Newsletter 01/2020

Schutzgebietsentwicklung – Nachrichten aus den internationalen Projekten

Gute Nachrichten: CADI-Verlängerung und passender Kalender!

Eine Verlängerung für zwei Jahre hat das BMU der Central Asian Desert Initiative, einem Projekt von Succow Stiftung und Partnern, genehmigt. Kein Wunder, denn CADI hat ein Wüstensekretariat eingerichtet, eine UNESCO Welterbenominierung der winterkalten Wüsten vorangetrieben, zahlreiche Nachwuchswissenschaftler aus der Region gefördert und Grundlagendaten zum Biom erarbeitet. Für den CADI-Ausblick 2020 hat das Projektteam die Schönheit der winterkalten Wüsten Zentralasiens für ein ganzes Jahr zusammengestellt - in einem schicken Fotokalender.

 

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Zwölf tolle Bilder machen klar, für welche einzigartigen Landschaften mit extrem angepasster Tier- und Pflanzenwelt sich CADI einsetzt. Den Aufsteller aus einer kleinen Astscheibe des Schneeballstrauchs – geschlagen bei Greifswald - haben die Bundesfreiwilligen der Stiftung selbst produziert.

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Die schrecklichen Acht

In Anlehnung an der Tarantino-Film "The Hateful Eight" präsentiert der russischsprachige YouTube-Kanal "Vse Kak U Zverei" in seiner zweiten Folge Die abscheulichen Acht aus den winterkalten Wüsten Zentralasiens: Spinne, Skorpione oder Heuschrecken etwa - Lebewesen, gegenüber denen der Mensch häufig Vorbehalte hat, deren Stacheln, Gifte oder gefährliche Mundfauna jedoch auch eine kluge Anpassung an extreme Bedingungen sind. 

 

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Welche ist wohl die Schrecklichste unter ihnen? Der Film hat englische Untertitel, so lässt sich dies auch ohne Russischkenntnisse erfahren. Das CADI-Projekt hatte die Influencer*innen eingeladen, um dem wenig bekannten aber bedrohten Lebensraum mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. In einer ersten Folge hatten diese über LifeHacks zum Überleben in der Wüste berichtet.

Rominter Heide von oben

Der heutige Naturpark Rominter Heide könnte ein Biosphärenreservat werden. Daran arbeitet das Projekt der Succow Stiftung Rominter Heide – Vorbereitungen zur Einrichtung eines UNESCO Biosphärenreservats. Jetzt zeigen Drohnenaufnahmen des Naturfilmers Denis Stein die Schönheit und Vielfalt der Rominter Heide im Kaliningrader Gebiet/Russland, dessen Wälder, Seen und Flüsse sowie Moore. 

 

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Deshalb blickt der Film auch auf die Entwicklungszone eines zukünftigen Biosphärenreservats,die den Wald umgibt. Er zeigt die dortige Kulturlandschaft und ihre landwirtschaftliche Nutzung durch Rinderhaltung und Schafzucht und auch Siedlungen. Die Aufnahmen werden Teil eines Imagefilms über den vorgeschlagenen Park sein und die Nominierung für die UNESCO visuell unterstützen.

Intensiv partizipativ am Indawgyi-See

Mehr nachhaltigen Wald- und Reisanbau, bessere Abfallwirtschaft, eine Regulierung der Fischerei und Ökotourismus bringt ein neues Projekt der Succow Stiftung und Fauna Flora International (FFI) am Indawgyi-See in Myanmar voran. Das Wichtigste dabei: Die lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppen wirken dabei mit und sorgen für Breitenwirkung.

