Newsletter 03/019

Den weltweiten Fridays4Future-Protesten am 20. September haben sich die Moor- und Klimaschützer*innen der Succow Stiftung und des Greifswald Moor Centrum angeschlossen und sind am Fischmarkt in Greifswald in den Fischerbrunnen gestiegen. Sie machten damit darauf aufmerksam, dass die Wiedervernässung von Mooren eine der fünf wirksamsten Maßnahmen ist, die den CO2-Ausstoß in Deutschland schnell reduzieren können.

Schutzgebietsentwicklung – Nachrichten aus den internationalen Projekten

LifeHacks aus der Wüste

Wie Kamele und Käfer Wasser speichern, Schildkröten Extremtemperaturen durch "Winterschlaf" ertragen oder Kropfgazellen auch Salzwasser trinken - über Anpassungen in der Natur und was Menschen davon lernen können berichtet der populäre russischsprachige YouTube-Kanal “Vse Kak U Zverei” aus den winterkalten Wüsten Zentralasiens. Das CADI-Projekt hatte die Influencer*innen eingeladen, um dem wenig bekannten aber bedrohten Lebensraum mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Drei weitere Youtube-Clips folgen noch - wie der Erste werden sie englische Untertitel haben. Fazit der YouTuber*innen, die weltweit schon viele Lebensräume vorgestellt und mit 233.000 Abonnent*innen den silbernen YouTube-Button haben: In der Nacht ist das Leben in der Wüste einfacher!

 

Moore in Usbekistan - es gibt sie!

Es gibt sie – Moore im Wüstenstaat Usbekistan! Forscher*innen der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, fanden Vorkommen im Hochgebirge des Tian Shan, in den Gebirgsausläufern des Nuratau und am Lauf des Syrdarya mitten durch die Wüste. Diese Vorkommen mit Torflagen von 30-70 cm waren bisher weitgehend unbekannt. Sie sind durch landwirtschaftliche Übernutzung und Degradation bedroht.
Die bei Feldarbeiten im Juli gesammelten Daten fließen nun in die Global Peatland Database des GMC ein. Sie erweitern damit die Übersicht zur Verbreitung der Moore weltweit. Eine wichtige Wissensgrundlage, denn: nur was man kennt, kann man schützen!

Die Forschung ist Teil des CAViF-Projektes der Succow Stiftung, finanziert durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Mongolisch Steppe - durch Bergbau und Überweidung bedroht

Bergbau- und Infrastrukturprojekte sowie Überweidung bedrohen derzeit weite Gebiete mongolischer Grassteppe, die sich noch in naturnahem Zustand befinden. Es ist dringend nötig, diese funktionierenden Ökosysteme zu schützen. Die Succow Stiftung erarbeitet daher jetzt eine Machbarkeitstudie für die Nominierung ostmongolischer Steppen zum UNESCO-Welterbe.

 

 

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Weite Gebiete der ostmongolischen Steppen sind noch unberührt und nicht degradiert. Sie liefern wichtige Ökosystemleistungen wie die Kohlenstoffbindung für das Weltklima. Sie bieten zudem einen Lebensraum für die einheimische Tierwelt, die sich an extreme Bedingungen angepasst hat. Herden von bis zu zwei Millionen mongolischen Gazellen (Procapra gutturosa) sind dort unterwegs. Zahlreiche weitere Arten vom Steppenadler (Aquila nipalensis), über den Transbaikal-Blindmull (Myospalax psilurus) bis zur Fünfzehen-Zwergspringmaus (Cardiocranius paradoxus) sind dort zu finden. Neben den fünf dominierenden Gräserarten wachsen 113 weitere Pflanzenarten in den ostmongolischen Steppen. Gleichzeitig sind die Steppen eine wichtige Lebensgrundlage der mongolischen Bevölkerung, die von der wandernden Weidewirtschaft (Pastoralismus) lebt. Diese ziehen mit ihren weidenden Herden und ihren Jurten im Sommer über hunderte von Kilometern durch die Steppengebiete. Leider bergen diese auch große Vorkommen an Kohle, Öl, Kupfer und weiteren Rohstoffen. Das kommerziellen Interesse steigt rasant. Das zeigt die Zahl der Genehmigungen, die derzeit für Untersuchungen des Potentials dieser Ressourcenvorkommen erteilt werden. Sie macht eine immense Anzahl neuer Bergbaustandorte sehr wahrscheinlich. Daher drängt ein strengerer Schutz der noch intakten Steppen. Für diesen starteten die Succow Stiftung und Partner die "Machbarkeitsstudie für die Welterbenominierung der ostmongolischen Steppen" mit einem Kick-Off Workshop im Ministerium für Umwelt und Tourismus in Ulan Bator. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).
Darüber hinaus begleiteten Stiftungsratsmitglieder eine deutsche Delegation der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU). Auf dem Terminplan standen hochrangige Treffen mit Vertreter*innen der mongolischen Regierung zur Beratung in Sachen Naturschutz.

