DESIRE: Entwicklung einer nachhaltigen Moorbewirtschaftung

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durch Restaurierung und Paludikultur - für Nährstoffrückhalt und andere Ökosystemleistungen im Einzugsgebiet des Flusses Neman

Das vom Interreg Baltic Sea Region Program 2014-2020 unterstützte Projekt „DESIRE“ wurde im Januar 2019 gestartet. Das Projekt wird als Vorzeigeprojekt der EU-Strategie für den Ostseeraum im Politikbereich Nutri. Das Projekt bestätigt und leistet einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Interreg-Programms. Die besondere Herausforderung des Projekts besteht in der Verbesserung der Moorbewirtschaftung im Einzugsgebiet von Neman und ist von großer transnationaler Relevanz.

Dem Projekt liegt ein gemischter Ansatz aus der Ausarbeitung politischer Empfehlungen, der Generierung von neuem Wissen durch Modellierung und der Nutzung von Pilotstandorten zur Demonstration der Wiedervernässung von Mooren und der Umsetzung von Paludikultur zugrunde. Es zielt darauf ab, die Fähigkeit politischer und anderer Entscheidungsträger*innen zur Verabschiedung von Strategien zu verbessern, die Anreize für die Moorbewirtschaftung zum Nährstoffrückhalt schaffen. Dies soll durch ein verbessertes institutionalisiertes Wissen und Kompetenz sowie einen effizienteren Einsatz von menschlichen und technischen Ressourcen erfolgen. Zu den Zielgruppen zählen: regionale und nationale Behörden im Einzugsgebiet des Neman, NGOs, Entscheidungsträger*innen in der Forst- und Wasserwirtschaft, Bäuer*innenverbände sowie landwirtschaftliche Verwalter*innen und Berater*innen.

DESIRE konzentriert sich auf zahlreiche gestörte Torfgebiete im Einzugsgebiet des Neman und stellt beispielhaft einige davon als Feuchtgebietspufferzonen (WBZ) wieder her. Das Wiedervernässen stoppt unter anderem die weitere Bodendegradation, vermindert den unkontrollierten Wasserablauf, reduziert stark die Nährstoff- und THG-Emissionen wirkt sich positiv auf die Biodiversität aus. 

 

Im Rahmen von DESIRE wird die Fähigkeit des Nährstoffrückhalts von wiedervernässten Mooren durch innovative Landnutzungspraktiken (Paludikultur, d.h. die Ernte von nährstoffreicher Biomasse aus wiedervernässten Mooren) verbessert. Die wenigen laufenden Aktivitäten zu Paludikultur in den Schwerpunktländern werden durch Pilotstandorte ergänzt und in Bezug auf Nährstoffrückhalt optimiert. Die Pilotstandorte werden zur Sensibilisierung und Kommunikation in Bezug auf die Zielgruppe (politischen Entscheidungsträger*innen) verwendet.
Institutioneller Kapazitätsaufbau wird außerdem durchgeführt, um den Ansatz über das gesamte Einzugsgebiet in passende Skalenbezüge zu setzen. Spezifische politische Instrumente wie Bewirtschaftungspläne für Flusseinzugsgebiete und Agrarumweltprogramme werden im Rahmen des Projekts analysiert und angepasst oder neu entwickelt, um den beteiligten Personen Instrumente und Anreize für die Umsetzung von Maßnahmen zu bieten, die den Pilotbeispielen ähnlich sind.


Eine wirtschaftliche Bewertung der Pilotprojekte bzw. der Umsetzung der Paludikultur im Einzugsgebiet des Flusses Neman wird die Kostenwirksamkeit der vorgeschlagenen ökosystembasierten Maßnahmen im Vergleich zu anderen eher technischen Anlagen zur Filterung und Speicherung von Nährstoffen belegen.
Die Wasserqualität im Neman-Becken wird davon profitieren, dass (1) die Nährstoffbelastung aus diffusen Quellen im Einzugsgebiet (hauptsächlich Ackerland) verringert wird und (2) Moore als Nährstoffquellen und Brennpunkte für die interne und externe Eutrophierung verhindert werden. Das Projekt wird von der Universität Greifswald mit Unterstützung der Succow-Stiftung (Greifswald) in Zusammenarbeit mit Partnern in Polen (Universität für Lebenswissenschaften Warschau / SGGW, Polnische Gesellschaft für Vogelschutz/ OTOP, Technische Universität Bialystok), Litauen (Universität Vytautas Magnus, Litauischer Naturfonds) und Russland/ Oblast Kaliningrad (Ministerium für natürliche Ressourcen und Ökologie der Region Kaliningrad, NRO Naturerbe) durchgeführt. Weitere Institutionen in Litauen, Polen, Kaliningrad und Weißrussland werden als assoziierte Organisationen fungieren.

 

 
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Projektkoordination:

Wendelin Wichtmann, e-Mail: wichtmann(at)succow-stiftung.de