Willkommen

Zum Tod von Dr. Uwe Lenschow

Der praktische Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern hat Ende des Jahres völlig unerwartet einen seiner prägendsten Köpfe verloren. Die Michael Succow Stiftung und das Greifswald Moor Centrum trauern um einen guten Partner, Freund und Menschen. Dr. Uwe Lenschow war seit seiner Zeit in der Abteilung Naturschutz des LAUN in Neuenkirchen bei Greifswald in den frühen 90er Jahren dem Institut für Botanik der Universität Greifswald und später auch der Succow Stiftung eng verbunden, insbesondere bezogen auf Fragen des Moor-Naturschutzes und der Wiedervernässung von Mooren.

weiterlesen

Die großen Moor-Restaurationsprojekte im Trebel- und Peenetal wurden maßgeblich durch ihn entwickelt und vorangetrieben. Immer wieder hat er sich konstruktiv in die Diskussionen zur Paludikultur eingebracht, zuletzt unterstützte er die vom Greifswald Moor Centrum erarbeitete „Fachstrategie zur Umsetzung der nutzungsbezogenen Vorschläge des Moorschutzkonzeptes MV“. Zu einer neuen, besseren Agrarförderung auf Mooren und zu Paludikultur-Pilotflächen in MV waren Kolleg*innen der Succow Stiftung, der Universität und von DUENE gerade mit ihm in Diskussion - aus der ihn sein viel zu früher Tod nun gerissen hat. Wir bedauern dies tief. Dr. Uwe Lenschows Verdienste um den Naturschutz und insbesondere den Moorschutz in MV sind bleibend.

Klimastreik: Sit-in im Fischerbrunnen

Kurz vor Beginn des weltweiten Klimastreiks der Fridays4Future-Bewegung am 29. November setzten sich die Moor- und Klimaschützer*innen von Succow Stiftung und Greifswald Moor Centrum in den Greifswalder Fischerbrunnen. Nachdem sie beim ersten globalen Klimastreik am 20. September dieses Jahres im Brunnen stehend demonstriert hatten, machten sie nun mit der Aktion deutlich: Der Klimawandel wird dramatischer, die Meeresspiegel steigen. Weltweit werden dreimal mehr Menschen als bisher angenommen von ansteigendem Meeresspiegel und Überschwemmungen betroffen sein. Wortwörtlich und im übertragenen Sinne steht uns das Wasser bald bis zum Bauchnabel oder darüber – wenn nichts getan wird. Mehr Wasser in Mooren ist dagegen sinnvoll. Die Wiedervernässung von Mooren ist eine der effektivsten Maßnahmen zum Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern, in Deutschland und weltweit.

 

#30JahreMauerfall – und heute? Die Chance zur Wende für Klima, Natur und den Menschen ergreifen!

Im Mauerfall hat der Biologe und Naturschützer Prof. Dr. Michael Succow Chancen für die Natur gesehen und genutzt. Heute gehen vor allem viele junge Menschen auf die Straße, um für eine Wende zu demonstrieren. Die Klima- und Agrarwende ist jetzt das Gebot der Stunde und Chancen dazu unbedingt zu nutzen! Als stellvertretender Minister für Natur-, Umweltschutz und Wasserwirtschaft gelang Michael Succow 1990 der Coup, 4882 Quadratkilometer der DDR in der letzten Sitzung des damaligen Ministerrats als Nationalpark oder Biosphärenreservat unter Naturschutz stellen zu lassen. Für dieses Verdienst wurde er 1997 mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet und gründete die nach ihm benannte Stiftung.

weiterlesen

Unter dem Motto „Erhalten, Haushalten, Werthalten“ engagieren er und seine Mitstreiter*innen sich seitdem vielfältig für den Schutz der Natur und eine nachhaltige Nutzung ihrer Ressourcen, in Deutschland und weltweit. Zwischen damals und heute sieht Michael Succow Parallelen. Dass sich die junge Generation jetzt in der Fridays4Future-Bewegung grenzübergreifenden vehement für einen Wandel im Umgang mit der Natur und für globale Gerechtigkeit einsetzt, stimmt Michael Succow hoffnungsvoll. Damals, in den Tagen nach der Wende, bewegte Michael Succow vor allem, dass nun zum Beispiel eine erste unzensierte Fernsehsendung zu den ihm so wichtigen Umweltthemen und der Kontakt zu Wissenschaftlern und Politikern im Westen möglich war. Denn gemeinsam hatten Ost und West viel für den Naturschutz zu leisten.

weiterlesen

Ballonreifen und Kettenfahrzeuge – große Technikschau auf dem Greifswalder Markt

Wie sich z.B. Schilf oder Rohrkolben ernten lassen, zeigt eine große Technikausstellung am Mittwoch 27. September von 12.30-14.30 Uhr  auf dem Greifswalder Marktplatz. Erntemaschinen mit riesigen Ballonreifen oder Kettenfahrzeuge für das nachhaltige Bewirtschaften nasser Flächen werden auf trockenem  Pflaster zu sehen sein. Dazu gibt es für alle Interessierten viel Information zu Moor- und Klimaschutz und Paludikultur. 

„Algenfarn bis Wasserminze“ – botanische Ausstellung im Botanischen Garten

Zum Spaziergang durch den Botanischen Garten der Universität Greifswald  lädt die Ausstellung „Algenfarn bis Wasserminze – Paludikultur, Bewirtschaftung nasser Moore“ ein. Sie ergänzt das dortige Paludarium und zeigt auf 40 Tafeln, wie Pflanzen aus Mooren Lebensmittel, Futter, Energieträger und Baustoffe liefern, gleichzeitig das Klima schützen und Biologische Vielfalt garantieren können. Dort lässt sich z.B. erfahren, dass Wollgras zu Kissenfüllung taugt, Sonnentau bei Atemwegserkrankung hilft, Torfmoos Torf im Garten ersetzen kann oder aus Samen der Wassernuss Mehl gewonnen wurde. Der Botanische Garten in der Münterstraße 2 ist wochentags von 9-15:45 Uhr und am Wochenende von 13-15 Uhr geöffnet.

„Deutschlands Moore“ – persönlicher Erlebnisse des Moorschützers Prof. em. Michael Succow

Auf eine Reise von den Regenmooren Nordwestdeutschlands und den Mooren des südlichen Ostseeraumes bis zu denen des Alpenrandes lädt Prof. em. Michael Succow bei einem öffentlichen Abendvortrag am 26. September um 20 Uhr im Hörsaal Loefflerstraße der Universität Greifswald. Der Träger des Alternativen Nobelpreises berichtet von dramatischen Moorschicksalen, der Zerstörung von Moorlandschaften, aber auch von Möglichkeiten ihrer Revitalisierung.