Kolchische Wälder - Experten*innen urteilen über möglichen UNESCO-Status

Im Oktober besuchten Expert*innen des IUCN die Kolchischen Wälder und Moore im Westen Georgiens, um deren Status für die Liste der UNESCO-Welterbestätten zu evaluieren. Einen einzigartigen Wert verleihen den Gebieten die dortigen Regendurchströmungsmoore und die humiden Wälder, die zum Beispiel seltene Rhododendronarten beherbergen. Daher hatten georgische Ministerien mit Unterstützung der Succow Stiftung eine entsprechende Nominierung der einzigartigen Gebiete eingereicht. Begleitet wurde das IUCN-Team von den Stiftungsräten Prof. Hannes Knapp und Prof. Hans Joosten, hier im einem Interview auf youtube. Das Nominierungsdokument war unter anderem Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Unterstützung der Nominierung der Kolchiswälder und –moore als UNESCO Weltnaturerbe. Auf die Einschätzung der Experten ist die Succow Stiftung daher besonders gespannt und wird alle Interessierten informiert halten.

(Abbildung mit freundlicher Genehmigung der georgischen Schutzgebietsbehörde)

 

Deklaration zu Wüstensekretariat

Die Wüsten Zentralasiens sind wichtige Biome, haben aber bisher kaum politische Vertretung. Deshalb haben drei zentralasiatische Staaten nun beschlossen, ein Wüstensekretariat einzurichten. Ein hoffnungsvolles Signal für engagierte Naturschützer*innen und NGOs der Region. Die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Wüstensekretariats ist ein Meilenstein im CADI-Projekt von Universität Greifswald, FAO und Succow Stiftung.

 

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In Form einer „Taschkenter Deklaration“ verabschiedeten Vertreter*innen der Wüstenstaaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan sowie deren Repräsentant*innen für die drei Rio-Konventionen am 23. Oktober 2019 in Taschkent eine entsprechende Absichtserklärung über die Einrichtung eines regionalen Wüstenschutzsekretariats. Dieses wird dem Schutz der Arten und der nachhaltigen Nutzung der Naturressourcen in den Habitaten der winterkalten Wüsten Zentralasiens dienen. Damit bekennen sich die Regierungen dazu, diesen einzigartigen Ökosystemen die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Das Sekretariat soll auch dauerhaft notwendige Mittel von den Regierungen und der internationalen Gebergemeinschaft einwerben, um den Wüstenschutz effektiv zu gewährleisten.
Das CADI-Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung. 

Sechs-Jahresplan zum Schutz migrierender Arten in Zentralasien

Wilderei und großräumige Infrastrukturprojekte bedrohen migrierende Arten auch in Zentralasien. Bei sensiblen Arten wie dem Wildkamel reichen schon Motorradspuren im Wüstensand, um sie von tradierten Pfaden abzubringen und buchstäblich in die Wüste zu schicken, da sie ihre Wasserquellen nicht mehr finden. Um einen sechsjährigen Aktionsplan zu besserem Schutz migrierender Arten zu vereinbaren, hat die Stiftung ein Treffen der Central Asian Mammal Initiative (CAMI) im September mitorganisiert.

 

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Die CAMI hat den Schutz der migrierenden Arten Zentralasiens zum Ziel. Um deren Bedrohung einzudämmen, wurde beim 2. CAMI-Mitgliedsstaatentreffen im mongolischen Ulan Bator im September ein Aktionsplan für 2020-26 ausgearbeitet. Fünfzehn migrierende Arten, die meisten davon bedroht nach der IUCN roten Liste, sind bereits unter der CAMI-Liste erfasst. Weitere drei, Urial, Persischer Leopard und der Gobibär, wurden für die zusätzliche Aufnahme unter die CAMI durch die Mitgliedsstaaten vorgeschlagen. Der Aktionsplan tritt voraussichtlich nach der 13. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zum Schutz migrierender Wildtierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS) im Februar 2020 in Indien in Kraft. Das Treffen in der Mongolei wurde gemeinsam vom Sekretariat der CMS, der Internationalen Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN INA), der mongolischen Regierung und der Succow Stiftung im Projekt Central Asian Desert Initiative (CADI) mit der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) organisiert. 

