Wertvolles Wangelkow

Der immer weiter fortschreitende Verlust biologischer Vielfalt ist zweifellos eine der größten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. In der Landnutzung und speziell der Landwirtschaft liegen dabei sowohl Ursachen, als auch mögliche Lösungen. Dringend benötigt werden Vorreiter und Beispiele für eine regenerative Landwirtschaft, die zum Nachmachen anregen. Im Projekt Wertvolles Wangelkow haben wir die Chance, Zukunftsfähigkeit und Verantwortung beispielhaft miteinander zu verbinden und Landwirtschaft anspruchsvoll gemeinsam neu zu denken – landschaftsbezogen und über Betriebsgrenzen hinweg.

 

Das Dorf Wangelkow liegt im Landkreis Vorpommern-Greifswald, unweit des Peenestroms und inmitten des Naturparks Flusslandschaft Peenetal und nahe weiteren Schutzgebieten. Jedoch sind um diese Gebiete herum großflächige konventionelle Agrarflächen etabliert, in dem durch intensive Landwirtschaft die Artenzahlen dramatisch zurückgehen. Wangelkow, mit seinem Verbund ökologischer Hofgemeinschaften, liegt davon umgeben in einer Enklave wie das „umzingelte Gallische Dorf“.

 

Die Michael Succow Stiftung erschafft zusammen mit den Partnern in und um Wangelkow einen beispielhaften Verbund ökologisch bewirtschafteter Flächen und Betriebe. In enger Kooperation mit ortsansässigen Ökobetrieben, wird auf insgesamt rund 133 ha eine kleinbäuerliche, naturnahe Landnutzung gefördert, die auf den Schutz der Lebensräume und Arten der Kleingewässerlandschaft ausgerichtet ist. In einem gemeinsamen Prozess entwickelt die Michael Succow Stiftung mit den Ökobetrieben das Konzept zur Umgestaltung der 133 ha weiten, bisher konventionell bewirtschafteten Ackerfläche. Zusammen mit Fachexperten aus Naturschutz, Permakultur, Agroforstwirtschaft und Bodenfruchtbarkeit wird ein fundierter Maßnahmenplan für eine zukunftsfähige Landwirtschaft erarbeitet, um auch in den kommenden Jahrzehnten unter verändernden Klimabedingungen produktiv wirtschaften zu können – ganz ohne Biozide. Wir wollen zeigen, dass eine ökologisch und wirtschaftlich tragfähige Regionalentwicklung möglich ist. Der Lebensraum bedrohter Arten, wie die Rotbauchunke und der Kammmolch, soll dabei geschützt werden um ihr Überleben zu sichern. Zum Abschluss des Projekts wird mit allen Beteiligten in Wangelkow ein Fest mit gemeinsamem Heckenpflanzen gefeiert.

 

Die Michael Succow Stitung möchte mit diesem Projekt eine „Anleitung für Nachahmer*innen“ schaffen und die Wangelkower Erfahrungen für andere verfügbar machen. Mit Wertvollem Wangelkow eröffnen wir ein Projekt mit partizipativer Landschaftsgestaltung zur ökologischen und wirtschaftlich tragfähigen Regionalentwicklung. Im Sinne der „regenerativen Landwirtschaft“ wollen wir Bäume und Hecken pflanzen, das Wasser in der Landschaft halten und die Humusgehalte in den Böden erhöhen. Damit fördern wir eine enkeltaugliche Landnutzung, die die bereits entstandenen Beeinträchtigungen in der Landschaft bestmöglich wieder regeneriert. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir hier Vorreiter und Vorbild sein – auch über Wangelkow hinaus.

 

 

Projektkoordination:
Renée Moreaux, e-Mail: renee.moreaux(at)succow-stiftung.de

 

 

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