Mannhagener Moor

Wiederherstellung eines „Ureigentümlichen Moores (Hochmoor) im Schlag IV der Domäne“

Inmitten intensiv genutzter Ackerlandschaft befindet sich eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands: Das Mannhagener Moor. 2011 wurde ein Teil des insgesamt 43 ha großen Schutzgebietes aus Bundeseigentum an die Michael Succow Stiftung übertragen. Ziel der Stiftung ist es, das durch Entwässerung, Torfabbau und Aufforstung stark gestörte Moor wieder zu restaurieren.

 

 

Ursprünglich umfasste das Mannhagener Moor einen großflächigen, zusammenhängenden Moorkörper, der auf mehreren tiefen Toteissenken seit 10.000 Jahren aufgewachsen ist. Das Profil der bis zu 8 m mächtigen Torfe gibt einen Einblick in die ursprüngliche Pflanzenbesiedlung des Moore. Es zeigt die Entwicklung von kleinen verlandenden Gewässern über Röhrichte hin zu Seggenrieden und Torfmoosrasen. Stellenweise lässt sich im Gebiet einen Eindruck davon gewinnen, wie das Moor noch zu Zeiten der schwedischen Landvermessung Ende des 17. Jahrhunderts ausgesehen haben muss: ein einheitlicher, baumfreier „Morast“. Bei genauem Hinschauen entdeckt man das Weiße Schnabelried, die Blumenbinse und den Rundblättrigen Sonnentau Das sind selten gewordene, hochspezialisierte Pflanzenarten, die an die sauren und nährstoffarmen Bedingungen der zentralen Bereiche des Moores angepasst sind und ursprünglich das Bild des Moores prägten.

Birke statt Blumenbinse

Heute ist der größte Teil des Gebiets bewaldet. Dies ist die Folge der tiefgreifenden Entwässerung, die zunächst für die gewerbliche Gewinnung von Torf angelegt wurde. Seit dem 19. Jahrhundert führt ein Grabensystem Wasser aus dem Moor ab und damit zu einer deutlichen Absenkung der Grundwasserstände. Dennoch konnte sich „die außergewöhnliche Flora“ („Liste zur Nachweisung über die Naturdenkmäler auf den königlichen Domänen des Regierungsbezirks Stralsund“ 1908) sowie das Vorkommen sehr seltener moortypischer Tag- und Nachtfalterarten zunächst behaupten. Wegen dieser wurde das Gebiet unter Schutz gestellt. Doch dieser Status verhinderte nicht, dass auch dieses Moor der großflächigen Moor-Entwässerung (Komplexmelioration) in den 1970er und 80er Jahren zum Opfer fiel. Aufgrund von Vernässungserscheinungen auf den Ackerschlägen rings um das Moor wurden tiefe Ringgräben gezogen, die das Moor seitdem von seinem Einzugsgebiet abschneiden.

MMM - Moor muss nass

Um einen naturnahen Wasserhaushalt zu stabilisieren, muss der Abfluss gestoppt und der natürliche Zulauf wiederhergestellt werden. Dieses Ziel ist im Managementplan für das Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) „Moore zwischen Greifswald und Miltzow“ von 2018 festgeschrieben. Die Succow Stiftung möchte zusammen mit weiteren Partnern vor Ort zum Schutz von Blumenbinse, Hochmoor-Perlmutterfalter und Großer Moosjungfer beitragen und das Moor erfolgreich wiedervernässen.

MMM - Mitmachen im Manhagener Moor

Für einen Spaziergang ins Moor empfiehlt sich ein Besuch des südwestlichen Teils des Gebiets. Vom sogenannten Hechtteich aus folgt man einem Pfad an Bienenstöcken vorbei über Mähwiesen zu zwei Moorkörpern. Im Naturschutzgebiet gilt das Wegegebot – bitte bleiben Sie auf den Pfaden und betreten Sie die sensiblen Schwingrasen nicht!
Im Frühjahr führt die Succow Stiftung zusammen mit Freiwilligen regelmäßig praktische Pflegemaßnahmen im Gebiet durch. Lust, dabei zu sein und im Moorschutz zu helfen? Mit einer E-Mail an info (at)succow-stiftung.de nimmt die Succow Stiftung Interessierte gerne in den Verteiler für freiwillige Einsätze auf und schickt entsprechende Information zu. 

 

Projektkoordination:

Nina Seifert, E-Mail: nina.seifert(at)succow-stiftung.de