Mehr Moor – Nachrichten zu Moor- und Klimaschutz

Faktenpapier zum Klimaschutzprogramm 2030

Am 20. September 2019 stellte die Bundesregierung ihre „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“ vor mit Maßnahmen unter anderem im Sektor "Land- und Forstwirtschaft". Für den Punkt „Schutz von Moorböden/Reduktion von Torfeinsatz in Kultursubstraten (36)“ sind darin jedoch keine konkreten Umsetzungsschritte festgehalten. Ein Defizit, zu dem das Greifswald Moor Centrum das Faktenpapier Moorbodenschutz als naturbasierte Lösung im Klimaschutzprogramm 2030 - schnelle Einstellung von Moor-Entwässerung für wirkungsvollen Klimaschutz nötig! vorlegte. Auf vier Seiten stellt es Ausgangssituation, Potentiale und Konkretisierungsvorschläge zusammen. Die Succow Stiftung ist Partner im Greifswald Moor Centrum.

 

Literaturabende: Wechsel und Wiederkehr

Prof. Joosten beim Literaturabend (Photo: T. Dahms)

Moore tun viel Gutes, Menschen machen viel Böses. Und umgekehrt... Die Beziehung zwischen Mooren und Menschen ist äußerst vielseitig. Moore und Menschen binden und trennen, ziehen an und stoßen ab, formen und deformieren. Ökosystemdienstleistungen, Trennung, Austausch, Migration, Verantwortlichkeit: Was machen Moore mit Menschen, was machen Menschen mit Mooren? All diese Beziehungen präsentiert Moorkundler und Bibliophil Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten in einer neuen Reihe der Literaturabende anhand der Bestände der Greifswalder Moorbibliothek PeNCIL (Peatland and Nature Conservation International Library). Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind jedoch erforderlich per E-Mail an bibliothek@greifswaldmoor.de.

 

Moorschutz: Lösungsansätze auf 84 Seiten

Um die Kohlenstoffneutralität Deutschlands bis 2050 zu erreichen, sind Moore essentiell - und zwar nasse Moore. Wie ein möglicher Transformationspfad für die Moore bundesweit aussehen kann, skizziert der 84 Seiten starke Bericht Klimaschutz auf Moorböden - Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele. Er präsentiert Handlungsempfehlungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit und ist Ergebnis des Projekts MoorDialog.

 

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Aufgabe ist es nun, den Transformationspfad im Dialog weiterzuentwickeln und die Lösungen zügig in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und letztendlich in die Fläche zu bringen. Der Deutsche Moorschutzdialog, kurz MoorDialog, wurde als Projekt des Greifswald Moor Centrums von 2016-2019 von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Er hat durch vielfältige Veranstaltungen und Publikationen wichtige Akteure im Moor-und Klimaschutz erreicht und eingebunden. Der Bericht erschien in der Schriftenreihe des Greifswald Moor Centrum.

Greifswalder Wissen ist gefragt - Attachés, Politiker*innnen, Wissenschaftler*innen zu Besuch

MdL Elisabeth Aßmann (2. v.r.) macht sich ein Bild von den Karrendorfer Wiesen (Photo: Th. Beil)

Das Greifswalder Wissen zu Mooren, Klimaschutz und Paludikultur war in den vergangenen drei Monaten gefragter denn je. Mehrere internationale Delegationen reisten an, um sich über Projekte und Pilotflächen zu informieren. Etwa 30 Agrar- und Umweltattachés aus 14 Ländern von Japan bis Paraguay besuchten zusammen mit Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, die Succow Stiftung und das Greifswald Moor Centrum Ende August. Ebenso informierte sich eine 25-köpfige Delegation aus der Ukraine. Auch eine Gruppe finnischer Moorwissenschaftler*innen und Studierender sowie Besucher*innen aus Vietnam machten Station an den Paludikulturstandorten im Nordosten. Als Vertreterin des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat sich MdL Elisabeth Aßmann, auch Vorsitzende des Agrarausschusses, auf Flächen der Stiftung ein Bild von erfolgreich kombiniertem Moor-, Klima- und Küstenschutz samt innovativer Wertschöpfung gemacht.

