Aktuelles

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Nominieren in Kombi

21. 2. 2020, 10:18 von NK

Ende Januar versammelte die Succow Foundation mongolische und deutsche Experten auf der Insel Vilm, um die Möglichkeiten zum Schutzes der ostmongolischen Steppe zu erörtern und sie als Welterbe zu nominieren. Die Teilnehmer des Workshops hielten es für günstig, für den Schutz des gesamten Steppenökosystems eine gemischte Nominierung zu entwickeln. Diese würde vom Menschen unbeeinflusste Gebiete sowie Kulturlandschaften mit traditionellen Weiden umfassen. So würde der Schutz größerer Landschaften im Gleichgewicht mit dem bestehenden mobilen Pastoralismus gewährleistet. Eine gemischte Nominierung untersucht die laufende Machbarkeitsstudie der Succow Stiftung. Erste Ergebnisse werden im Mai 2020 in Ulaanbator vorgestellt. 
Die weltweit bedeutende Artenvielfalt der Mongolei erfordert die Erhaltung ausgedehnter Landschaften in einer Zeit, in der der anthropogene Druck zunimmt. In der ostmongolischen Steppe leben Herden von geschätzten 1,5 bis 2 Millionen mongolischen Weißschwanzgazellen (Procapra gutturosa), die ein untrennbares Element des Ökosystems darstellen und es bewohnen und formen. Aufgrund der zahlreichen Bedrohungen durch Infrastruktur, Bergbau, Klimawandel usw. sind wild lebende Tiere außerhalb von Schutzgebieten sehr anfällig. Zahlreiche kritisch wichtige Bereiche unterliegen keinem Schutzregime. Noch ist das Ökosystem in gutem Zustand. Die historisch existierende einzigartige Nomadenkultur spielt weiterhin eine wichtige Rolle für dessen Gestaltung und Erhaltung.

 

Neu entdeckt

17. 2. 2020, 13:56 von NK

Für das Projektteam der Central Asian Desert Inititiave war die Entdeckung der Ferula karakumica aus der Familie der Apiaceae eine kleine Sensation. Die Pflanze ist ein Beispiel dafür, dass die floristische Artenvielfalt im weitgehend verschlossenen Land nicht ausreichend erfasst ist und damit für den Schutz der Gebiete bisher nicht ausreichend berücksichtigt ist.
Gefunden hat sie der turkmenische Botaniker Alexander Pavlenko während der umfassenden geobotanischen Erfassungen in den Wüstenschutzgebieten Turkmenistans. Mit dieser schafft CADI eine Basis für mögliche neue Zonierungungen bestehender Schutzgebiete und für eine angestrebte transnationale Weltnaturerbenominierung der winterkalten Wüsten Zentralasiens. 
Ferula karakumica ist der Ferula karelinii Bunge morphologisch in den Fortpflanzungsteilen sehr ähnlich, unterscheidet sich jedoch deutlich in Beschaffenheit und Morphologie des vegetativen Wurzelsystems. Sie ist nun der 3.014te Eintrag in der taxonomischen Liste aller bekannten Pflanzenarten in Turkmenistan. Ihre Beschreibung wurde publiziert in Novitates Systematicae Plantarum Vascularium.

 

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Ab auf die Insel

12. 2. 2020, 14:24 von RB

Mitten im Greifswalder Bodden, unweit der Hansestadt Greifswald liegt die Insel Koos als Teil des sturmumtosten Naturschutzgebiets „Insel Koos, Kooser See und Wampener Riff“. Das Gebiet ist von herausragender Bedeutung für Brut- und Rastvögel. Alljährlich rasten Tausende bis Hunderttausende an Gänsen und Enten, Watvögel und weitere Wasservögel im Gebiet. Die zum Teil wiedervernässten Salzgrasländer beherbergen Brutvögel wie Säbelschnäbler, Kiebitz und Sandregenpfeifer. Auf den Findlingen an der Nordküste der Insel halten sich zunehmend Kegelrobben auf. Auf der Insel in ca. 10 km Entfernung von Greifswald wohnen jeweils zwei BFDler in einer WG zusammen mit weiteren Freiwilligen und Praktikanten. Über eine kleine Brücke ist die Insel mit dem Festland verbunden. Die Aufgaben der BFD-Stelle umfassen Mitarbeit bei der Schutzgebietsbetreuung des Gebiets und dem Betrieb der Naturschutzstation auf der Insel. Detaillierte Informationen auf der Webseite Freiwillige im Naturschuz.

