Programmbibliothek Moorforschung und Naturschutz

Etwa 50 Wissenschaftler und Experten sind in der Greifswalder Moorforschung tätig und leisten aktuell entscheidende Forschungsbeiträge, etwa zur Klimarelevanz der Moore: Denn Moore machen zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche aus, speichern jedoch mehr CO2 als der gesamte Waldbestand der Erde. Moorforschung hat am Standort Tradition, 1826 wurden erste torfbotanische Untersuchungen in Greifswald publiziert. Prof. em. Dr. Michael Succow, Träger des alternativen Nobelpreises und einer der führenden deutschen Moorökologen, legte während seiner Professur den Grundstein für den Schwerpunkt Moorforschung als Teil der Landschaftsökologie in Greifswald und konnte mit Hans Joosten einen der heute führenden Moorforscher für Greifswald gewinnen, welcher 1996 die Arbeitsgruppe „Moorkunde und Paläoökologie“ initiierte.

 

In und von Greifswald aus betreiben die Moorforscher heute weltweit Forschung, Anwendung und leisten nationale sowie internationale Politikberatung. Diese Kompetenz wird durch die als Public Private Partnership (PPP) konzipierte „Programmbibliothek Moorforschung und Naturschutz“ weiter entwickelt. Neben Neuanschaffungen und der Verlinkung zu open source-Medien tragen über 8000 nationale und internationale Fachpublikationen aus Privatbibliotheken und Beständen der Michael Succow Stiftung  zur gesteigerten Ausstrahlung bei. Das gemeinsame Vorhaben des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald, der Universitätsbibliothek und der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur ist ein wichtiger Baustein zur Förderung und Festigung der Greifswalder Moorkompetenz .

 

Standort ist das denkmalgeschützte Stiftungshaus in der Ellernholzstraße 1/3. In unmittelbarer Nähe der Universität und ergänzt um die Programmbibliothek soll dieses Gebäude zum räumlichen, fachlichen sowie sozialen Zentrum der Moorkompetenz in Greifswald werden. Die Bestände der „Programmbibliothek Moorforschung und Naturschutz“ werden als Spezialsammlung und damit als gesonderter Katalog über die Universitätsbibliothek elektronisch weltweit zugänglich sein.

 

Die Bernhard und Ursula Plettner-Stiftung, Mitglied im „Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“, unterstützt die „Programmbibliothek Moorforschung und Naturschutz“. Sie wurde 2001 gegründet und hat das Ziel, die Ausstattung der Bibliotheken von Technischen Hochschulen, insbesondere in den neuen Bundesländern und in Berlin, zu verbessern. "Wissen schaffen im Global Change" heißt die aktuelle Initiative der Stiftung, die innovative Bibliothekskonzepte eines herausgehobenen und international ausgewiesenen universitären Fachstandorts zur Erforschung von globalem Wandel und Nachhaltigkeit fördern möchte. Durch die zunehmende Anerkennung von Moor- und Naturschutz bei Fragen des Klimawandels und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen fügt sich die Programmbibliothek hervorragend in diesen Förderungsschwerpunkt ein.