dem Vorsitzenden und mindestens zwei weiteren Mitgliedern. Der erste Stiftungsrat ist mit dem Stiftungsgeschäft bestellt.

(2) Der erste Vorsitzende des Stiftungsrats, der Stifter selbst, hat auf Lebenszeit den Vorsitz des Stiftungsrats inne, solange seine Bereitschaft dazu vorliegt. Im Fall des Ausscheidens des Stifters aus dem Stiftungsrat soll ein Mitglied der Familie Succow, sofern dessen Bereitschaft dazu besteht, den Vorsitz des Stiftungsrats übernehmen. Ist eine solche Bereitschaft nicht gegeben, bestimmt das Stiftungsrat mit der Beschlussfassung nach Abs. 3 den Vorsitzenden aus der Mitte des  Stiftungsrats.

(3) Die Amtszeit der Mitglieder des Stiftungsrates beträgt fünf Jahre. Vor Ablauf der jeweiligen Amtszeit entscheidet der Stiftungsrat durch Beschluss mit Zweidrittelmehrheit über die Besetzung der vakant werdenden Position im Stiftungsrat unter Berücksichtigung des Absatzes 1. Wiederbestellung ist möglich. Eine Mitgliedschaft im Stiftungsrat endet mit dem Ablauf des Geschäftsjahres, in das die Vollendung des 75. Lebensjahres des betreffenden Stiftungsratsmitgliedes fällt.

(4) Zu Stiftungsratsmitgliedern sollen Persönlichkeiten berufen werden, die aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation und ihres persönlichen Werdeganges Gewähr dafür bieten, sich für das Wohl der Stiftung einzusetzen. Die Mitglieder des Stiftungsrats sind verpflichtet, für die sachgemäße Verwirklichung des Stiftungszweckes einzutreten.

(5) Der Stiftungsratsvorsitzende bestellt für die jeweilige Amtsperiode einen stellvertreten­den Vorsitzenden aus der Mitte des Stiftungsrats. Der stellvertretende Vorsitzende ver­tritt den Vorsitzenden im Verhinderungsfall.

(6) Die Mitglieder des Stiftungsrats können durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorsitzenden des Stiftungsrats von ihrem Amt zurücktreten. In besonderen Fällen, z. B. bei längerer Krankheit oder Vorliegen eines wichtigen Grundes kann der Stiftungsrat das betreffende Mitglied durch Beschluss auch vorzeitig abberufen. Dem von der Abberu­fung betroffenen Mitglied ist zuvor Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Es stimmt bei der Beschlussfassung nicht mit ab.

 

§ 7 Aufgaben des Stiftungsrats

(1) Das Stiftungsrat kontrolliert die Geschäftsführung und achtet insbesondere darauf, dass eine dauernde und nachhaltige Erfüllung des Stiftungszweckes im Sinne des Stifters er­folgt. 

(2) Das Stiftungsrat ist insbesondere zuständig für die strategische Ausrichtung der gesamten Stiftungsarbeit, dazu gehören insbesondere:

a) die Ausrichtung der Projekte und Vergabe von Stiftungsmitteln,

b) die Kontrolle der Haushalts- und Wirtschaftsführung,

c) die Feststellung der von der Geschäftsführung vorgelegten Jahresabrechnung,

d) die Entlastung der Geschäftsführung.

(3) Das Stiftungsrat kann sich eine Geschäftsordnung geben.

 

§ 8 Sitzungen, Beschlussfassung des Stiftungsrats

(1) Der Vorsitzende des Stiftungsrats beruft die Stiftungsratssitzung nach Bedarf ein, mindes­tens jedoch einmal im Jahr. Die Ladung erfolgt schriftlich mit einer Frist von vier Wochen unter Angabe der vorläufigen Tagesordnung. Eine Sitzung ist auch einzuberufen, wenn zwei Stiftungsratsmitglieder dies schriftlich unter Angabe des Beratungspunktes beim Vorsitzenden beantragen. Auf die Ladungsformalitäten kann einvernehmlich verzichtet werden.

(2) Das Stiftungsrat ist beschlussfähig, wenn mindestens zwei Drittel seiner Mit­glieder anwesend sind. Ist dies nicht der Fall, so kann der Vorsitzende unverzüglich eine innerhalb eines Vierwochenzeitraumes durchzuführende neue Sitzung mit gleicher Tagesordnung einberufen. Die Ladungsfrist beträgt in diesem Fall zwei Wochen. In dieser Sitzung ist Beschlussfähigkeit gegeben, wenn der Vorsitzende und mindestens zwei weitere Mitglieder anwesend sind.

(3) Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder gefasst, soweit die Satzung nichts anderes vorsieht. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vor­sitzenden. Stimmrechtsübertragungen sind in schriftlicher Form zulässig.

(4) Über das Ergebnis jeder Sitzung ist eine Ergebnisniederschrift zu fertigen, die zumindest Ort und Tag der Sitzung, die Anwesenheit der Mitglieder sowie die Tagesordnungspunkte und die Beschlüsse im Wortlaut wiedergeben muss. Die Niederschriften sind durch den Vorsitzenden zu unterzeichnen.

(5) Beschlüsse können auch im schriftlichen Umlaufverfahren oder auf elektronischem Wege gefasst werden, soweit kein Mitglied des Stiftungsrats diesem Verfahren wider­spricht. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der Mitglieder des Stiftungsrats gefasst. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Hat sich ein Mitglied des Stiftungsrats nicht innerhalb von vier Wochen seit Absendung der Beschlussvorlage geäußert, gilt sein Schweigen als Zustimmung zur Durchführung des Umlaufverfahrens und als Stimmenthaltung zum jeweiligen Beschlusspunkt. Die Beschlüsse sind umgehend durch den Vorsitzenden zu protokollieren und allen Mitgliedern zu übersenden.