 

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Bei einer Führung über die Karrendorfer Wiesen, dem erfolgreich revitalisierten Küstenüberflutungsmoor im Besitz der Succow Stiftung, konnten die Attachés die Bedeutung nasser Moore für Biodiversität, Klimaschutz und Regionalentwicklung „on the ground“ besichtigen und verstehen. Eine Woche zuvor hatten Mitarbeiter*innen von Succow Stiftung und GMC MdL Elisabeth Aßmann dort deutlich machen können, dass Moorschutz und Paludikultur Teil einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern sein müssen. Auch bisherige Hindernisse waren angesprochen worden: Wiedervernässungen kommen im Bundesland zu langsam voran. Planungen und Genehmigungen dauern lange. Für Vertreter*innen aus dem moorreichen ukrainischen Oblast Wolyn und dem Ministerium für Ökologie und Naturressourcen in Kiew, organisierten die Expert*innen von Succow Stiftung und GMC im Spätsommer ein Fachseminar zu Paludikultur. Eine Exkursion zu Ernte von Rohkolben und seiner Verarbeitung als Baumaterial im Ort Kamp schloss sich an. Besichtigt wurde zudem die Ernte von Nasswiesenbiomasse bei dem Landwirtschaftsbetrieb Hans Voigt am Kummerower See und die energetische Verwertung der Biomasse im Heizwerk der Agrotherm GmbH in Malchin.
Die ukrainischen Besucher*innen luden die Greifswalder Moorwissenschaftler*innen zur Unterstützung von Projektentwicklung in den Nordwesten der Ukraine ein. Dort sollen staatliche Flächen mit großem Anteil an landwirtschaftlich genutzten und entwässertem Moor privatisiert werden. Die ukrainische Regierung will dabei Auflagen zu Klimaschutz und nachhaltiger Nutzung an den Verkauf knüpfen. Paludikultur bietet dafür Möglichkeiten. Die Delegation war Teil des Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialogs, durchgeführt von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) und gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

 

 

Zukunftsfähige Landnutzung

Neu: Infoportal Kirchenland

Das Infoportal Kirchenland ist jetzt online! Die neue Website informiert über Handlungsmöglichkeiten zukunftsfähiger Landnutzung auf Kirchenland. Sie richtet sich an Pastor*innen, Landwirt*innen, Vertreter*innen aus Kirchengemeinden und -verwaltung sowie Interessierte. Diese erfahren unter anderem, wie Biologische Vielfalt innerhalb der Agrarlandschaft erhalten und gefördert werden kann oder wo ökologische Landwirtschaftsberatung und Förderung zu bekommen ist.

 

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Die Bewahrung der Schöpfung ist ein ureigenes Interesse der Kirche. In vielen Regionen Deutschlands sind Kirchengemeinden und andere kirchliche Träger Grundeigentümer. Sie können somit direkt Einfluss auf die Art und Weise der Bewirtschaftung ihres Landes nehmen und gemeinsam mit ihren Pächter*innen zum Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft aktiv werden.
Die Website „Infoportal Kirchenland“, entwickelt in einem gleichnamigen Projekt Infoportal Kirchenland von Succow Stiftung, Nordkirche und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), beantwortet deshalb ganz konkret Fragen zum Thema: Was kann getan werden, um biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten und zu fördern? Wie können Menschen, die kirchliches Land nutzen, mit den Kirchengemeinden dazu ins Gespräch kommen? Wo gibt es Naturschutzberatung für die Landwirtschaft und Förderung? Welche Vorgaben und Beschlüsse gibt es seitens der Kirche?
Das Online-Angebot zeigt Handlungsmöglichkeiten auf, etwa gemeinsame Feldbegehungen, Kooperationsvereinbarungen oder die Ausgestaltung von Pachtverträgen. Naturverträgliche Bewirtschaftungsmethoden wie nutzungsfreie Pufferzonen zu Söllen, das Einrichten von Kiebitzfenstern und der Verzicht auf bestimmte Herbizide oder Naturschutzmaßnahmen wie das Anlegen von Feldgehölzen oder Blühstreifen, lassen sich in Pachtverträgen verankern.
Auf der Webseite aufgeführte Praxisbeispiele zeigen bereits bewährte Maßnahmen von engagierten Kirchengemeinden oder anderen kirchlichen Akteuren. Zudem wird über die aktuelle Verpachtungspraxis informiert. Das kirchenkreisspezifische Informationsangebot richtet sich derzeit vorrangig an Akteur*innen der Nordkirche, den überwiegenden Teil können aber auch bundesweite Nutzer*innen verwenden.

