Myanmar

Nachhaltige Regionalentwicklung, partizipatives Management natürlicher Ressourcen und Förderung von Zivilgesellschaft im ländlichen Raum durch Biosphärenreservatsentwicklung am Indawgyi-See

Der Indawgyi-See und seine Region in Nordmyanmar sind ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, wichtig für den Schutz von Wald und Biodiversität. Sie sind die Lebensgrundlage für ca. 50.000 Menschen. Die Bevölkerung am Indawgyi-See ist stark von den natürlichen Ressourcen der Region abhängig. Auch durch die politische Öffnung des Landes ändert sich die Ressourcennutzung und führt zu einer immer stärkeren Degradierung von Wäldern, Fischbeständen und Gewässern. Bereits von 2014 – 2016 hat die Succow Stiftung gemeinsam mit ihrem Partner Fauna und Flora International (FFI) ein Projekt zur Nominierung des Indawgyi-Sees als Biosphärenreservat durchgeführt und Prozesse zu partizipativem Schutzgebietsmanagement, nachhaltiger Landnutzung und Demokratisierung der Ressourcennutzung angestoßen. 2017 wurde der Indawgyi-See von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.

Die Succow Stiftung entwickelt nun gemeinsam mit FFI und den lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppen diese Prozesse weiter und trägt sie in die Breite: Eine naturnahe Waldwirtschaft, der Brennholzanbau einheimischer Arten und Agroforstwirtschaft erhöhen den Waldanteil auf degradierten Waldflächen in der Pufferzone. Da der Reisanbau ein Schlüssel sowohl für die Ökologie des Sees als auch die Lebensgrundlage der Bevölkerung ist, unterstützt das Projekt Reisbäuer*innen bei der Umstellung auf ökologischen Anbau, Zertifizierung und Entwicklung von Wertschöpfungsketten. Es fördert auch den Bau von Kleinkläranlagen und dörflicher Abfallwirtschaft. Die Maßnahmen reduzieren den Nährstoffeintrag in den See und erhalten Habitate für Wasservögel wie Saruskraniche und asiatische Klaffschnabelstörche.

Um lokale Wertschöpfung aus dem internationalen Tourismus zu ermöglichen, fördert das Projekt gemeindebasierten Ökotourismus, z.B. durch die Entwicklung einer Community-Lodge und Trainings zur Professionalisierung der lokalen Ökotourismusgruppen. Gemeinsam mit dörflichen Fischereikomitees und Fischereibehörde begleitet es die Umsetzung der partizipativen Regulierung der Fischerei. Im gesamten Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung der lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Gemeindewaldverbänden, Ökotourismusgruppen und Ökolandbauvereinen als starke Partner im Management des Biosphärenreservats. Darüber hinaus berät das Projekt auch auf nationaler Ebene zur Weiterentwicklung der Biosphärenreservats-Strategie.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

 

Projektkoordination: Kirsten Meuer, kirsten.meuer(at)succow-stiftung.de

 


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