Zentralasien

Biodiversitätsschutz baut Brücken im ariden Zentralasien

Das südliche Ustyrt-Plateau im Grenzgebiet zwischen Usbekistan und Turkmenistan ist ein weitgehend vom Menschen unberührter Naturraum mit großem Potential für Schutz und Wiederansiedlung von Tierarten der zentralasiatischen Trockengebiete.

 

In den Jahren 2012 und 2013 durchgeführte Biodiversitätserfassungen in dieser Region in Usbekistan führten zur Wiederentdeckung des in Usbekistan als ausgestorben in der Wildnis geführten Wildesels Equus hemionus kulan sowie zu neuen Verbreitungsnachweisen weiterer Arten. Die Ergebnisse der Expeditionen stießen auf breites Interesse in der zentralasiatischen Naturschutzszene. Derzeit werden die Daten sowohl in der Roten Liste der IUCN als auch im Roten Buch Usbekistans entsprechend eingearbeitet.

 

Das Projekt ermöglicht es nun die Expeditionen zusätzlich auf den turkmenischen Teil des südlichen Ustyrt-Plateaus auszudehnen. Mittlerweile ist damit bereits von einem systematischen Biodiversitätsmonitoring in einem der abgelegensten Gebiete der Erde zu reden. Durch die räumliche Ausdehnung des Monitorings kann ein deutlich umfassenderes Bild des Artenreichtums des Ustyurt-Plateaus und insbesondere der über die Staatsgrenze migrierenden Arten gewonnen werden. Das wenig erforschte Gebiet verspricht weitere interessante Entdeckungen und ist prädestiniert für die Wiederauswilderung von Arten, die an die zentralasiatischen Trockenräume angepasst sind.

Die beiden koordinierten Biodiversitäts-Expeditionen nach Usbekistan und Turkmenistan im Frühjahr 2014 leisten auch einen Beitrag zur stärkeren Zusammenarbeit der Wissenschaftler beider Länder. Ziel ist eine grenzüberschreitende, aktuelle und wissenschaftlich fundierte Diskussion, die eine Grundlage zur sachgerechten politischen Entscheidungsfindung für regionale Umweltprobleme bieten kann. Ein Abschlußworkshop im Winter 2014 soll dem Rechnung tragen.

 

Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) mit dem botanischen Institut der Akademie der Wissenschaften in Ashgabat (Turkmenistan) ist es erstmals seit vielen Jahren wieder möglich eine umfassende Expedition in das für Ausländer schwer zugängliche Turkmenistan durchzuführen. In Usbekistan hat die Michael Succow Stiftung seit 2011 ein MoU mit der Hauptforstverwaltung des Ministeriums für Landwirtschaft und Wasserressourcen und seit 2013 mit dem staatlichen Umweltkomitee Goskompriroda.

 

Das Projekt „Biodiversitätsschutz baut Brücken im ariden Zentralasien“ ist Teil des DAAD Programms „Konfliktprävention in der Region Südkaukasus / Zentralasien und Moldau“ und wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

Es wird gemeinsam mit dem Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald durchgeführt, mit dem bereits eine langjährige Kooperation zum Schutz der Natur in Turkmenistan und Usbekistan besteht.

 

 

DAAD                Auswärtiges Amt

 

 

Projektkoordination:

Jens Wunderlich, email: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de