 

Gewagt am Rycktag!

Beim Aktionstag für einen sauberen Ryck bei Greifswald am 14. September haben Succow Stiftung und Greifswald Moor Centrum vollen Einsatz gezeigt. Eine kleine Exkursion führte Menschen für mehr Moorblick im Greifswalder Stadtgebiet auf die ehemalige Mülldeponie. Um lokale, zukunftsfähige Landnutzung drehten sich Ausstellung, Malaktion und Aktionsspiel. Gewagter Höhepunkt war der Ryck-Jump (Video), bei dem sich das Stiftungsteam für einen sauberen Ryck und seine saubere Umgebung in die Fluten warf.

 

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Um einen Blick von oben auf die Moore im Stadtgebiet Greifswald zu werfen, lud die Succow Stiftung Interessierte beim 2. Aktionstag für einen sauberen Fluss Ryck am Samstag 14. September zu einer Wanderung auf die ehemalige Mülldeponie. Information zu Mooren im Stadtgebiet und ihre Bedeutung u.a. für einen sauberen Fluss und das lokale Klima bot auch der Informationsstand der Stiftung im Heineschuppen der Museumswerft. Wie Wiedervernässung geht und welche Auswirkungen und Ökosystemleistungen sie mit sich bringt, konnten Besucher dort beim Mitmachspiel erfahren und zudem Postkarten zum Moorthema in Aquarell colorieren.


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Naturerbe

Kranich, Calvados und Koos

Unter dem Motto "Kranich, Calvados und Koos" lud die Succow Stiftung am 25. Oktober von 13:30-18 Uhr zu einem "Tag der offenen Insel" auf die Insel Koos. Etwa 40 Besucher*innen machten sich dort ein Bild von der im Aufbau befindlichen Naturschutzstation und erfuhren bei einer Exkursion mehr über die angrenzenden Karrendorfer Wiesen, unter anderem auch über die Jagd nach Füchsen und anderen Räubern per Lebendfalle, um durchziehenden wie brütenden Vögeln Ruhe zu verschaffen. Beim Rückweg über den Fahrdamm konnten die Besucher*innen die an diesem Abend ankommenden Kraniche beobachten. Die Naturschutzstation wie auch die Karrendorfer Wiesen sind im Eigentum der Succow Stiftung.

 

Geballt am Binsenberg

Um die 4500 Kleinballen ergab die Biomasse auf dem Hangquellmoor Binsenberg bei der Pflegemahd im September. Die späte Mahd der besonders wertvollen kalkreichen Moorwiesen ermöglicht es sehr seltenen Arten wie Blauem Tarant, Schwarzem Kopfried, Sumpf-Stendelwurz und Teufelsabbiss gänzlich zu blühen und reife Samen zu bilden. So können sich diese Rote Liste-Arten dort wieder ausbreiten. 

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Die Mahd entzieht der Fläche zudem überschüssige Nährstoffe, die sich durch die langjährige Entwässerung des Moores dort angesammelt haben. Auch das trägt dazu bei den seltenen kalkreichen Lebensraum wiederherzustellen. Nachhaltige Landnutzung mit kleinteiliger Technik, die gut ist für Boden, Biodiversität und Klima, ist möglich – das hat die Succow Stiftung, Eigentümerin der Fläche, gemeinsam mit Naturschutzbehörden damit gezeigt. Auch Klein- und Nutzierhalter der Region profitierten, da die Ballen als Futter genutzt und kostenfrei abgeholt werden konnten. Auch 2020 wird Wiesenheu in Kleinballen abgegeben. Interessenten können sich dazu an Carl Barnick wenden, per E-Mail an carl.barnick(at)succow-stiftung.de oder telefonisch unter 03834-83542-25. (Photos: C. Barnick)