Zentralasien

Kohlenstoffsenke Saxaulwälder

„Klimarelevanz von Saxaul und C-Senkenpotential winterkalter Wüsten und Halbwüsten in Zentral-Asien“

 

Saxaul (Haloxylon ammodendron und Haloxylon aphyllum) ist die dominante Pflanzenart in den winterkalten Wüsten- und Halbwüstengebieten Zentralasiens.
Verbreitet von Turkmenistan über Usbekistan und Kasachstan bis nach Nordwest-China (Xinjiang) und bis in die Mongolei, beträgt die ungefähre flächige Ausbreitung der beiden Saxaul-Arten ca. 450.000 km².
Da in semiariden und ariden Ökosystemen Biomasse maßgeblich unterirdisch in großen Mengen festgelegt und der Kohlenstoff durch die trockenen Klimabedingungen dem globalen Kreislauf mittelfristig entzogen wird, stellen die winterkalten Wüsten eine C-Senke dar.
Der Saxaul-Vegetation kommt im zentralasiatischen Halbwüstenraum, neben der Funktion als C-Senke, eine multifunktionale Schlüsselrolle zu, indem sie weitere ökosystemare Leistungen zur Verfügung stellt. Diese sind unter anderem die Stabilisierung von leicht erodierten Böden, die Verringerung der Gefahr von Sand- und Salzstaubstürmen, die Anreicherung von Phytomasse und Humus sowie die Regulierung des Wasserhaushalts des Ökosystems durch Schattenbildung und kleinskalige Evapotranspiration.


Trotz vielfältiger Wüsten-Forschung sowjetischer Institute war das C-Festlegungspotential und damit die Klimawirksamkeit von Saxaul bisher nur unzureichend quantifiziert. Die Degradation des Ökosystems durch Überweidung und Holznutzung - Saxaul-Wälder sind im gesamten Verbreitungsgebiet wertvolles Weideland und alternative Brennstoffquelle - führt zu einer signifikanten Verminderung des potentiell möglichen C- Festlegungspotentials.

Ziel des Projektes war eine Quantifizierung und Bilanzierung der Klimarelevanz von Saxaul sowie eine Quantifizierung und Bilanzierung des Kohlenstoff-Senkenpotentials der winterkalten Wüsten und Halbwüsten in Zentral Asien. Weitere Ziele waren die Bewertung des räumlichen Aufforstungspotentials für Saxaul in Mittelasien, die räumliche Bewertung der Hemerobie von Saxaul-Beständen und damit die Limitierung des potentiell möglichen Mitigationspotentials sowie die Etablierung einer überregionalen Fachkooperation und Fachberatung der zuständigen administrativen Einheiten.

 

Durchgeführte Maßnahmen und Aktivitäten

Bestimmung des Kohlenstoffvorrats und Abschätzung des C-Senkenpotentials von Saxaul-Beständen:

  1. Untersuchung der Ökosystemvielfalt sowie der ober- und unterirdischen Biomasse an repräsentativen Saxaul-Standorten in Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan.
  2. Messung der Kohlenstoffgehalte der ober- und unterirdischen Biomasse sowie der Totholzbiomasse. Dazu umfassende Laborauswertungen im Labor der Universität Greifswald.
  3. Großflächige Abschätzung der Saxaul-Biomasse und der Kohlenstoffgehalte für Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan mit Hilfe von Fernerkundungsdaten.
  4. Abschätzung der Hemerobie und des Nutzungsdruckes auf Saxaul-Bestände in den jeweiligen Ländern.

 

Über Befragungen, Experteninterviews, Auswertung statistischer Daten und mittels fernerkundlicher Proximation wurde die Degradation von Saxaul-Beständen abgeschätzt. Handlungsempfehlungen zur Erhöhung der Kohlenstoffakkumulation durch Saxaul-Vegetation wurden abgeleitet.

 

Kooperationspartner dieses Projektes waren:

die Junior-Forschergruppe „Anpassungsstrategien an Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Zentralasien (Turkmenistan und Xinjiang, China)“ der Universität Greifswald, das Forschungszentrum für Forstwirtschaft und Gartenanbau Usbekistan (Republican Scientific Production Centre for Decorative Gardening and Forestry), die Abteilung für Botanik und Ökologie der Al-Farabi Universität in Almaty und das Nationale Institut für Wüsten, Flora und Fauna in Aschgabad, Turkmenistan.

 

 

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