Hyrkanische Wälder auch in Aserbaidschan

10. 2. 2020, 18:07 von NK

Nach der Nominierung der Hyrkanischen Wälder in der Islamischen Republik Iran, die das Welterbekomitee im Juli 2019 befürwortet hat, startet die Succow Stiftung ein neues Projekt, um den prestigeträchtigen Status auf die alten Wälder im benachbarten Aserbaidschan zu erweitern. Das Projekt unterstützt Aserbaidschan bei der Formulierung der Nominierung. Es berät beide Ländern, wie Empfehlungen des Welterbekomitees zur Ausweitung und Entwicklung einer gemeinsamen Verwaltung umgesetzt werden können. Ebenso berät es den Iran, wie die Anforderungen des Welterbekomitees zu erfüllen sind. Die hyrkanischen Wälder erstrecken sich vom Talysh-Gebirge im Süden der Republik Aserbaidschan durch die iranischen Provinzen Gilan, Mazandaran und Golestan. 900 km östlich. Der größte Teil dieser Wälder befindet sich im Iran, ein kleiner Teil in Aserbaidschan. Mit einem Alter von bis zu 50 Millionen Jahren haben die Hyrkanischen Wälder die letzten Eiszeiten überstanden und sind immer noch das Rückzugsgebiet vieler Säugetierarten, darunter Persischer Leopard, Braunbär, Luchs sowie von Zugvögeln. Sie haben auch eine einzigartige Flora. Die Konzentration endemischer Arten in diesen Wäldern ist aufgrund der außergewöhnlichen Standort- und Lebensraumbedingungen besonders hoch, weshalb diese Wälder als Hotspot für die Artenvielfalt gelten.

Nationale Moorstrategien in Europa

10. 2. 2020, 17:22 von NK

Das Zusammenstellen weiterer Basisdaten für Moorinventare, das Entwickeln von Klimawandelszenarien bei Moorerhalt oder -zerstörung, das Verbessern rechtlicher Rahmenbedingungen, ein Sensibilisieren der Öffentlichkeit und Bereitstellen von Förderung - dies sind einige Beispiel der Empfehlungen aus dem Informationspapier Moor-Strategien in Europa.
Das Informationspapier ist das Ergebnis eines Workshops zu nationalen Moorstrategien in Europa, der vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Succow-Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, durchgeführt wurde. An der Veranstaltung in Bonn, die eng mit dem Ramsar-Sekretariat und der Global Peatlands Initiative koordiniert wurde, nahmen 30 Regierungsvertreter, Experten und Interessenträger aus dem öffentlichen Sektor und der Zivilgesellschaft aus 11 EU-Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission und anderen europäischen Ländern teil.

Kommt zur MMM!

10. 2. 2020, 13:28 von NK

Arbeitseinsatz im Mannhäger Moor (Photo: J. Fröhlich)

Freiwillige Helfer können am Sonntag, den 1. März, Hand anlegen bei einer weiteren Mitmach-Aktion im Mannhagener Moor  zwischen Greifswald und Stralsund. Durch Entwässerung ist dort viel Gehölz aufgewachsen. Das gilt es zu schneiden, um Lebensraum zu schaffen für Wollgras, Sonnentau oder dem seltenen Perlmuttfalter. Treffpunkt  um 10 Uhr ist der Eingang zum Naturschutzgebiet. Der Einsatz für ca. 3-4- Stunden wird mit einer Führung durchs Gebiet sowie mit warmer Suppe und Getränken belohnt.

Wetterfeste Kleidung, Gummistiefel und Handschuhe sind nötige Ausrüstung. Wer kann, bringt Heckenscheren und Astsägen mit. Fahrgemeinschaften von Greifswald aus sind geplant. Anmeldungen nimmt Carl Barnick carl.barnick(at)succow-stiftung.de entgegen. Es ist auch möglich, mit dem Fahrrad zu fahren oder den Zug nach Miltzow zu nehmen (z.B. 09:21 Uhr ab Hbf. Greifswald in Richtung Stralsund oder 09:25 Uhr ab Hbf. Stralsund in Richtung Greifswald) und anschließend zum Moor zu laufen. 
Die Arbeitseinsätze im Mannhagener Moor, einer Fläche in Verantwortung der Succow Stiftung, tragen dazu bei, das Moor wieder zu einem intakten Biotop  zu entwickeln. Erleben lässt sich das Mannhagener Moor vor Ort oder zuhause auch mit der kostenfreien App Echt:Natur.

Usbekistan in der IPBES

7. 2. 2020, 14:59 von NK

Die neue Mitgliedschaft in der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES), dem Weltbiodiversitätsrat, bietet Usbekistan wissenschaftlich begründete Informationen für den Erhalt der Biodiversität und gegen Landdegradation. Die Central Asian Desert Initiative (CADI), ein Projekt von Succow Stiftung und Partnern, hat die usbekische IPBES-Mitgliedschaft mit vorbereitet. Ziele, Mechanismen, aktuelle Studien der Plattform, wie das Regional Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services for Europe and Central Asia, sowie die Vorteile einer Mitgliedschaft zeigten das Projektteam während eines Workshop im September 2018 in Taschkent auf. Mit der usbekischen Umweltbehörde förderte CADI dazu die Mitgliedschaftsbemühungen.

Nussige Süßigkeit

5. 2. 2020, 11:51 von NK

In Gemeindewäldern oder Flächen von Kleinbauern rund um den Indawgyi-See schließt der nachhaltige Anbau der selten gewordenen Fünf-Loch-Nuss (Dracontomelon macrocarpum) jetzt Lücken in degradierten Naturwäldern und bereichert Hausgärten und Feldränder. Damit trägt die Maßnahme aus dem Projekt der Succow Stiftung zu partizivativem Landmanagement nicht nur zum Erhalt der Art bei. Sie sorgt durch diese Art der Agroforstwirtschaft für ein diversifiziertes Anbausystem, ein gesteigertes Einkommen der Farmer und den Rohstoff für eine nussige Süßigkeit, die lokal hergestellt wird.

 

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