 

 

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Der Indawgyi-See und seine Region in Nordmyanmar bieten eine Lebensgrundlage für ca. 50.000
Menschen. Das Feuchtgebiet ist international für den Schutz von Wald und Biodiversität bedeutend.
Die Bevölkerung am Indawgyi-See ist stark von den natürlichen Ressourcen der Region abhängig. Die
politische Öffnung des Landes strapaziert diese Ressourcen zusätzlich. Wäldern, Fischbeständen und
Gewässern degradieren immer stärker.
Bereits von 2014 – 2016 hat die Succow Stiftung daher gemeinsam mit ihrem Partner FFI (Fauna und
Flora International) ein Projekt zur Nominierung des Indawgyi-Sees als Biosphärenreservat
durchgeführt. Hierbei wurden Prozesse zu partizipativem Schutzgebietsmanagement, nachhaltiger
Landnutzung und Demokratisierung der Ressourcennutzung angestoßen. 2017 wurde der Indawgyi-
See von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.

Klimaanpassung zum Anfassen

Was Anpassung an den Klimawandel in der Praxis bedeuten kann, erfuhren 20 ukrainische Teilnehmer*innen bei einem Workshop des Projektes Ökosystembasierte Anpassung ukrainischer Biosphärenreservate von Succow Stiftung und Partnern. Sie besuchten Fichten-Monokulturen, die zu Mischwäldern umgestaltet werden, verkosteten nachhaltige Produkte im Ökodorf Brodowin (Biosphärenreservat Schorfheide Chorin) und fühlten die Beschaffenheit von intaktem Torf. 

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Erfahrungen und Erkenntnisse des Workshops in Eberswalde und der Region Brandenburg sollen den ukrainischen Expert*innen helfen, Vergleichbares in den eigenen Biosphärenreservaten umzusetzen.

Mehr Moor – Nachrichten zu Moor- und Klimaschutz

Mitmachen im Mannhagener Moor! – Aktion I zum WWD

Anlässlich des Weltweiten Tages der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD) können freiwillige Helfer*innen am Samstag 1. Februar Hand anlegen bei der Mitmach-Aktion im Mannhagener Moor nördlich von Greifswald. Entwässerung und ein Zuviel an Nährstoffen haben dort viel Gehölz wachsen lassen. Das gilt es zu schneiden, um Lebensraum zu schaffen für Wollgras, Sonnentau oder den seltenen Perlmuttfalter. Treffpunkt um 10 Uhr ist der Eingang zum Naturschutzgebiet. Wetterfeste Kleidung, Gummistiefel und Handschuhe sind nötige Ausrüstung. Wer kann, bringt Heckenscheren und Astsägen mit. Anmeldungen nimmt Jessica von Stryk (jessica.von.stryk@succow-stiftung.de) entgegen. Zur Stärkung gibt es für alle Teilnehmenden eine warme Suppe.

 

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Die Arbeitseinsätze im Mannhagener Moor, einer Fläche in Verantwortung der Succow Stiftung, tragen dazu bei, dass das Moor wieder als intaktes Biotop funktionieren kann. Erleben lässt sich das Mannhagener Moor vor Ort oder zuhause auch mit der kostenfreien App Echt:Natur.

Spazieren über Karrendorfer Wiesen – Aktion II zum WWD

Zu einem ca. dreistündigen kostenfreie Führung lädt die Succow Stiftung am 1. Februar auf die Karrendorfer Wiesen. Was dieses Küstenüberflutungsmoor und Salzgrasland so selten und besonders macht und warum es für Biodiversität sowie Küsten- und Klimaschutz wichtig ist, erfahren die Teilnehmer*innen dabei von Nele Scheebaum und Niklas Schmitzl.  Derzeit können Besucher*innen viele tausende Reiher und Bergenten auf dem Kooser See sehen.

