Unsere Philosophie zu Wildnis

Wildnis - also nutzungsfreie Naturräume, die aus sich heraus existieren - braucht den Menschen nicht, aber der Mensch braucht Wildnis auch als Maß und um seiner Demut willen. Wildnis ist eine Alternative zur zunehmend urbanisierten Welt. Im Erleben unverletzter, intakter Natur können wir zu geistig-seelischem Wohlbefinden, zu künstlerischer Inspiration, zu Hoffnung, aber auch zu neuer Ehrfurcht vor der Natur und zu Bescheidenheit finden. In diesem Sinne ist der Erhalt von Wildnis kein Luxus, sondern eine Kulturaufgabe der menschlichen Gesellschaft.

Wildnis ist unkultivierte, unberechenbare Natur. Sie hat den Menschen seit jeher sowohl fasziniert als auch geängstigt. Ursprünglich war alle Natur Wildnis. Aber seit Jahrtausenden gestaltet der Mensch Natur so gründlich zu Kulturlandschaften um, dass Wildnis in Europa verloren gegangen ist. Was noch an wild anmutenden Landschaften übrig ist, ist gefährdet. Mit ihnen verschwinden speziell an sie angepasste Lebewesen, ebenso wie die ästhetischen Reize und wohltuenden Wirkungen für Körper und Geist der sie besuchenden Menschen. Doch wenn Menschen ihre kultivierenden Tätigkeiten einstellen, beginnen die durch Nutzung unterbrochenen Naturprozesse erneut. Neue Wildnis kann entstehen.


Natur in Eigendynamik auf 1000 ha. Dies ist unser Ziel für die kommenden Jahre in Deutschland. Ein Netzwerk von stiftungseigenen Wildnisgebieten im Verbund mit weiteren wenig gestörten Lebensräumen zu schaffen und zu erhalten, ist unser Ansporn. Denn nicht nur das Zulassen, auch das nachhaltige Haushalten mit der neu entstehenden Wildnis sollte im Bewusstsein von uns Menschen verankert werden.

 

Unser Schwerpunkt liegt dabei in Gebieten Nordostdeutschlands und auf den mitteleuropäischen Stammlebensräumen, wie Buchenwald und Moorlandschaften.