(6) Die Ergebnisniederschriften sind auf Dauer in der Geschäftsstelle aufzu­bewahren.

 

§ 9 Geschäftsführung

(1) Die Stiftung hat eine Geschäftsführung, die aus dem Geschäftsführer und mindestens einem stellvertretenden Geschäftsführer, besteht. Der oder die stellvertretenden Geschäftsführer vertreten den Geschäftsführer im Verhinderungsfall.

(2) Die Geschäftsführung verwaltet und gestaltet die Stiftung mit dem Wohlwollen des Stiftungsrats im Sinne des § 2 nach den Bestimmungen dieser Satzung. Sie ist zur sparsamen und wirtschaftlichen Verwaltung des Stiftungsvermögens verpflichtet. Die Geschäftsführung muss auf die ausschließliche und unmit­telbare Erfüllung der steuerbegünstigten Zwecke gerichtet sein. Ihre Aufgaben sind die Führung der Geschäfte  einschließlich der Verwaltung des Stiftungsvermögens einschließlich der Führung von Büchern und der Aufstellung des Jahresabschlusses.

(3) Der erste Geschäftsführer wird auf unbestimmte Zeit vom Stifter bestellt. Die nachfolgen­de Geschäftsführung wird jeweils vom Stiftungsrat gewählt und bestellt. Die Geschäftsführung kann aus wichtigem Grund vom Kuratorium abberufen werden. Der Stifter hat ein Vetorecht zu diesen Personalentscheidungen.

(4) Die Arbeit der Geschäftsführung soll bei Eintritt eines bestimmten Verwaltungsaufwandes angemessen vergütet werden, soweit das Stiftungsvermögen dies zulässt. Über die Höhe der Vergü­tung entscheidet das Stiftungsrat.

 

§ 10 Vertretung der Stiftung

Die Geschäftsführung vertritt die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich. Sie hat die Stellung eines gesetzlichen Vertreters. Besteht die Ge­schäftsführung aus mehreren Personen, sind sie jeweils einzelvertretungsberechtigt.

 

§ 11 Freundeskreis

(1) Durch Beschluss des Stiftungsrats kann ein Freundeskreis im Sinne eines Förderkreises gebildet wer­den. Die Mitglieder des Freundeskreises machen das Anliegen der Stiftung in der Öffentlichkeit bekannt und unterstützen den Stiftungszweck.

 

§ 12 Geschäftsjahr, Jahresabschluss

(1) Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

(2) Die Einnahmen und Ausgaben der Stiftung sind aufzuzeichnen und die Belege zu sam­meln. Die Geschäftsführung hat alljährlich bis zum 31.08. jeden Jahres dem Stiftungsrat und der Stiftungsbehörde innerhalb der gesetzlichen Frist eine Jahresabrechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einer Vermögensübersicht und einem Bericht über die Erfüllung des Stiftungszweckes vorzulegen.

(3) Die Jahresabrechnung kann durch einen öffentlich bestellten Wirtschaftsprüfer oder durch eine andere hierfür geeignete Person oder Gesellschaft geprüft werden. Die Wahl des Prüfers erfolgt durch das Stiftungsrat.

(4) Auf Verlangen des Stiftungsrats hat die Geschäftsführung auch Zwischenberichte über den Stand des Vermögens der Stiftung vorzulegen.

(5) Über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Entlastung der Geschäftsführung beschließt der Stiftungsrat.
 

§ 13 Satzungsänderungen, Zulegung, Zusammenlegung, Auflösung

(1) Satzungsänderungen bedürfen jeweils eines Zweidrittelmehrheitsbeschlusses der bestell­ten Mitglieder des Stiftungsrats und sind nur zulässig, wenn sie den Stif­tungszweck nicht wesentlich verändern und die Gemeinnützigkeit nicht beeinträchtigen.

(2) Beschlüsse über eine Zulegung zu einer anderen Stiftung, Zusammenlegung mit einer anderen Stiftung oder Auflösung der Stiftung sind nur zulässig, wenn die Erfüllung des Stiftungszweckes unmöglich geworden ist oder angesichts wesentlicher Veränderungen der Verhältnisse nicht mehr sinnvoll ist. Derartige Beschlüsse bedürfen einer Zweidrittelmehrheit der bestellten Mitglieder des Stiftungsrats.

(3) Beschlüsse nach Abs. 1 und Abs. 2 bedürfen der Genehmigung der zuständigen Stif­tungsbehörde.

 

§ 14 Vermögensanfall

Bei Auflösung oder Aufhebung der Stiftung oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Stiftungsvermögen auf Beschluss des Stiftungsrats an eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder an eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung für gemeinnützige Zwecke, die dem Stiftungszweck der Michael Succow Stiftung möglichst nahe kommt.

 

§ 15 Sprachformen

Soweit in dieser Satzung Bezeichnungen für die Organmitglieder in der männlichen Sprachform verwendet werden, gelten diese Bezeichnungen für Frauen in der weiblichen Sprachform.

 

§ 16 Stiftungsaufsicht, ln-Kraft-Treten

(1) Die Stiftung unterliegt der Rechtsaufsicht der nach dem Landesstiftungsgesetz Mecklen­burg-Vorpommern zuständigen Behörde.

(2) Die Satzung tritt mit dem Tage der Zustellung der Genehmigung durch die Stiftungsbe­hörde in Kraft. Gleichzeitig tritt die letzte Satzung, rechtskräftig seit dem 04.04.2006, außer Kraft.

 

Greifswald, den 4.5.2015