 

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Erste Trupps Eisenten vor der Insel Koos oder auch Gänse sind auf dem Salzgrasland  im Januar schon angekommen. Die Führung entlang des Fahrdamms beginnt um 10 Uhr am Parkplatz vor dem Salzgrasland. Angemessene wetterfeste Kleidung (Mütze gegen Wind) und festes Schuhwerk sind sinnvoll. Das Mitbringen von Ferngläsern wird empfohlen. Anmeldung per E-Mail an inselkoos@succow-stiftung.de

Besuchen am Königstuhl: Ausstellung „Moor, Klimaschutz und Paludikultur“ – Aktion III zum WWD

Schilf im Kessel, Rohrkolben in der Wand oder Torfmoos auf dem Teller – dass intakte Moore Klimaretter sind und sich auch nachhaltig nutzen lassen erklärt die Wanderausstellung "Moor-, ​Klimaschutz und Paludikultur" des Greifswald Moor Centrum. Sie ist derzeit bis Ende März im Kreidesaal des Nationalparkzentrums Königsstuhl zu sehen.

 

2020 zum Jahr des Moorschutzes machen! – Aktion IV zum WWD

Sie können unsere Aktionen zum Weltweiten Tag der Feuchtgebiete nicht besuchen oder tatkräftig Hand anlegen? Das macht nichts. Sie können die Arbeit der Succow Stiftung zu Mooren in Deutschland und weltweit mit Ihrer Spende unterstützen. Machen Sie 2020 gemeinsam mit der Succow Stiftung zum Jahr des Moorschutzes !

Viel zu Verwertung in der Praxis - Kostenfreier Info-Tag 18.3.

Zu einem kostenfreien Infotag über Verwertungsmöglichkeiten von Biomasse von wiedervernässten Moorflächen laden die Partner im Projekt Moor und Klimaschutz (MoKli), das Greifswald Moor Centrum (GMC) und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), am 18. März ins Hamme Forum in Ritterhude bei Bremen.

 

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Von 10-16 Uhr bieten Unternehmer und Wissenschaftler Beispiele zur Verwertung von Schilf, Seggen, Rohrkolben und Torfmoos sowie Möglichkeiten zum Gespräch. Der Infotag richtet sich an Landwirte, Flächenagenturen und -eigentümer, Investoren, Unternehmer, Verbände und Verwaltung. Hier das ausführliche Programm. Anmeldung sind bis spätestens 13. März möglich per E-Mail an sekretariat@lpv.de.

Moore – COP25 und Klimastreik

Moore und Klimaschutz – das Thema ist gesetzt, doch der Handlungsbedarf bleibt riesig. Das zeigte sich bei der Weltklimakonferenz in Madrid, die nach zähen Verhandlungen am 13. Dezember zu Ende ging. Das Resümee der Moor- und Klimaschützer*innen von succow Stiftung und Greifswald Moor Centrum vor Ort: Nicht zufriedenstellend bis ernüchternd.

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Dabei waren die Themen Moor- und Klimaschutz, Restaurierung und nachhaltige Nutzung im Rahmenprogramm der Konferenz auf mehreren Side events sehr präsent. Beim weltweiten Klimastreik am 29.November hatten sich die Greifswalder Moor- und Klimaschützer*innen in den Greifswalder Fischerbrunnen gesetzt, um im wortwörtlichen und übertragenen Sinne zu zeigen: Wenn nichts getan wird, steht uns das Wasser bald bis zum Bauchnabel oder darüber.Die globalen Klimaschutzziele lassen sich nicht ohne die Wiedervernässung der Moore erreichen. Diese effektive Maßnahme für Klimaschutz wird derzeit noch wenig berücksichtigt. Alleine in Mecklenburg-Vorpommern verursachen trockengelegte Moore 30 % der gesamten Emissionen des Bundeslandes. Sie ließen sich durch Wiedervernässung weitgehend einsparen.

5 Maßnahmen für GAP - Vorschläge für mehr Moor- und Klimaschutz

Die derzeitige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU) berücksichtigt nicht, dass in Deutschland organische Böden nur 7% der landwirtschaftlich genutzten Fläche ausmachen, jedoch 37% der der Emissionen aus der Landwirtschaft verursachen. Im Policy Paper Klimaschutz durch Moorschutz voranbringen – Möglichkeiten der GAP-Reform nutzen macht das MoKli-Projekt von Succow Stiftung und Partnern Vorschläge für die Neuausrichtung der GAP in Deutschland. 

