Usbekistan

Einrichtung eines Zentrums für Pistazienanbau im Ugam Chatkal Nationalpark

Standortangepasste einheimische Pflanzengesellschaften mit Pistazien- (Pistacia vera) und Mandelbäumen (Prunus dulcis) bedeckten einst die ausgedehnten Gebirgsausläufer Usbekistans. Durch intensive Landnutzung, insbesondere großflächigen Weizenanbau und Beweidung, sind diese natürlichen Lebensräume inzwischen nahezu vollständig verschwunden.

 

Die Wiederherstellung der natürlichen Pistaziengesellschaften und ihrer Ökosystemleistungen ist eine der effizientesten Maßnahmen in der Region gegen den Klimawandel. Gleichzeitig werden Degradierungserscheinungen (vor allem Erosion) vermindert und die Artenvielfalt gefördert. Die Erfahrungen zeigen, dass Landnutzungsansätze, bei denen die Bedürfnisse und Erwartungen der ansässigen Bevölkerung unberücksichtigt bleiben, wertlos sind. Hier setzt das Projekt an: Ökonomische Berechnungen zeigen, dass die zu erwartenden Einkünften durch die Pistazienernte deutlich die aktuellen Einkommen aus nicht nachhaltiger Weizen- und Weidewirtschaft übersteigen. Der Pistazienanbau ist ein vielversprechendes Wirtschaftsmodell für die Region.

 

Die lokalen Landwirte und Bauern zeigen Interesse an Beratung und Weiterbildung zur Pistazienkultivierung. Angebote dazu werden in Zentren für Pistazienanbau durchgeführt. Solche Zentren existieren bereits in zwei Regionen Usbekistans und werden im Rahmen des Projektes auf die Taschkent Region ausgeweitet. Die Zentren verkaufen verschiedene Bäume - in erster Linie Pistazien und Mandeln - als Veredelungssorten und bieten gleichzeitig das Know-how für deren erfolgreiche Kultivierung als Beratungsleistung an. Die Zentren für Pistazienanbau sind als Ausgangspunkt für die Verbreitung von nachhaltigen Landbewirtschaftungsmethoden auf Regionalebene gedacht. In der Taschkenter Region Usbekistans ist die Einrichtung eines solchen Zentrums in der Pufferzone des Ugam Chatkal National Park in den westlichen Ausläufern des Tienschan-Gebirges geplant.

 

Das Projekt knüpft an das kürzlich entwickelte NAMA (National angepasste Vermeidungsmaßnahme) zur Pistazienkultivierung in Usbekistan an, das im Rahmen des Projektes "Weiterbildung und institutioneller Aufbau für die Anwendung von Klimafinanzierungsmechanismen in zentralasiatischen Staaten" erarbeitet wurde.

 

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) GmbH finanziert. Partner vor Ort sind das GEF Small Grants Programme in Usbekistan und das Nationale Forstforschungsinstitut.

 

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Projektkoordination:

Jens Wunderlich, email: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de