Ökosystembasierte Anpassung in der montanen Regenfeldbaustufe um den Ugam Chatkal National Park

Die ausgedehnten Gebirgsausläufer Usbekistans waren einst bedeckt von extrem standortangepassten Pflanzen wie Mandel (Amygdalus spp.) und Pistazie (Pistacia vera) und Anderen. Intensive Landnutzung, insbesondere Weizenanbau und Beweidung, hat zu einer nahezu vollständigen Degradierung dieser Standorte geführt. Die Wiederherstellung der verloren gegangenen Ökosystemleistungen der natürlichen Pistaziengesellschaften ist eine der effizientesten Maßnahmen gegen den Klimawandel.

 

Gleichzeitig werden die Degradierungserscheinungen vermindert und die sukzessive Einstellung der natürlichen Habitate wird wieder zu einem größeren Artenspektrum führen. Erfahrungen zeigen aber, dass selbst die schlauesten Landnutzungsansätze wertlos sind, wenn die Bedürfnisse und Erwartungen der ansässigen Bevölkerung unberücksichtigt bleiben. Genau darin besteht die Stärke des Projektansatzes. Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen, dass die Einkünfte aus den zu erwartenden Pistazienernten deutlich die Einkünfte aus den, zudem stetig sinkenden und nicht nachhaltigen, Erträgen durch Weizenernte und Beweidung übersteigen.

 

Für Landwirte besteht ein betriebswirtschaftliches Risiko die Zeit zwischen Pflanzung und erster Ernte zu überbrücken. Diese Zeitspanne liegt bei ca. 7 Jahren. Die Machbarkeitsstudie hat Wirtschaftspläne erarbeitet diese Risiken durch Agroforestry zu verringern, indem zwischen den Baumpflanzungen annual Ackerfrüchte, wie Kichererbsen, Melonen, Bohnen, Heckenrose und andere kultiviert werden. Die Landwirte erziehlen dadurch bereits Einkommen auf den Flächen, während die Pistazienpflanzen noch wachsen.

Da das hauptsächliche Ziel des Projektes eine möglichst breite Übernahme des Projektansatzes durch die Landwirte ist (Breitenwirkung) werden sogenannte “pistachio growing centers” eingerichtet. Die Zentren verkaufen verschieden Bäume als Veredelungssorten, in erster Linie Pistazien und Mandeln und bieten gleichzeitig das Know-how über deren erfolgreiche Kultivierung als Beratungsleistung an. Ein vielversprechendes Wirtschaftsmodel für Bauern. Die Pistazienverbreitungszentren sind als Ausgangspunkt für die Verbreitung von nachhaltigen Landbewirtschaftungsmethoden auf Regionalebene gedacht.

Während der Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie wurden fünf Landwirte identifiziert die den Andorderungen für eine Zusammenarbeit entsprechen und bereit sind “pistachio growing center” einzurichten und zu betreiben. Die Studie hat zudem die Kapazität von Pistazienwäldern als Kohlenstoffsenke bei maximalem Baumwachstum (also 40 Jahre ab Pflanzung) auf 144tC berechnet.

 

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) GmbH finanziert. Partner vor Ort ist das Nationale Forstforschungsinstitut.

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Projektkoordination:

Jens Wunderlich, email: jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de