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Sie schlagen u.a. mehr Pilotflächen und Förderprogramme für nachhaltige Moornutzung vor sowie die Anerkennung von Klimaschutzleistungen von Landwirt*innen, die dann sozusagen „Klimawirt*innen“ sind.

Zukunftsfähige Landnutzung

Blühwiesen und ebeetle – was hilft Insekten?

Insekten schwinden weltweit – auch in Biosphärenreservaten sind sie gefährdet, wie z.B. der Alpenbock Rosalia alpina. Um zu beraten, was zum Schutz der Insekten dort getan werden kann, veranstaltete die Succow Stiftung eine Tagung vom 4.-7. November 2019 in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land. 25 Teilnehmende aus 9 europäischen Ländern präsentierten Fallstudien und Forschungsergebnisse aus ihren Biosphärenreservaten und erarbeiteten Handlungsempfehlungen, wie ein Reduzieren der Lichtverschmutzung oder regionale Blühmischungen.

 

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Blühende Wiesen bieten den Insekten nicht nur Lebensgrundlage sondern lassen sich zur Biogas-Stromerzeugung, sogenanntem „Bienenstrom“, nutzen. Der Samenernter „eBeetle“ hilft, Saatgut von Wildblumenwiesen zu ernten. Das Elektrofahrzeug konnten die Teilnehmenden bei Ausflügen zu Praxisbeispielen im Insektenschutzprogramm der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, darunter die gleichnamige ​ Molkerei mit Blühweideprojekten, kennenlernen. Die Tagung war Teil der internationalen Tagungsreihe zu europäischen UNESCO Biosphärenreservaten, organisiert von der Michael Succow Stiftung im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz (BfN).

Naturerbe

Totholz pflegen

Damit Radfahrende und Wandernde den Weg durch das Naturschutzgebiet Lanken, einer Fläche in Verantwortung der Succow Stiftung, sicher nutzen können, waren Baumpfleger in den Wipfeln von mehr als 100 Bäumen unterwegs. Mit Hebebühne oder Motorseilwinde haben sie kontrolliert Totholz von den Bäumen entfernt, damit es nicht abbrechen und herabstürzen kann. Dabei legten sie Wert darauf, möglichst viel des ökologisch wertvollen Totholzes zu erhalten. Natürliche Abbrüche wurden imitiert und das von den Bäumen entfernte Totholz im Wald gelassen, damit es Insekten und Mikroorganismen Lebensraum bieten kann.

 

Binsenberg: Abschluss der Grabenverfüllungen

Hunderte Meter Gräben verfüllt, dutzende Plomben und Pfahlreihen gesetzt, zwei großflächige Flachabtorfungsbereiche geschaffen - so sah die Bilanz der Grabenverfüllungen am Hangquellmoor Binsenberg, einer Fläche der Succow Stiftung, Ende 2019 aus. Die Arbeiten zum Rückbau der dortigen Entwässerungsgräben waren damit für diesen Bauabschnitt erfolgreich beendet. 

 

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Durch die verfüllten Gräben werden in großen Teilen des Gebietes die Wasserstände dauerhaft angehoben, auf den Flachabtorfungen soll sich wieder ursprüngliche Moorvegetation ansiedeln. Beides hilft nicht nur vielen seltenen Arten der kalkreichen Niedermoore sondern auch dem Klima! Denn die Wiedervernässung verhindert, dass hunderte Tonnen klimaschädlicher Gase freigesetzt werden.

Sonstige Nachrichten

ÖkofilmTour

Mit dem Film „Lüdersdorf darf nicht sterben, Lüdersdorf ist überall“ eröffnete am 15. Januar die diesjährige Brandenburgische Ökofilmtour. In dem 20-minütigen Film zeigt der Alternative Nobelpreisträger Michael Succow die Folgen einer großflächigen industriellen Landwirtschaft nicht nur rund um seinen Heimatort Lüdersdorf, sondern in Brandenburg und ganz Deutschland.