Zentralasien - CADI

Schutz und nachhaltige Nutzung winterkalter Wüsten - Central Asian Desert Initiative (CADI)

 

Die zentralasiatischen Staaten tragen eine Hauptverantwortung für den Schutz der winterkalten Wüsten, einem der weltweit am wenigsten geschützten Ökosysteme. Die winterkalten Wüsten sind weiträumige Habitate für wandernde Huftierarten wie auch migrierender Vögel. Sie stellen eine enorme Bandbreite von Ökosystemleistungen bereit, sind die wichtigsten Weidegebiete in den ariden und semi-ariden Trockengebieten der Region, vermindern Sedimentfraktionsprozesse und sind – im natürlichen Zustand – eine weltweit bedeutende Kohlenstoffsenke.

 

Aktuell sind diese Wüsten durch massive Degradationsprozesse bedroht, ausgelöst durch Übernutzung natürlicher Ressourcen, bspw. Feuerholzentnahme, nicht angepasster Beweidungspraktiken und großräumiger Infrastrukturmaßnahmen. Ein enormer, teilweise irreversibler Verlust an Habitaten und Arten, darunter global bedrohter oder endemischer, ist das Ergebnis. Die Verletzlichkeit des Ökosystems ist bis heute noch nicht vollständig verstanden, aber die Degradationsprozesse bedrohen bereits merklich die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in der Region.

 

 Da die nationalen Regierungen Kasachstans, Turkmenistans und Usbekistans sich zunehmend über diese Risiken bewusst werden, beginnen sie nationalen Strategien zu entwickeln und Gesetzgebungen anzupassen, zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung des Wüstenökosystems. Es ist Zeit, dass auch die international Gebergemeinschaft Mittel und Kräfte zusammen nimmt für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der winterkalten Wüsten Zentralasiens. Die Central Asian Desert Initiative (CADI) soll dafür eine solide Grundlage entwickeln.

 

CADI initiiert, als Quintessenz von acht Jahren wissenschaftlicher Forschung und Projektumsetzung in den Wüstenregionen Zentralasiens, durch die Michael Succow Stiftung und die Universität Greifswald, in gemeinsamer Erarbeitung mit der FAO als Umsetzungspartner, beabsichtigt ein wirkungsvoller Hebel für den zukünftigen Schutz und die nachhaltige Nutzung der einzigartigen Wüstenökosysteme Zentralasiens zu werden. Das Projekt soll gemeinsam mit den Partnern in den Zielländern eine unabhängige Plattform entwickeln, um in einen engagierten und konstruktiven Dialog mit allen Akteuren, über Erfahrungen, existierendes Wissen und künftige Chancen, einzutreten. Diese Erfahrungen sind essentiell um die aktuellen Desertifikationsprozesse zu stoppen und umzukehren, den Schutz der Wüstenökosysteme zu fördern und die Widerstandsfähigkeit der Ökoysteme Zentralasiens gegen die Auswirkungen des Klimawandels und Extremwetterereignissen, zu stärken. CADI Partner in Kasachstan sind die Association for the Conservation of Biodiversity (ACBK) und das Komitee für Forste und Wildnis, in Turkmenistan das Nationale Institut für Wüsten, Flora und Fauna sowie das Staatliche Komitee für Naturschutz und Landressourcen, und in Usbekistan die nationale FAO Vertretung und die usbekische Hauptforstverwaltung unter dem Ministerium für Landwirtschaft und Wasserressourcen.

 

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert die Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Weitere Informationen bietet die eigene CADI-Website.

 

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Projektkoordination:

Jens Wunderlich, E-mail: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de

 
Mehr zur Internationalen Klimaschutzinitaitve auf www.international-climate-initiative.com